Mord im Gewächshaus

Erschienen: September 2021

Bibliographische Angaben

übersetzt von NadineMannchen; Hardcover, 320 Seiten

ISBN: 9783957284860

Couch-Wertung:

9
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Julian Hübecker
Die alte Dame und ihre Orchideen

Buch-Rezension von Julian Hübecker Nov 2021

Die rüstige Dame Miss Wodehouse war nicht gerade für ihre Freundlichkeit bekannt. Dafür aber umso mehr für ihre Orchideensammlung, die sie leidenschaftlich züchtete. Als sie eines Tages stirbt, geht jeder von einer natürlichen Ursache aus. Nur Myrtle Hardcastle wittert ein perfides Verbrechen. Als Tochter eines Staatsanwalts weiß sie einiges über die Jagd auf Verbrecher. Daher macht sie sich auf die Suche nach dem Mörder.

„Alte Damen mit guter Gesundheit fielen nachts nicht einfach so tot um, nachdem ihr Lebenswerk dem Erdboden gleichgemacht wurde.“ 

Myrtle Hardcastle ist begeistert von der Welt der Mörder und Detektivarbeit. Für eine junge Dame schickt sich das im 19. Jahrhundert nicht, besonders da Myrtle vorlaut ist und selten etwas zurückhält. Ihr Vater sieht wohlwollend darüber hinweg, und auch in Miss Judson, ihre Gouvernante, hat sie eine wissbegierige und wertvolle Verbündete. Sie ist auch die Einzige, die ihr zuhören will, als Myrtle ihre Theorie vom Tod von Miss Wodehouse unterbreitet. Wie soll sie bloß ihren Vater und die Polizei davon überzeugen?

Es ist vermutlich von Vor- und Nachteil gleichermaßen, wenn man als junges Mädchen Nachforschungen anstellt. Einerseits wird man nicht ernst genommen und erhält keine brauchbaren Informationen, andererseits fällt man oft genug unter den Radar und es wird vor ihr mehr ausgeplaudert, als man eigentlich will. Dann jedoch ist Myrtle wie ein Bluthund: Ihre Hartnäckigkeit treibt irgendwann jeden aus der Reserve – auch wenn es sie das ein oder andere Mal in Gefahr bringen wird …

Ein Mädchen mit eisernem Willen

Myrtle ist ein außergewöhnlicher Charakter und erinnert an Enola Holmes aus der gleichnamigen Reihe, deren Geschichten auch bei Knesebeck erschienen sind. Sie ist wissbegierig, forsch und schießt oft genug über das Ziel hinaus. Dass sie eben doch noch ein Kind ist, vergisst man nicht, und das ist auch gut so: Sie hat noch einiges dazuzulernen und macht oft genug Fehler, aus denen sie aber lernt. Da sie sich direkt an die Leserinnen und Leser richtet, bekommt man einen direkten Kontakt zu der kleinen Detektivin. Zusätzlich sorgen kleine Fußnoten sowie Auszüge aus dem Buch „Die Grundlagen der Detektion – Ein Handbuch für Amateur- und Berufsermittler“, das Myrtle vermutlich als Erwachsene geschrieben haben wird, für dieses Gefühl.

Insgesamt ist es ein spannender Jugendkrimi, der viele Sympathien für Myrtle bereithält. Zwar hatte ich schnell eine Ahnung über den wahren Mörder, doch tut dies der Spannung kaum Abbruch. Einzig das Tempo hätte an der ein oder anderen Stelle etwas angezogen werden können, um den Lesefluss nicht auszubremsen. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, welche Abenteuer Myrtle noch erleben wird.

Fazit

Ein spannender Jugendkrimi, dessen Protagonistin mit Sicherheit noch für einige Detektivarbeit zu haben sein wird.

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