SPY - Highspeed London

Erschienen: Februar 2019

Bibliographische Angaben

Taschenbuch, 304 Seiten

ISBN: 9783785588413

Couch-Wertung:

9

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Tobias Bollmeyer
Ein rasanter Agentenkrimi auf der Höhe der Zeit

Buch-Rezension von Tobias Bollmeyer Apr 2019

Plötzlich Top-Agent

Es ist ein ganz normaler Nachmittag irgendwo in Berlin. Der zwölfjährige Dominik Nader ist auf dem Weg zum Klettertraining, als er plötzlich beobachtet, wie einem Mädchen ihr Handy gestohlen wird. Schnell wie er ist, nimmt Dominik die Jagd nach dem Dieb auf, kann ihn aber nicht mehr erwischen. Das soll er auch gar nicht, denn der vermeintliche Bösewicht dient lediglich als Lockvogel, um Dominik zu einem geheimen Ort zu führen, an dem er mit der Nachricht konfrontiert wird, dass er für eine Ausbildung zum Junior-Agenten bei einem Geheimdienst auserwählt worden ist. Sein Vater, der angeblich ein hochrangiger Diplomat und deswegen selten zu Hause ist, weshalb Dominik bei Pflegeeltern lebt, hat ihn für diese Aufgabe vorgeschlagen.

Dominik kann das Ganze zunächst nicht wirklich ernst nehmen; vielmehr denkt er, sein Vater hätte sich das alles als riesige Geburtstagsüberraschung für ihn ausgedacht. Schließlich verbringt er jedes Jahr zu seinem Geburtstag eine ganze Woche allein mit seinem Vater und dessen Freund Martin irgendwo an spannenden Orten, wo sie abenteuerliche Dinge erleben. So hält er auch die Entdeckung eines Geheimganges, die anschließende Fahrt mit einem atemberaubend schnellen Gefährt und die gigantischen Ausmaße der unter einem Vergnügungspark versteckt liegenden Schule für angehende Top-Agenten für Teile eines täuschend echt wirkenden "Reality-Games".

Bald aber muss Dominik erkennen, dass das alles kein Spiel, sondern die Wirklichkeit ist und dass es für ihn kein Zurück mehr in sein altes, "normales" Leben gibt. Er erfährt auch, dass sein Vater kein Diplomat, sondern ebenfalls ein Agent des Geheimdienstes ist, und zwar einer der besten überhaupt. Allerdings ist er in großer Gefahr, da er in einem sehr brisanten Fall ermittelt, der über das Schicksal der gesamten Menschheit entscheiden könnte: den des geheimnisvollen "Mister Drago", von dem niemand wirklich etwas weiß. Angeblich will er die Weltherrschaft an sich reißen, und Nicks Vater ist ihm auf der Spur. Seit einigen Monaten gibt es jedoch kein Lebenszeichen mehr von ihm. Als Dominik das erfährt, hat er nur noch eines im Sinn: seinen Vater aus den Fängen von Mister Drago zu retten, koste es, was es wolle.

Ein abenteuerlicher Roadtrip durch London

Während seiner ersten praktischen Prüfung außerhalb der Agentenschule wird Dominik Zeuge eines Mordes und erfährt dabei, dass es wohl auch bei diesem Verbrechen um seinen Vater geht. Nun gibt es für ihn kein Halten mehr. Dominik flieht aus der Schule und gelangt über verschlüsselte Hinweise nach London, wo er seinen Vater suchen will. Zunächst muss er sich allein durchschlagen – wobei, ganz allein ist Dominik nie. Immer bei ihm ist Bruno, ein fest mit seinem Arm verbundener Mini-Computer mit ausgesprochen weit entwickelten Fähigkeiten im Bereich der Künstlichen Intelligenz, die Dominik manchmal nerven, ihm meistens aber wertvolle Hilfestellungen bieten.

Später trifft auch Martin, der beste Freund seines Vaters und ebenfalls ein Geheimdienst-Agent, in London ein, ebenso wie Carol, eine etwas schüchtern wirkende Mitschülerin Dominiks, die aber erstaunliche Begabungen hat, wie er später feststellen muss. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach Dominiks Vater und geraten dabei immer wieder in äußerst gefährliche Situationen – schließlich sind ihnen Dragos Leute auf den Fersen. Aber auch manche von denen, die auf der vermeintlich "guten Seite" stehen, spielen nicht mit offenen Karten, was die Suche für Dominik nicht einfacher macht.

Aktuelle Thematik und spannend erzählt

Arno Strobel greift mit diesem Roman eine äußerst aktuelle und auch für Jugendliche interessante Thematik auf, nämlich die Frage, welche Kontrolle wir eigentlich noch über unser eigenes Leben haben und wer über uns bestimmt. Die Grenzen zwischen der analogen und der digitalen Welt, zwischen Realität und Fiktion verschwimmen zusehends, so wie auch Dominik anfangs glaubt, er sei in ein täuschend echt gestaltetes Computerspiel geraten. Können uns Geheimdienste tatsächlich vor den - möglicherweise noch unvorhersehbaren - Gefahren bewahren, die im digitalen Zeitalter auf uns zukommen? Wie viel Macht über unser Leben wollen wir ihnen und den neuen technologischen Möglichkeiten, die mit der Künstlichen Intelligenz nochmal eine ganz neue Dimension erreichen, tatsächlich geben? Strobel gelingt es, diese Fragen aufzuwerfen und mit einer spannenden Story zu verknüpfen, die durch den häufigen Wechsel der Handlungsorte auch eine starke Dynamik entfaltet.

Allerdings bietet insbesondere der Schauplatz London durchaus noch mehr Potenzial für Romane wie diesen. Ständig müssen Dominik und Carol in dunkle unterirdische Gänge hinabsteigen, ständig stehen sie vor schweren, verschlossenen Stahltüren, ständig finden sie sich in ebenso schlecht beleuchteten Räumen wieder, in denen ihnen plötzlich finstere Gestalten auflauern. Das wirkt stellenweise etwas langatmig, und man fragt sich als Leser, wann denn nun endlich mal etwas Entscheidendespassiert. Eine Verfolgungsjagd beispielsweise auf der Themse oder durch die belebten Straßen der City oder Westminster hätte für etwas mehr Abwechslung im "Kopfkino" der Leser gesorgt.

Ansonsten ist der Roman altersgerecht gestaltet und erzählt  – auch hinsichtlich der Figuren: Der Protagonist Dominik, der von einem normalen Teenager zum Top-Agenten wird, was er zunächst selbst nicht recht glauben kann, und der über einige übernatürliche Fähigkeiten verfügt, die das vorstellbare Maß überschreiten, ist gleichermaßen Identifikations- wie auch Projektionsfigur für jugendliche Leser, denn wer würde nicht mal gern ein Superheld sein?

Die Sorge um Dominiks vermissten Vater sowie seine Trauer um seine verstorbene Mutter verleihen dem Roman bei aller durchscheinenden Technikbegeisterung zudem eine zutiefst emotionale und humane Komponente, die selbst durch noch so ausgeklügelte Künstliche Intelligenz nicht zu ersetzen ist. Auch die anderen Figuren sind differenziert gestaltet, und es ist nicht immer sofort eindeutig erkennbar, wer auf welcher Seite steht und wessen Interessen vertritt. Das furiose Finale, das mindestens ebenso viele Fragen offenlässt wie es beantwortet, macht bereits neugierig auf den zweiten Band der Reihe, der im Herbst 2019 erscheinen wird.

Fazit:

"SPY - Highspeed in London" ist der gelungene Auftakt einer Romanreihe, die das Potenzial hat, junge Leser mit einer attraktiven Mischung aus aktuellen und gesellschaftlich relevanten Themen sowie einer gleichermaßen spannend und klug konstruierten Story zu begeistern. Über phasenweise Längen in der Handlung trösten die interessant gestalteten Charaktere sowie das spannende Finale hinweg. Ein Roman, der Lust macht auf mehr!

 

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