Spinster Girls - Was ist schon normal?

Erschienen: Juli 2018

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel Am I Normal Yet?; aus dem Englischen von Nina Frey; Taschenbuch, 416 Seiten

Band 1 von 3 aus der Spinster Girls-Reihe

ISBN: 9783423717977

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Andrea Delumeau
Über das Tabuthema "psychische Erkrankung"

Buch-Rezension von Andrea Delumeau Aug 2019

Was heißt es schon, ein „normaler“ Teenager zu sein?

Evie ist 16 und fest entschlossen, endlich ein „normales“ Teenagerleben zu führen. Sie ist jetzt in der Oberstufe und an einer neuen Schule, wo sie niemand kennt als „die Verrückte“, die wegen panischer Angstzustände oft das Haus nicht verlassen konnte und die letzten drei Jahre hauptsächlich deswegen in der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses therapiert worden ist.

Evie geht es inzwischen viel besser: sie muss weniger Medikamente nehmen und hat gelernt, sogenannte „ungute“ Gedanken zu identifizieren und zu bekämpfen, bevor sie sich zu regelrechten Panikattacken entwickeln, die sie lahmlegen.

Rückhalt findet sie bei ihrer Familie, die sie davon überzeugen will, dass sie sich keine Vorwürfe machen soll, wobei vor allem die Mutter selbst mit Schuldgefühlen zu kämpfen hat, auch, was ihre Freundinnen angeht.

Früher war das vor allem die beste Freundin Jane, die selbst in der schlimmsten Zeit zu Evie stand und ihr z.B. die Hausaufgaben brachte, wenn sie wegen einer Panikattacke das Haus nicht verlassen und deshalb nicht in die Schule gehen konnte. In der neuen Schule hat sie jedoch einen Jungen kennengelernt und geht ganz in dieser Beziehung auf. Evie steht daher bei Jane nun ganz unten auf der Prioritätenliste, und für Joel ändert Jane sogar radikal ihre Haarfarbe und ihren Kleidungsstil.

Evies neue Freundinnen, die selbstbewussten Lottie und Amber, sehen Beziehungen zu Jungen ganz anders. Nie würden sie sich komplett in der Beziehung verlieren und ihre Freundinnen darüber ignorieren. Folgerichtig trifft sich Lottie, als sie einen Freund hat, auch weiterhin mit ihren Freundinnen und lässt diese teilhaben an dem, was sie bewegt.

Auch Evie will endlich ein normaler Teenager sein und einen ersten Freund haben. Wird es ihr gelingen, ihren neuen Freundinnen von ihrer psychischen Krankheit zu erzählen?

Die Autorin kennt sich bestens mit der Gefühls- und Gedankenwelt von Jugendlichen aus

Holly Bourne hat Erfahrung, da sie mehrere Jahre auf einer Ratgeber-Webseite Beziehungstipps an junge Leute gegeben hat. Auch dass sie schreiben kann, beweist die gelernte Journalistin auf gelungene Weise: trotz ernsthafter Themen liest sich der vorliegende Mädchenroman leicht weg.

Die gewählte Ich-Perspektive lässt die Leser unmittelbar an Evies Leben teilnehmen. Das wenig bekannte Tabuthema „psychische Erkrankung“ wird unverblümt zur Sprache gebracht, etwaige Berührungsängste werden so abgebaut und es wird schnell klar, dass „Normalität“ ein relativer Begriff ist und dass es das „Normale“ eigentlich nicht gibt. Es gibt nur die unterschiedlichsten Reaktionen, wenn das Leben aus dem Ruder zu geraten droht. Eine ungesunde Reaktion ist die Flucht in Alkohol oder der Absturz in eine psychische Erkrankung, eine gesunde Reaktion wäre z.B. das Ausüben einer sportlichen Tätigkeit wie Yoga oder Joggen, um den Stress abzubauen.

Sehr spannend ist es zu verfolgen, wie Evie ihre Ängste in den Griff bekommt; so rät ihr ihre Therapeutin z.B. zur Führung eines Gedankentagebuchs, wo sie negative Gedanken und Ängste festhalten soll.

Von diesen und anderen Tipps können alle Leser profitieren, selbst wenn sie nicht psychisch erkrankt sind. Auch Hemmschwellen, wie mit Anderen über seine Probleme zu sprechen oder sich gegebenenfalls professionelle Hilfe zu holen, werden in diesem Bewusstsein schaffenden Roman abgebaut.

Weitere wichtige Inhalte wie weibliches Selbstbewusstsein und Solidarität unter Frauen kommen ohne erhobenen pädagogischen Zeigefinger zur Sprache, weshalb eine uneingeschränkte Leseempfehlung ausgesprochen werden kann.

Fazit

Ein unkonventionelles Buch, das seine Leser bewusst stärken möchte und auch einen wichtigen Beitrag zur #MeToo-Debatte liefert.

Spinster Girls - Was ist schon normal?

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