Das Biest in ihm

Erschienen: März 2019

Bibliographische Angaben

Originalausgabe unter dem Titel The Beast Within - A Tale of Beauty's Prince erschienen; aus dem Englischen von Ellen Flath; Hardcover, 224 Seiten

Band 2 von 3 aus der Disney Villains-Reihe

ISBN: 9783551280213

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6

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Yannic Niehr
Märchen schreibt die Zeit…

Buch-Rezension von Yannic Niehr Apr 2019

Der junge Prinz lebt ein Leben in Saus und Braus: als zukünftiger König kann er sich alles erlauben, gibt rauschende Feste, wird von den Damen umschwärmt und vertreibt sich die Zeit mit Frivolitäten und Jagdausflügen gemeinsam mit seinem guten Freund Gaston. Als er die Heirat mit seiner überglücklichen Verlobten Circe abbläst und sie in einer kalten, stürmischen Nacht vor seinen Toren abweist, gibt sich diese als Zauberin zu erkennen und belegt das Schloss mit einem Fluch.

Jede Kaltherzigkeit, jede Grausamkeit, jede Überheblichkeit wird ihn hässlicher machen, bis er schließlich zu einem unmenschlichen Biest wird. Ebenso sind die Bediensteten vom Unheil betroffen. Der einzige Weg, den Fluch zu brechen, besteht für den Prinzen darin, wahre Liebe zu geben und zu empfangen. Sollte jedoch vor seinem 21. Geburtstag das letzte Blatt der verzauberten Rose, die Circe ihm überreicht hat, welken und fallen, wird die Verwünschung unumkehrbar sein. Schon bald ergreifen Zorn und Verbitterung vom Prinzen besitzt, und er beginnt, sich äußerlich wie innerlich zu verändern. Ist er dazu verdammt, auf ewig ein Biest zu bleiben?

Die Serie um Disneys Bösewichte geht weiter

Serena Valentino darf erneut für Disney die Hintergrundgeschichte einer beliebten Figur erfinden. Diesmal handelt es sich nur bedingt um einen Schurken – man könnte sogar sagen, dass das Biest in Disneys Fassung des klassischen Märchens die Hauptperson ist, mehr noch als „die Schöne“, Belle. Im Vergleich zum vorigen Roman, der eine Parallelgeschichte über Schneewittchens „böse Königin“ erzählte, bleibt dieser Band jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Wieder wird der Prinz nur als „der Prinz“ bezeichnet, ähnlich der Königin in Die Schönste im ganzen Land. Zwar wird er von Disney offiziell Adam genannt, im Film selbst kommt dieser Name jedoch nicht vor. Es handelt sich wieder um eine bewusste Entscheidung, um der Figur das Märchenhafte zu lassen. Wo dieser Band jedoch Schwächen aufweist, ist bei der Kongruenz mit dem Originalfilm. Die Schönste im ganzen Land wirkte sehr darum bemüht, in seiner Konstruktion tatsächlich als Vorgeschichte zu Disneys Schneewittchen zu funktionieren, Lücken nahtlos zu füllen und auf für seine Geschichte sinnvolle Art und Weise die bösen Taten der Königen zu erklären. In Das Biest in ihm muss man das Original schon deutlich mehr ignorieren, damit das Ganze zusammenpasst. Das mag nicht für jeden ausschlaggebend sein, ist aber doch ein kleiner Wermutstropfen angesichts der Beliebtheit, die der Disneyfilm genießt. 

Steht weniger auf eigenen Füßen

Der Spagat zwischen Ergänzung des Originals und eigenständigem Werk ist diesmal nicht so gut gelungen. Anstatt die Gelegenheit zu nutzen, nachzuzeichnen, wie der Prinz zu dem arroganten und gefühllosen Jüngling geworden ist, der am Anfang von Die Schöne und das Biest verflucht wird, ist er dies bereits zu Anfang des Romans. So muss man erstmal mit einem Unsympathen als Hauptcharakter Vorlieb nehmen, statt mit einer guten Person, die auf die dunkle Seite wechselt, wie im Vorgänger.

Dazu kommt dann die Verwünschung, die ebenfalls davon abweicht, was im Film geschieht: dem Prinzen soll das Schloss schreckenerregend erscheinen, um seine Paranoia zu steigern. Auch die sich in Objekte verwandelnden Bediensteten erscheinen ihm nicht so, wie andere sie sehen. Das steht in direktem Gegensatz zu den Dialogen, die das Biest im Film mit seinem verzauberten Personal führt. Die innere Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptfigur ist hier zwar ähnlich einfühlsam gezeichnet wie im Vorgängerband, aber leider nicht ausführlich genug, um die Schwachstellen komplett auszugleichen. Bis auf die Heiratskandidatin Prinzessin Tulip, die der Prinz zuerst selbstsüchtig als Ausweg aus seinem Fluch sieht, um ihr dann das Herz zu brechen, bleiben leider auch die anderen Figuren eher blass und die Dynamik der Beziehungen wird nicht immer deutlich dargestellt. Fragwürdig ist auch die Entscheidung (ob sie nun bei der Übersetzerin selbst lag oder von höherer Stelle kam), manche Namen auf Englisch zu belassen, sodass gerade jüngere Leser Schwierigkeiten haben könnten, z.B. einen Cogsworth als Herrn von Unruh des Films wiederzuerkennen.

Äußerst interessant geraten sind diesmal jedoch die verdrehten Schwestern. Diese Figuren hat Valentino erschaffen und bereits in Die Schönste im ganzen Land als einen Auslöser für die schleichende Veränderung der Königin eingebaut. Ob es etwas unkreativ ist, diese Hexen nun in scheinbar allen Teilen der „Disney Villains“-Reihe als Ursache der Korrumpierung der Hauptfiguren einzubringen und die Geschichte darauf passend umzuschreiben (hier sind sie z.B. die Schwestern der Zauberin Circe und an der Verwünschung beteiligt, im Gegensatz zu ihr haben sie jedoch kein Mitgefühl und arbeiten einem „Happy End“ aktiv entgegen), darüber lässt sich streiten. Doch stellen ihre Szenen mit Intrigen und dem Kontrast zur Persönlichkeit der Schwester Circe tatsächlich die interessantesten des Romans dar. Unterhaltsam sind auch die vielen Anspielungen auf andere Disneyschurken, mit denen die Hexen schon in Kontakt getreten sind. In den Passagen von Prinzessin Tulip finden sich außerdem Reflektionen zur Rolle der Frau bei Hofe und in der Gesellschaft – ein Thema, das auch der Originalfilm angeschnitten hat und das hier stellenweise gut zur Geltung kommt.

Fazit

Zwar hat dieser Band einige schöne Stellen zu bieten, die spannende Einblicke in die Tiefe mancher Figuren ermöglichen, insgesamt tun sich jedoch zu viele Schwächen auf, um sowohl für Fans des Films als auch für anderweitige junge Fantasyliebhaber durchgehend zu funktionieren. Trotzdem sind die Erwartungen groß, wie Valentino die Reihe fortsetzen wird.

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