Meet Me in Maple Creek

  • Ravensburger
  • Erschienen: September 2022

Broschur, 480 Seiten

Band 1 von 2 aus der Maple-Creek-Reihe

ISBN: 9783473586318

Meet Me in Maple Creek
Meet Me in Maple Creek
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Rita Dell'Agnese
7

Jugendbuch-Couch Rezension vonJan 2023

Und plötzlich ist man Zwilling

Es hätte einer der erfolgreichsten Tage für die Studentin Mira sein sollen: Zusammen mit ihrem besten Freund und Mitstudent Eli wollte sie der Jury ihr Projekt vorstellen. Doch kurz zuvor stößt Mira zufällig auf einen Brief an ihren Vater und ihre ganze Welt gerät ins Wanken. Denn im Brief ist von einem Zwillingsbruder Miras die Rede, von dem sie bis zu diesem Moment keine Ahnung hatte. Bevor Mira ihren Vater richtig zur Rede stellen kann, steht der unbekannte Bruder, Lilac, auch schon in der beschaulichen Kleinstadt Maple Creek vor der Türe. Zusammen mit dem undurchsichtigen Josh, der sich als Beschützer von Lilac erweist. Obwohl sich Mira und Lilac zunächst mit Misstrauen bis gar abweisend begegnen, können die Geschwister nach und nach eine Beziehung zueinander aufbauen. Und auch die kalte und harte Fassade von Josh bekommt Risse. Doch tauchen plötzlich seltsame Gestalten in Maple Creek auf.

Starke Gegensätze

Autorin Alexandra Flint kokettiert in ihrem Roman stark mit Gegensätzen. Da ist die unbeschwerte Mira, die in einem behüteten Umfeld aufwächst, dort der rebellische Lilac, der in schlechten Verhältnissen aufwachsen muss und deshalb ständig seine eigenen Grenzen austestet. Gegensätze stellen auch Mira und Josh dar, sie die Helle, er das Dunkle. Schließlich auch die Eltern der Zwillinge: Der erfolgreiche und liebevolle Vater gegen die gescheiterte und unzulängliche Mutter. Diese Kombinationen geraten sehr nahe an den Abgrund eines klischeehaften Schemas und belasten den Roman stärker, als der Geschichte gut tut. Generell wird die Rolle von Josh, der quasi als New Yorker Untergrund-Boss geschildert wird, der im Hintergrund die Strippen zieht, zu einem etwas zu schweren Klotz für die Geschichte. Sie driftet mehr ins Unglaubwürdige, nicht zuletzt, da Josh grundsätzlich als umsichtiger und beschützender Mensch geschildert wird, der versucht, sowohl seine musischen Seiten wie auch die überaus sensiblen, menschlichen Gefühle hinter einer undurchdringlichen Maske zu verbergen.

Ein wenig Liebe, ein wenig Thriller

Grundsätzlich fällt es schwer, den Roman einem bestimmten Genre zuzuordnen. Er ist primär Unterhaltung und als solche kann er auch mit einigen wenigen Abstrichen überzeugen. Besonderen Tiefgang darf man sich aber nicht erhoffen. Doch ist er auch ein wenig Liebesgeschichte und ein wenig Thriller. Und hier wird’s kompliziert. Denn als Liebesgeschichte hat er zu wenig tatsächliche Romantik und zu viele andere Elemente – und als Thriller hat er viel zu viel weiche Faktoren. Dieses sich nicht entscheiden können, in welche Richtung der Roman nun gehen soll, legt sich drückend über die ganze Geschichte und man fragt sich während des Lesens immer mal wieder: Was will mir hier die Autorin denn wirklich erzählen. Möglicherweise wurde die Geschichte deshalb eher schwammig gehalten, um dem Folgeband, der zeitgleich erschienen ist, nichts vorwegzunehmen und die Leserinnen und Leser nicht nur durch den klassischen – und entsprechend ärgerlichen – Cliffhanger auf den zweiten Band einzustimmen.

Fazit

Mit ihrem ersten Maple-Creek-Roman bietet Alexandra Flint einen unterhaltsamen Einstieg in eine Geschichte, die irgendwo zwischen Liebesgeschichte und Thriller angesiedelt ist. Die gewählten Charaktere bewegen sich zwischen lieblich und geheimnisvoll, bilden aber einen Reigen, mit dem man schnell warm wird. Nur auf Tiefgang muss man hier weitestgehend verzichten.

Meet Me in Maple Creek

, Ravensburger

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