Underworld Chronicles - Verflucht

Erschienen: Mai 2021

Bibliographische Angaben

übersetzt von Stephanie Pannen; Hardcover, 304 Seiten

Band 1 von 2 aus der Underworld Chronicles-Reihe

ISBN; 9783846601242

Couch-Wertung:

2
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Nina Pimentel Lechthoff
Die Unterwelt von Detroit

Buch-Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Jul 2021

Nein, es geht nicht um Drogen, Gangs oder Kriminalität – die Unterwelt der „Underworld Chronicles“-Reihe ist gänzlich magischer Natur. Und nein, es ist keine magische Unterwelt wie man sie vielleicht in Harry Potter wiederfindet. Die magische Unterwelt von Detroit ist gefährlich. Werwölfe, Magier, Vampire, ja, sogar Trolle tummeln sich in den Schatten dieser vergessenen Großstadt. Aber für die Menschen ist die Unterwelt eigentlich ungefährlich, die magischen Wesen leben in einer Art Parallelgesellschaft, von der die normalen Menschen nichts mitbekommen.

Vom Suchen und Finden in der magischen Unterwelt

Nora Jacobs ist eine der wenigen Menschen, die von der Existenz dieser Unterwelt weiß. Vor Jahren wurde ihre Mutter von magischen Wesen umgebracht, deswegen versucht Nora seitdem, alles über diese geheime Welt und ihre Bewohner zu erfahren. Mit Informationen und ihrer Gabe gewappnet – sie hat eine Art „Frühwarnsystem“ in Form einer Vorahnung, die sie vor Gefahren warnt und kann durch Berührung die Gedanken anderer lesen – hat Nora es immer geschafft, gefährlichen Situationen zu umgehen. Doch nach einem Zwischenfall im düsteren „Underworld“ wird die magische Welt auf sie aufmerksam. Der mächtigste Vampir der Stadt will Nora und ihre Kräfte nutzen, um verschwundene Unterweltler zu finden. Widerwillig stimmt Nora zu und macht sich auf die Suche nach den vermissten magischen Wesen. Dabei findet sie einige Verbündete, dafür aber auch jede Menge Feinde.

Trigger-Warnung und noch mehr Probleme

Die Reihe „Underworld Chronicles“ ist gelinde gesagt problematisch. Angefangen damit, dass die Geschichte sich dem sogenannten „Reverse Harem“-Genre bedient. Dabei gibt es eine weibliche Hauptfigur, in die sich sämtliche männlichen Hauptfiguren verlieben. Nora hat im gesamten ersten Band mit einer einzigen weiblichen Figur ein Gespräch – nämlich als sie von einem weiblichen Mitglied der Unterwelt umgestylt wird.

Dass in „Underworld Chronicles“ anscheinend nur Typen unterwegs sind und dass diese sich mehr oder weniger auf den ersten Blick in Nora verlieben, wäre für mich nur langweilig, aber auch nicht schlimm. Zum Problem wird das aber dadurch, dass die männlichen Hauptfiguren Nora gegenüber übergriffig werden. Es kommt auch zu Situationen, die die Grenze zu sexueller Gewalt mit großen Schritten überschreiten. Die erste Seite des Buchs enthält sogar eine Trigger-Warnung. Dass aber im Laufe der Geschichte trotzdem munter sexuell übergriffiges Verhalten nicht nur dargestellt wird, sondern sogar die Schuld daran der Protagonistin gegeben wird, finde ich nicht in Ordnung. Denn mehrmals wird das Verhalten der männlichen Figuren damit begründet, dass Nora eine übernatürliche Anziehungskraft auf Männern habe. Wenn Nora mit ihnen intim wird, verlieren diese die Kontrolle und würden kein Nein mehr akzeptieren. Das ist vom Autorenpaar, das unter dem Pseudonym Jackie May steckt, meiner Meinung nach unverantwortlich. Vor allem, weil sich die Buchreihe an ein junges Publikum richtet.

So schade um die tolle Welt

Die sehr problematische Herangehensweise an die Themen ist nicht nur unverantwortlich, sondern auch sehr schade. Denn die Welt, die in Band 1 der „Underworld Chronicles“-Reihe vorgestellt wird, ist sehr spannend. Sie erinnert mich an die Vampir-Fernsehserie „True Blood“, nur dass die magische Welt nicht so offensichtlich ist. Ich würde gerne mehr darüber erfahren, wie die magischen Wesen anderswo in der Welt leben und wie diese Parallelgesellschaft funktioniert.

Fazit

Die coole Unterwelt von Detroit wird durch eine sehr problematische Herangehensweise an die übernatürlichen Anziehungskraft, die die Protagonistin auf sämtliche männlichen Figuren ausübt. Dadurch wird die Schuld an Situationen, die von Belästigung bis hin zu Missbrauch reichen, gekonnt auf die Protagonistin geschoben. Das ist v.a. im Hinblick auf die Zielgruppe alles andere als gut.

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