Der Klang der Täuschung

Erschienen: Januar 2019

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel Dance of Thieves; aus dem Englischen von Ulrike Raimer-Nolte; Hardcover, 640 Seiten

ISBN: 9783846600771

Couch-Wertung:

8

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
12345678910

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 10
0 x 9
0 x 8
1 x 7
0 x 6
0 x 5
0 x 4
0 x 3
0 x 2
0 x 1
B:70
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":1,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Thomas Breuer
Nichts ist, wie es scheint

Buch-Rezension von Thomas Breuer Jul 2019

Im Auftrag der Königin soll die junge Diebin Kazimyrah einen Verräter ausfindig machen. Dieser soll sich im Grenzgebiet Höllenrachen befinden. Dort findet die junge Frau neben ersten Hinweisen auch einen Mann, der ihr Herz schneller schlagen lässt.

Pflicht oder Liebe?

In der Welt von Mary E. Pearson gibt es drei große Königreiche. Eines davon ist das Königreich Venda; dort wächst die Protagonistin dieser neuen Romanreihe auf. Kazimyrah aus Hellnebel, kurz Kazi, gehört zu den geschicktesten Dieben des Reiches. Nicht zuletzt trägt sie den Spitznamen „Zehn“, was bedeutet, dass ihr noch nie die Finger abgetrennt wurden. Aufgrund ihrer Geschicktheit wird sie von Königin Lia angeworben.

Nach einer Ausbildung als Rahtan bekommt Kazi den Auftrag, mit ihren Gefährten nach Höllenrachen zu reisen. Dies ist ein Grenzgebiet, welches sich zu keinem Königreich bekennt. Hier soll sich der Hochverräter Illarion finden. Illarion gilt als einer der Verantwortlichen des Großen Krieges.

Da die Regenten von Höllenrachen nicht sehr kooperativ sind, bedarf es einer geschickten Diebin, den Verräter außer Landes zu bringen. Für Kazi ist dies kein unmögliches Unterfangen, wäre da nicht der neue Gebietsherrscher Jase Ballenger. Er erweckt Gefühle in ihr, die sie ihre Pflicht beinahe vergessen lassen.

Liebe oder Lüge?

Jase Ballenger ist der zweite Protagonist, aus dessen Sicht die Handlung erzählt wird. Durch den überraschenden Tod seines Vaters muss er die Nachfolge als Patrei, so die Bezeichnung des Anführers, antreten. Der Fürstensitz heißt Torfeste, von hier regiert der junge designierte Regent mit seiner Familie über Höllenrachen. Da die Familie Ballenger Höllenrachen als eigenständiges Königreich sieht, werden Besucher aus Venda nicht gerne gesehen. Nicht zuletzt da auch innerhalb der Familie Intrigen gegen Jase gesponnen werden, sieht er in den Neuankömmlingen eine weitere Bedrohung für seine Herrschaft.

Bei dem ersten Aufeinandertreffen zwischen den Ballengers und den Gesandten aus Venda werden Jase und Kazi von ihren Gefährten getrennt. Dabei geraten die beiden in die Hände von Menschenhändlern. Aneinander gekettet gelingt ihnen jedoch die Flucht. In der Wildnis sind die Diebin und der Anführer gezwungen, zu kooperieren. Auf ihrer Rückreise nach Höllenrachen kommen sich Jase und Kazi langsam näher – Jase möchte die junge Frau schließlich sogar zu sich nach Torfeste nehmen. Nur widerwillig stimmt Kazi zu.

In Wirklichkeit erhoffte sich die Diebin in die Festung zu kommen, denn bereits seit ihrem Eintreffen in Höllenrachen vermutet sie dort den Verräter Illarion

Keine leichte Kost für Einsteiger

Mit Klang der Täuschung beginnt die neue Saga Die Chroniken der Hoffnung der Autorin Mary E. Pearson. Die Schriftstellerin hat ein sehr detailreiches Werk erschaffen, welches Fantasy-Leser zügig in seinen Bann zieht. Problematisch wird die Geschichte, wenn der Leser die Welt der Autorin nicht kennt. Pearson wirft Neueinsteiger einfach so ins kalte Wasser. Auch wenn hier neue Helden eine neue Saga beginnen und die Protagonisten von Die Chroniken der Verbliebenen nur am Rande erscheinen, wäre ein Glossar bei einigen Wörtern hilfreich gewesen.

Abgesehen von diesem Manko hat die Autorin Figuren mit einer bewegten Vergangenheit erschaffen. Gekonnt wird das Vergangene in die laufende Handlung eingeflochten, sodass eine Spannung entsteht, die den Leser mitreißt.

Fazit

Klang der Täuschung ist eine durchweg spannende Fantasy-Geschichte. Einzige Voraussetzung: Man sollte zuerst die Chroniken der Verbliebenen gelesen haben. Sonst fällt es den Lesern schwer, tief in die Welt von Mary E. Pearson einzutauchen.

 

Deine Meinung zu »Der Klang der Täuschung«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
18.08.2019 11:25:03
PMelittaM

Königin Lia schickt Kazimyra von Hellnebel nach Höllenrachen, einen Verräter ausfindig zu machen. Jase Ballenger ist dort gerade der neue Patrei geworden. Seine und Kazis Wege treffen sich anders als erwartet ...

Der Roman baut auf dem „Die Chroniken der Verbliebenen“-Vierteiler auf und spielt im selben Universum, mehr kann ich dazu leider nicht sagen, denn diesen habe ich nicht gelesen. Auch der vorliegende Band wird kein Einzelband bleiben, spätestens beim Cliffhanger am Ende, der Böses ahnen lässt, wird einem das klar.

Man kann es schon dem Klappentext entnehmen: Es geht hier vor allem um Liebe. Und tatsächlich steht im Roman die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten Kazi und Jase im Mittelpunkt der Handlung. Dass beide abwechselnd in Ich-Form erzählen, trägt dazu stark bei. Oft gehen die Erzählungen der beiden ohne Zeitverlust ineinander über.

Natürlich wird auch die Hintergrundgeschichte, die Suche nach dem Verräter, nicht vergessen, kommt aber lange nicht in Schwung. Überhaupt hat der Roman oft Längen, immer wieder ist man versucht, Szenen quer zu lesen, manches, was hätte spannend sein können, wird gar nicht direkt erzählt, sondern nur im Rückblick angedeutet, wie etwa der Angriff der Hunde auf Kazi. Das mag für jene okay sein, denen es vor allem um die Beziehungsfrage geht, wenn man sich aber einen spannenden und actionreichen Roman erwartet hat, ist das enttäuschend.

Dass Action und Spannung durchaus vorkommen können, sieht man vor allem im ersten und letzten Drittel. Bereits kurz nach Beginn werden Kazi und Jase gemeinsam entführt und müssen sich, im wahrsten Sinne des Wortes aneinandergekettet den Weg zurück nach Hause erkämpfen. Hier kommen sie sich nahe, hier wird es aber auch so richtig spannend, wenn sie auf allerlei Unwägbarkeiten treffen. Gleiches gilt für das letzte Drittel, wenn Kazis Auftrag sich zu erfüllen scheint und sie sich in Bezug auf Jase entscheiden muss. Diese Szenen können zum Teil die Durststrecke in der Mitte des – mehr als 600 Seiten langen – Romans ausgleichen, sollte man überhaupt so lange durchgehalten haben. Eine Kürzung vor allem in der Mitte hätte dem Roman sicher gut getan.

Der Erzählstil der Autorin gefällt mir, er lässt sich gut lesen und weckt die Vorstellungskraft. Dass man durch die beiden Perspektiven nicht nur unterschiedliche Sichtweisen sondern auch verschiedene zusätzliche Informationen erhält, die der jeweils andere nicht kennt, verschafft dem Leser einen Wissensvorsprung, der eine gewisse Spannung schafft. Manches bleibt trotzdem relativ vage und wird erst später aufgelöst. Die Geschichte lebt u. a. auch davon, dass die beiden Protagonisten Geheimnisse voreinander haben, vieles wäre schnell geklärt, würden sie öfter ehrlich miteinander reden. Man kann aber auf Grund der Hintergrundgeschichten verstehen, dass die beiden es so halten – zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Hin und wieder habe ich das Gefühl von Unstimmigkeit, z. B., wenn Jase Kazi auf den Armen trägt, obwohl die beiden an den Beinen aneinandergefesselt sind. Das müssten schon sehr lange Ketten sein …

Scheinbar handelt es sich um ein dystopisches Setting, es wird immer einmal wieder auf die Welt der Altvorderen verwiesen, man erhält den Eindruck, dass es keine Phantasiewelt, sondern die unsere gewesen sein könnte. Magie oder ähnliches gibt es im Übrigen nicht. Die Welt ist gut ausgebaut, auch ohne die Vorgänger-Tetralogie zu kennen, kann man sich gut hineinversetzen, die beiden schön gestalteten Karten sind geeignet, um sich einen zusätzlichen Überblick zu verschaffen.

Der Roman ist eher für weibliche Jugendliche gedacht, die großen Wert auf eine Liebesgeschichte legen. Der Fokus liegt hier ganz klar darauf, auch wenn eine relativ spannende Geschichte darumherum geschrieben wurde. Leider ist die Erzählung stellenweise sehr langatmig, letztlich lohnt es sich aber, das Buch zu Ende zu lesen.