Die Spiegelreisende: Die Verlobten des Winters

Erschienen: März 2019

Bibliographische Angaben

Gelesen von Laura Maire; vollständige Lesung 13 Std. 48 Min.; Hörbuch

Band 1 von 4 aus der Die Spiegelreisende-Reihe

ISBN: 9783844533576

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Stefanie Eckmann-Schmechta
Der schöne Glanz, der Pomp, die blühenden Gärten, sie existieren nicht; doch nur sehr wenige können mit ihrem Blick zur Wahrheit vordringen.

Buch-Rezension von Stefanie Eckmann-Schmechta Mai 2019

Das junge, immer etwas zerzauste Mädchen mit dem schönen Namen Ophelia lebt ganz für ihre Arbeit; sie ist Bibliothekarin und kann mit ihren Händen die Geschichte von alten Gegenständen lesen. Außerdem kann sie durch Spiegel gehen, was der alten Bibliothek gar nicht gefällt.

Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Sie zersprang einst in viele Teile - in verschiedene Sphären.

Ophelia lebt auf Anima, wo sich einige Menschen außergewöhnlicher Fähigkeiten rühmen dürfen, denn sie haben besondere Einflüsse auf die Gegenstände, die sie umgeben. So ist Ophelias Schal wie ein lebendiges Haustier, das mit ihr eine enge Bindung eingeht und ihre Brille verändert die Farbe ihrer Gläser, je nach Gemütslage ihrer Besitzerin. Ophelia ist ein sehr ruhiges Mädchen, das sich nichts aus Äußerlichkeiten oder Oberflächlichkeit macht und ist daher auch nicht erpicht darauf, mit einem „Cousin“ aus ihrer Sphäre verheiratet zu werden.

Doch als politische Ehe arrangiert, wird sie plötzlich gezwungen, alles hinter sich zu lassen und ihrem zukünftigen Mann in dessen Sphäre, an den „Pol“, zu folgen. Die Sippschaften, die hier leben, stehen sich mehr als feindselig gegenüber.

Eine außergewöhnliche Geschichte

Christelle Dabos nimmt uns mit in eine erbarmungslose Eiswüste, deren Bewohner – die „Miragen“ – sich auf die Kunst des Täuschens und Verbergens verstehen. So gut,  dass sich die „Himmelsburg“ gänzlich der Realität und den Naturgesetzen entzieht. Der schöne Glanz, der Pomp, die blühenden Gärten, sie existieren nicht; doch nur sehr wenige können mit ihrem Blick zur Wahrheit vordringen. Sie sehen die schäbige Welt darunter. 

Es gibt am Pol unterschiedliche „Clans“, ausgestattet mit besonderen und zugleich gefährlichen Fähigkeiten, die alle um die Gunst des launischen Familiengeist Faruk buhlen. Thorn, der zukünftige Ehemann von Ophelia, stammt zum Teil von den „Drachen“ ab – eine ziemlich skrupellose und brutale Gattung, die andere durch ihre Gedanken verletzen können.

Von diesen Ideen geht ein ganz besonderer Sog aus

Christelle Dabos vermischt historische Anleihen mit Steampunk und phantastischen Elementen - so geschickt, dass etwas sehr Eigenständiges entstanden ist, das ich in dieser Komplexität schon lange nicht mehr entdecken konnte. Die besonderen Gesetzmäßigkeiten, die Zersplitterung der Welt in mehrere Teile, das Archivieren der alten Dinge, die Magie, die Schauplätze und die besondere Melancholie, die sich elegant durch die Geschichte zieht, üben einen Sog aus, der sich unmerklich einstellt und stetig zunimmt, so viele interessante Details und geheimnisvollen Begegnungen warten schon hinter der nächsten Ecke.

Ganz wie am Hof von Ludwig dem XIV., dem Sonnenkönig, herrscht Faruk eitel und grenzenlos - ganz nach Lust und Laune - und seine Höflinge eliminieren sich für seine Gunst gegenseitig – natürlich mit aller gebotenen Etikette. In einem Netz von Intrigen gefangen, muss Ophelia ihren eigenen Weg gehen und die Wahrheit hinter all dem falschen Glanz finden - dabei schwebt sie mehr als einmal in Lebensgefahr.

Die Sprache trägt diesen Palast an Ideen perfekt

Dabos Sprache ist fein geschliffen. Klar und ausdrucksvoll, passt sie hervorragend zu diesem nostalgischen Setting. Ich habe es als sehr positiv empfunden, dass auf eine präzise und zugleich atmosphärische Sprache offensichtlich viel Wert gelegt wurde - auch in der gelungenen Übersetzung von Amelie Thoma.

Die Stimme der Ophelia

Laura Marie interpretiert das komplette Hörbuch und ist - obgleich nicht in Ich-Form aber doch aus ihrer Perspektive erzählt - die Stimme Ophelias. Das zarte, zurückhaltende Mädchen, das eher leise bis geflüsterte Worte von sich gibt, trifft sie hervorragend mit vielen Zwischentönen. Auch die etwas schrulligen bis hin exzentrischen Darsteller kann sie gut einfangen. Nur bei den grimmigen und tiefen Stimmen kann sie mit ihrer hellen, mädchenhaften Stimme naturgemäß nicht so gut punkten - aber sie löst es ganz gut, indem sie etwas tiefer und manches Mal mit „zusammengebissenen Zähnen“ intoniert. Hin und wieder hätte es der Hörbuchfassung ganz gut getan, einige Einleitungen oder Abschlüsse der Dialoge bzw. der wörtlichen Rede auszulassen, da Laura Marie das schon sehr gut durch ihre Charakterisierung unterscheidbar gemacht hat.

Die Spiegelreisende, Band 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast - erscheint am 27. Juli 2019. Das Hörbuch ist vom Hörverlag bereits angekündigt. Der dritte Band - Das Gedächtnis von Babel - wird am 20. Januar 2020 erscheinen.

Fazit:

Christelle Dabos erster Band der „Spiegelreisenden“ ist ein sehr vielversprechender Auftakt zu einer neuen Fantasyreihe, die erfrischend anders daherkommt und mit einer außergewöhnlichen Protagonistin aufwartet, der man voller Sympathie immer tiefer in diesen fantastischen Kaninchenbau folgt.

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