Orangentage

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Sauerländer, 2012, Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

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Julia Behrens
Über die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens in schwierigen Zeiten

Buch-Rezension von Julia Behrens Mai 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Über die schwierige Zeit des Erwachsenwerdens in schwierigen Zeiten"

Der vierzehnjährige Darek hat es nicht leicht. Als seine Mutter noch lebte war das anders. Die Mutter wusste, wie man durchs Leben gehen muss. Doch Dareks Mutter ist tot, an Leukämie gestorben. Und so ist Darek allein mit seinem Vater, der mit allem überfordert ist und seinen Kummer in Alkohol ertränkt, und mit seiner kleinen Schwester Ema, die geistig behindert ist und um die Darek sich nun fast alleine kümmern muss. Und das, obwohl Darek mit sich selbst genug zu tun hätte. Den Tod seiner Mutter verwindet er nur langsam. Mit Marta, der neuen Haushälterin, kommt er nicht zurecht, und in der Schule drangsaliert ihn Hugo, wann und wo er nur kann, und macht dabei auch vor der unschuldigen Ema nicht Halt.

Nur mit seinem Freund Mischa kann er reden. In dessen ältere Schwester Hanka ist er heimlich verliebt. Sie riecht so wunderbar nach Orangen, und er hilft ihr bei den Physikaufgaben. Aber ob sie ihn auch so mag? - Schwer zu sagen.

Um seinen Lohn aufzubessern beginnt Dareks Vater mit einem kleinen Pferdehandel. Von seinem Freund Anton übernimmt er klapprige Pferde und peppelt sie wieder auf, damit Anton sie verkaufen kann. Ema ist begeistert, und auch Darek entdeckt bald seine Liebe zu Pferden. Nur Herr Havlik, der Nachbar, ist misstrauisch. Er mag Anton nicht, aber er lehrt Darek das Reiten. Für eine Weile scheint sich die Welt zu beruhigen. Doch als Dareks Vater auch noch seine Arbeit verliert, spitzt sich die Lage zu. Immer öfter geht er in die Kneipe, und die Familienfürsorge droht damit, Ema aus der Familie zu nehmen. Das muss Darek unbedingt verhindern, auch wenn Ema manchmal nervt. Mehr als einmal muss Darek über seinen Schatten springen und weit über sich hinauswachsen, um alles unter einen Hut zu kriegen: Ema, Hanka, die Pferde, Hugo. Und als Darek entdeckt, dass Anton tatsächlich kein solcher Pferdefreund ist, wie er vorgibt, muss er schnell etwas unternehmen. Darek muss erwachsen werden, ob er will oder nicht.

"Orangentage" ist ein wunderbares Buch über eine tschechische Kindheit. Darek erlebt eine Tragödie nach der anderen, und es fällt ihm schwer, damit umzugehen. Bis er akzeptieren kann, dass sich alles verändert hat und er sich auch selbst verändern kann, muss er einige Tiefschläge wegstecken. Am Ende jedoch ist er weit über sich hinausgewachsen und lernt, wie schwierig es oft ist, das Richtige zu tun und das Schwarz und Weiß manchmal nah beieinander liegen.

Iva Procházková hat nicht umsonst schon mehrere Literaturpreise gewonnen. Ihre Geschichten sind wunderbar eingängig geschrieben, sehr lebendig und gehen unter die Haut. Sehr einfühlsam beschreibt sie Dareks Gefühlswelt und lässt den Leser unmittelbar miterleben, wie er sich den Schwierigkeiten seines Lebens stellt und ihnen begegnet. Ein Junge, der eigentlich in viel zu großen Schuhen steckt und viel zu früh Verantwortung übernehmen muss.

Dabei wird sie nie plakativ, keine ihrer Figuren ist nur Schwarz oder nur Weiß. Alle haben sie Ecken und Kanten, auch Darek, und er muss lernen, dass man niemanden für immer auf einen Sockel stellen kann. Das macht ihn aber auch menschlicher, und am Ende des Buches hat Darek etwas Wichtiges gelernt: zu verzeihen.

"Orangentage" liest man schnell durch. Iva Procházková schafft eine so dichte Atmosphäre, das man glaubt, selbst diesen einmaligen, tschechischen Sommer zu erleben. Und man ist traurig, wenn die Geschichte vorbei ist, auch wenn man mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückbleibt.

FAZIT

"Orangentage" ist ein besonderes Buch, das auf sehr einfühlsame Weise die menschlichen Tragödien in den Blick nimmt und sie mit viel Verständnis und Weisheit erzählt, ohne je zu werten. Dadurch schafft sie eine ganz bemerkenswerte Atmosphäre, die ihre Leser das Buch auch ohne ein wirkliches Happy End mit einem Lächeln aus der Hand legen lässt. Eine bezaubernde Geschichte über die Liebe, das Leben und das schwierige Erwachsenwerden und Erwachsensein.

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