Freya und das Geheimnis der Großmutter

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Jungbrunnen, 2011, Originalausgabe

Couch-Wertung:

7

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Yvonne Schulze
Es war einmal ein kluges junges Mädchen

Buch-Rezension von Yvonne Schulze Apr 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Es war einmal ein kluges junges Mädchen"

Die 12-jährige Freya ist bisher sehr frei und naturverbunden aufgewachsen. Von ihren Eltern hat sie nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt, ihr Vater hat ihr auch sehr früh den Umgang mit Kräutern und Heilpflanzen beigebracht, so dass Freya ein für ihr Alter und ihre Zeit ungewöhnlich gebildetes Mädchen ist. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern wird Freya in die Obhut ihrer Tante und ihres Onkels gegeben, die beide sehr hartherzige Menschen sind. Der Onkel ist ein aggressiver und strenger Mann, der täglich in der Bibel liest, und die Tante ist eine ständig missgelaunte Nörglerin, der man nichts recht machen kann. Für Freya, die bisher behütet und glücklich aufgewachsen ist, beginnt eine schwere Zeit, denn statt Zuneigung und Nestwärme bestimmen Arbeit, Gefühlskälte und strenge Regeln ab sofort ihren Alltag. Die Schule, die sie zu besuchen gezwungen wird, verdient diesen Namen nicht, denn der Dorflehrer ist ein verbohrter und dummer Mensch, der außer der "Christusfibel" kein anderes Buch kennt.

Doch es ist nicht nur die Lieblosigkeit ihrer Verwandten, die Freya belastet, es ist auch die Feindseligkeit der Dorfbewohner ihr gegenüber, die sie sich nicht erklären kann. Nur in Caspar, einem armen Bauernjungen, findet Freya einen wirklichen Freund. Caspars Familie lebt in sehr ärmlichen Verhältnissen, und als Freya für Caspar eine Salbe herstellt, die der kranken Kuh der Familie helfen soll, stößt sie nicht nur bei Caspars Vater auf erbitterten Widerstand, sondern vor allem bei seiner Großmutter. Mit der Zeit erkennt Freya, dass die Ablehnung, auf die sie immer wieder stößt, mit ihrer verstorbenen Großmutter zu tun haben muss, und dass Caspars Großmutter mehr weiß, als sie zugibt. Als Freya ihrer Halbschwester Amalia begegnet, wendet sich ihr Schicksal dann endlich zum Guten.

Die Autorin Andrea Weibel erzählt in ihrem Jugendbuch die Geschichte eines tapferen jungen Mädchens. In einer bildhaften, flüssig zu lesenden Sprache spannend und flott erzählt, zieht einen die Geschichte von der ersten Seite an in ihren Bann. Dabei ist es nicht nur das Geheimnis um Freyas Großmutter, das die Handlung interessant macht. Es sind auch die vielen Gegensätze in dieser Geschichte. Das freie und unbekümmerte Leben, das Freya aus ihrem Elternhaus kennt, wandelt sich in ein einengendes und strenges Leben bei Onkel und Tante, und der verbohrte Lehrer in der Dorfschule mit seinen albernen Unterrichtsmethoden bremst Freyas Wissbegier. Betroffen machen sie auch die Arroganz und der Hochmut der Bessergestellten gegenüber den Armen; Parallelen zur heutigen Zeit lassen sich durchaus ziehen. Und als ihr Freund Casper schwer erkrankt, muss sich Freya auch noch gegen den fest verwurzelten Aberglauben zur Wehr setzen, um ihren Freund zu retten.  

Historisch? Nicht wirklich!

Laut Klappentext spielt die Geschichte Mitte des 18. Jahrhunderts. Hätte es diese Angabe nicht gegeben, man hätte die Geschichte zeitlich kaum einordnen können, denn man erfährt so gut wie gar nichts über die Zeit, in der der Roman angeblich spielen soll. Der zeitliche Rahmen bleibt ziemlich pauschal und austauschbar, die Geschichte hätte gut und gerne auch im 19. Jahrhundert spielen können.

Märchenhafte Züge nimmt die Handlung in der zweiten Hälfte an, als Freya ihre Halbschwester Amalia trifft und zu ihr zieht. Amalia führt ein selbstbestimmtes Leben und lebt als Zeichnerin im Haus eines reichen unverheirateten Insektenforschers, was für die Zeit, in der dieser Roman angeblich spielen soll, historisch völlig unrealistisch ist. Zur damaligen Zeit wäre es absolut undenkbar gewesen, dass eine unverheiratete ehrbare junge Frau wie Amalia im Haus eines alleinstehenden Mannes lebt, mit dem sie noch nicht einmal verwandt ist. Unrealistisch ist auch, dass Amalia so ohne Weiteres ihre minderjährige Schwester zu sich hätte nehmen können. Die Vormundschaft über minderjährige Waisen hatten zu dieser Zeit ausschließlich Männer. In Freyas Fall wäre das ihr Onkel gewesen und es ist kaum anzunehmen, dass dieser sittenstrenge Moralapostel seine Nichte in die Obhut einer Frau mit zweifelhaftem Lebenswandel gegeben hätte. Denn nichts anderes wäre Amalia damals in den Augen ihrer Zeitgenossen gewesen.

FAZIT

Die Autorin erzählt ein schönes und spannendes Märchen über eine sympathische Heldin, die sich nicht unterkriegen lässt, die kämpft, wo es sich zu kämpfen lohnt, und die trotz aller Widrigkeiten unbeirrt ihren Weg geht. Es ist aber auch ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Da die Autorin hier weitestgehend auf zeitgeschichtliches Hintergrundwissen verzichtet, ist dieser Roman auch für solche Leser/Innen geeignet, die bisher einen großen Bogen um historische Romane gemacht haben.

Freya und das Geheimnis der Großmutter

Freya und das Geheimnis der Großmutter

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