Sommernachtsjugendewigkeit

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2011, Originalausgabe

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Romy reist mit ihren Freunden im Sommer durch Deutschland. Egal ob im Hamburg oder Berlin, der nächste Halt heißt: Party! Da wird bei unbekannten Freunden gefeiert, diskutiert, getrunken. Und vor allem gelebt.

Eine anfangs unübersichtlich große Gruppe Teenager reist also umher. Zwischen Wodka und Schlammschlachten auf Galerieempfängen diskutiert die Gruppe über Unwichtiges, Weltbewegendes und ihre Gefühle. Da ist zum Beispiel Ben, der seine Freundin nicht mehr wirklich liebt und eigentlich mit ihr Schluss machen will. Oder aber der stille Arthur, der natürlich ausgerechnet auf das Mädchen steht, das an ihm nie Interesse zeigen würde - oder doch? Da ist Romy, die denkt, sie ist zu mehr bestimmt, und Maria, die sich ihre Bestätigung im Bett Unbekannter holt.

Wer dieses Buch aufschlägt, der findet sich wieder - auf jeder x-beliebigen Party, in jeder x-beliebigen Stadt, an der sich x-beliebige Teenager versammeln.

Das ist per se nicht schlecht: Das Bild dieser Jugendlichen ist akkurat, manchmal mehr Seelenstriptease, als einem lieb ist. Autorin Katharina Weiß hat unter anderem das Buch "Generation Geil" geschrieben und ist mit ihren zarten 17 Jahren nicht nur nah an der heutigen Teenager-Generation, sondern ein Teil von ihr. Deshalb ist ihrer Wirklichkeitsversion der Wahrheitsgehalt nicht abzusprechen. Sie zeichnet schöne Figuren, auch wenn sie manchmal auf den einen oder den anderen Charakterzug reduziert werden. Und sie zeigt reale Probleme, mit denen sich bestimmt viele Jugendliche identifizieren können. Die Dialoge schwanken zwischen Popkultur und hoher Philosophie, zwischen Jugendslang und Fremdwörter-Eskapaden. Das Leben der Jugendlichen, genau beobachtet und seziert.

Und das eröffnet die spannende Frage: Wollen Jugendliche ihr eigenes Leben im Roman in Worte destilliert vorfinden? Wollen sie ein Buch aufschlagen und dort finden, was sie sowieso schon haben? Glaubens- und Gewissensfragen, die jeder für sich selbst beantworten muss.

FAZIT

"Sommernachtsjugendewigkeit" ist ein Roman, dessen Handlung immer nur bis zur nächsten Wodkaflasche reicht, dafür aber mit vielen, liebenswerten Figuren aufwartet. Die Autorin beschreibt in wunderschönem, flüssigen Stil die Wirklichkeit vieler Jugendlicher genau – und trifft den (wunden) Punkt. Sicher ein Buch, das polarisiert.

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