Lilienblut

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • cbj / cbt, 2010, Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Almut Oetjen
Der Mann, der mich töten wird

Buch-Rezension von Almut Oetjen Apr 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Der Mann, der mich töten wird"

Sabrina Doberstein, Tochter einer Winzerfamilie, deren Tradition im Weinanbau bis 1651 zurückreicht, bekommt zum 16. Geburtstag von ihrer Mutter einen Weinberg geschenkt. Das Geschenk gefällt ihr nicht, bedeutet es doch für sie ein festgeschriebenes Leben voller Arbeit.
Mit ihrer Freundin Amelie Bogner verbringt sie den Tag am Rhein. In einem Seitenarm treffen sie auf Kilian S., einen gut aussehenden Mann auf einem festsitzenden alten Kahn. Sabrina und Amelie verlieben sich auf den ersten Blick in Kilian. Die sofort entstehende Konkurrenz verschlechtert die Stimmung.

Amelie verabredet sich für den Abend mit Kilian und wird am nächsten Tag tot aufgefunden. Die Polizei hält Kilian, der verschwunden ist, für den Mörder. Sabrina versucht herauszufinden, wer Amelie ermordet hat. Winzersohn Lukas Kreutzfelder hilft ihr. Werden sie den Mörder finden? Was hat eine frühere Tat, der Mord an der 22-jährigen Liliane S. aus Koblenz, mit den heutigen Ereignissen zu tun?

Eine naive Heldin und andere reizvolle Charaktere

Eine jugendliche Ermittlerin in einem Jugendkrimi ist von der Idee her natürlich nichts Neues. Sabrina ist jedoch ein wenig naiv.
Ein Stück weit zieht der Roman seine Spannung aus seiner Heldin, der wir bei ihren Ermittlungen nah sind, und der Tatsache, dass wir den Täter schon recht früh erahnen.
Man mag Sabrina für zu naiv halten, weil ihr viel entgeht und sie nicht immer sofort die richtigen Schlüsse zieht. Aber dann vergessen wir nur, dass sie ein Teenager ohne Erfahrungen mit Verbrechen und deren Aufklärung ist. Sabrina ist eine durchschnittliche Schülerin, nicht besonders beliebt, eher verschlossen und freiwillig im Schatten der zwei Jahre älteren Amelie. Im Verlauf der Handlung durchläuft sie eine nachvollziehbare Entwicklung zu einer eigenständigen und selbstbewussten Person.
Sabrinas Mutter Franziska, eine hübsche Mittvierzigerin, und deren Freund, der Psychologe Michael Gerber, sind angenehm gezeichnete Figuren. Franziska geht davon aus, dass Sabrina glücklich ist, weil die Tochter wenig mehr macht, als Signale auszusenden, die sie oftmals nicht wahrnimmt, nicht zuletzt, weil sie im täglichen wirtschaftlichen Überlebenskampf genug mit ihren Problemen zu tun hat.
Kilian ist, der Story angemessen, geheimnisvoll. Lukas ist nur vordergründig ein sympathischer Junge.
Die Geschichte weist ein paar Längen und einige kitschige Stellen auf.

Zitat:
"Er küsste sie, wie sie noch nie in ihrem Leben geküsst worden war. Er umarmte sie nicht, er berührte sie nicht, und seine Lippen ließen alles, was Sabrina jemals über die friedliche Zärtlichkeit von Küssen geträumt hatte, in einem aufgewühlten Meer von Sehnsucht ertrinken."

Sehr schön ist es der Autorin gelungen, das Lokalkolorit einzufangen. Sie nimmt sich viel Zeit für die Entwicklung der Alltagswelt Sabrinas, eine kleine Welt, die man so oder ähnlich kennt. Ihr Stil ist filmisch, sie schreibt sehr bildorientiert.

Charles Bukowski und die vier Jahreszeiten

Der Roman ist in vier Abschnitte unterteilt, die nach den vier Jahreszeiten benannt sind. Zwischen die Kapitel, deren Hauptfigur Sabrina ist, hat die Autorin kürzere Abschnitte eingefügt, die die Sicht einer der männlichen Figuren wiedergeben. Beide Erzählebenen sind in anderer Schrift gesetzt und in der dritten Person gehalten. Die Sicht der männlichen Figur, die namentlich später bekannt wird, rückt die Erzählung in die Nähe zur Mysterygeschichte.

Sabrina liest zwischendurch, wenn sie beunruhigt ist, im Tagebuch Amelies. Es gibt wiederholt Hinweise auf den Dichter Charles Bukowski. Auf den Seiten 114 bis 115 ist vollständig die Originalversion seines Gedichts "Layover" abgedruckt, an anderer Stelle zitiert die Autorin aus Bukowskis "Big Night On The Town". Bukowski, so heißt es einmal im Roman, wäre nicht Charles Bukowski geworden, wäre er als Heinrich Karl Bukowski in Andernach geblieben, der kleinen Stadt, in der er 1920 geboren wurde. Bukowski musste fortgehen, um anzukommen. Wie es sich bei Sabrina verhält, die zu Beginn des Romans aus Andernach fortgehen will, darüber gibt das Ende Aufschluss.

FAZIT

"Lilienblut" ist ein spannender Jugendthriller, der seine Geschichte vor einer sehr gut inszenierten Kulisse erzählt. Manch langweilige Passage und die Möglichkeit der frühen Entlarvung des Täters schmälern den Lesegenuss nicht, den diese Geschichte um die Suche nach Heimat und das Erwachsenwerden eines Teenagers bietet.

zum Hörbuch-Tipp

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