Skinned (1)

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • script5, 2008, Titel: 'Skinned', Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Almut Oetjen
Ich weiß, wer ich bin. Oder?

Buch-Rezension von Almut Oetjen Mär 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Ich weiß, wer ich bin. Oder?"

In einer entfernten Zukunft lebt die siebzehnjährige Lia Kahn ein perfektes Leben. Ihre Eltern sind wohlhabend und verfügen über einen ausreichend hohen Bonus, das Zahlungsmittel der Zukunft, um nahezu alles kaufen zu können. Lia ist genetisch aufgewertet, schön und beliebt. Bis sie in einen tödlichen Autounfall gerät.

Lia wacht im Krankenhaus auf und kann sich nicht bewegen, kann ihren Körper nicht spüren. Ihre Erinnerungen und ihr Bewusstsein wurden in einen computergesteuerten künstlichen Körper übertragen, der menschlich aussieht. Die Bezeichnung für diese Seinsform ist "Skinner", "MechHead" oder "Maschine".  Lia will kein Skinner sein. Noch weniger aber will sie nicht mehr existieren. In diesem seelischen Durcheinander hilft ihr ein Skinner, das Mädchen Quinn, das sie in der BioMax-Klinik kennenlernt, überleben zu wollen.

Es gibt Menschen, die ethische Bedenken gegen die für seelenlos gehaltenen Skinner haben. Es gibt Menschen, die nichts lieber sein wollen als diese neue Seinsform. Und es gibt Menschen, die die Skinner hassen, weil sie unsterblich sind. Lia muss sich mit Diskriminierung auseinandersetzen, ihr Freund Walker kann ihre Gegenwart nicht mehr ertragen, ihre Freunde scheinen sich gegen sie zu stellen. Sie weiß nicht, wie sie in ihrem neuen Leben zurecht kommen soll. Lia will herausfinden, was es bedeutet, ein Skinner zu sein. Sie muss alles neu lernen, Laut- und Körpersprache, wie man sich bewegt. Sie ist ein Wesen, das nicht atmet, nicht essen und verdauen muss, nichts fühlen und lieben kann. Aber bald schon lernt sie, dass sie durchaus zu einer Art von Gefühlen fähig ist, allerdings zu heftigen, denen starke Reize vorausgehen müssen.

In der Schule wird sie Gegenstand einer Diskussion darüber, ob sie ein Mensch ist und dieselben Rechte für sie gelten wie für Menschen. In einer Welt, in der Eltern ihre Kinder genetisch tunen lassen können, wird Lias einziger Freund ein Junge, dessen Mutter auf das Tuning ihres Sohnes keinen Wert gelegt hat. Auden Heller, der Außenseiter, Brillenträger, keine Schönheit.

Skinner

Robin Wassermans "Skinned Trilogy" hat kürzlich ein Makeover erfahren, wurde umbenannt in "Cold Awakening Trilogy" und erhielt ein neues Erscheinungsbild. Der erste Band, "Skinned", heißt jetzt "Frozen". Der deutsche Titel ist "Skinned".

Skinner sind Computer, ausgestattet mit einer menschlichen Identität, versehen mit synthetischem Fleisch und umhüllt mit einer sich selbst reinigenden künstlichen Haut. Sie halten 50 Jahre. Bewusstseinsinhalte werden gespeichert, Sicherungen von Hirnscans erstellt, so dass eine Übertragung in einen neuen mechanischen Körper jederzeit möglich ist.
Skinner sind zwar hoch entwickelt, aber anfällig für Fehlfunktionen. So bleibt Lia einmal auf dem Schulhof bewegungslos stehen. Sie friert gleichsam ein wie ein Computer. Die Verbindung zwischen ihrem Körper und ihrem Nervennetzwerk ist unterbrochen. Lia muss zur Wartung gebracht werden. Sie wird dadurch erst recht zum Gespött ihrer Mitschüler.

Ist Lia Lia?

Die Geschichte wird konsequent aus Lias Perspektive erzählt. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Zoe hält ihre große Schwester Lia für eine Maschine, die vorgibt, Lia zu sein und nur mit ihrem Bewusstsein und ihren Erinnerungen ausgestattet ist. Für ihren Freund Walker ist Lia ein Monster, und er schläft irgendwann lieber mit Zoe. Lia gerät in eine Gruppe von MechHeads, die ihre Grenzen ausloten will.
Am Ende des ersten Teils der Trilogie hat Lia sehr viel erlebt, extreme Erfahrungen mit sich und ihrem Umfeld machen müssen, und geht daraus irritiert hervor. Die Geschichte beginnt und endet mit den gleichen Aussagen:
"Lia Kahn ist tot. Ich bin Lia Kahn."

"Skinned" ist ein Jugendroman mit glaubwürdigen Figuren und Handlungen. Der wissenschaftliche Rahmen, bestimmt durch Forschungstendenzen in der Genetik und der Künstlichen Intelligenz, die Wasserman in die Zukunft fortschreibt, ist nicht Hintergrund, sondern Schwerpunkt der Erzählung.
Die Hauptfiguren sind bis auf eine alle Vertreter der privilegierten Schicht, wir erleben gewissermaßen Zukunft von oben. Wie diese Welt für die Menschen aussieht, die keinen Zugang zu den behandelten Entwicklungen haben, wird allenfalls knapp angedeutet. Vielleicht bieten die Fortsetzungen hier mehr.

"Skinned" geht der Frage nach, was ein Mensch ist. Werden wir zum Menschen durch unsere organische Beschaffenheit, weil wir aus Fleisch und Blut bestehen, dann ist die Perspektive der Orgs genannten Menschen auf die MechHeads oder Mechs korrekt. Werden wir durch unser Bewusstsein, unsere Erinnerungen zum Menschen, dann sind vielleicht auch die Mechs welche. Die dritte Perspektive, dass wir durch die Verbindung der beiden ersten zu Menschen werden, bietet sich als die überzeugendste an. Aber soweit geht "Skinned" nicht. Es bleibt abzuwarten, wie die Trilogie sich weiter entwickelt. Es deuten sich reizvolle Möglichkeiten an, so die Frage nach dem Verhältnis von persönlicher Freiheit und Programmierbarkeit des Menschen und der Maschine.

Jenseits dieser sehr interessanten Thematik schreibt Wasserman anrührend darüber, wie sich ein schwerer Unfall auf das Leben eines Menschen, auf sein Verhältnis zu den Menschen in seinem persönlichen Umfeld auswirkt.

FAZIT

Robin Wasserman erzählt in "Skinned" eine spannende Zukunftsgeschichte und behandelt mit der Frage nach dem Wesen des Menschen ein wichtiges Thema auf zugleich ernsthafte und unterhaltsame Weise.

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