Girl Parts - Auf Liebe programmiert

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Baumhaus, 2011, Titel: 'Girl parts', Originalausgabe
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Die nahe Zukunft. David Sun ist Sohn reicher Eltern und einsam – trotz seiner vielen Freunde. Bei ihm wird eine dissoziative Störung festgestellt, das heißt, dass er nicht in der Lage ist, sich emotional an andere zu binden. So geht es vielen Heranwachsenden in dieser Zukunftsvision, weil sie ihr Leben – in der Schule und zu Hause – online verbringen und nur zum sinnlosen Alkoholkonsum ihren Bildschirm verlassen. David bekommt als Heilmittel eine Roboter-Freundin, die einem "normalen" Mädchen zum Verwechseln ähnlich ist – zumindest "obenrum". Sie heißt Rose und soll ihm beibringen, wie man eine Beziehung führt und sich um andere Menschen kümmert. Ihre Mission: David lieben. Das geht aber nur zu schnell schief ...

Sie ist mal wieder düster, die Zukunft. Und die Jugend – wie so häufig – nicht mehr zu retten. Doch abgesehen von einer depressiven Grundstimmung zeichnet John Cusick durchaus glaubwürdige Charaktere, die ihren Platz in der Welt suchen.
Selbst Rose, das naiv-fröhliche Robotermädchen, gewinnt man lieb, da sie mit der Zeit eine eigene Persönlichkeit entwickelt und sich somit kaum von ihren fleischlichen Gefährten unterscheidet.
Das Buch verbindet eine Welt, in der jeder online ist und Roboter-Freundinnen auf der Tagesordnung stehen, mit aktuellen Problemen der heranwachsenden Generation. Und diese Probleme sind: Alkohol, Verbote, Sex, Liebe – und vor allem die Suche nach der eigenen Persönlichkeit.

Ganz zum Schluss noch ein kleiner Wehmutstropfen: Anstelle eines schönen, runden Endes gibt es nur einen unbefriedigenden Cliffhanger. Wo sind die Bücher hin, die nicht mit einem großen Fragezeichen enden?

FAZIT

"Girl Parts - Auf Liebe programmiert" lässt sich sehr gut und spannend lesen. Die Figuren haben nachvollziehbare Gründe für das, was sie tun. Sie sind glaubwürdige Teenager, in denen sich der Leser wiedererkennen kann.
Die Geschichte selbst ist interessant aufgebaut und meistens auch logisch. Ob man Autor John M. Cusick allerdings abnimmt, dass ein Roboter, der ins Wasser fällt, eine eigene Persönlichkeit entwickelt - und nicht etwa einen Kurzschluss erleidet - bleibt jedem selbst überlassen.

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