Allein unter Schildkröten

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • mixtvision, 2010, Titel: 'sokeord: ayotzintli', Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

Leser-Wertung

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Corinna Abbassi-Götte
von der Traurigkeit und dem Leben

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Mär 2012

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "von der Traurigkeit und dem Leben"

[Buch des Monats - März 2012]
Mikke scheint ein Junge wie jeder andere zu sein. Er hat ein paar Freunde, mit denen er sich trifft, eine Freundin, kümmert sich um den am Down-Syndrom leidenden Sverre, seine Eltern sind getrennt, zu seinem Stiefvater hat er ein gutes Verhältnis.
Die Abende und Nächte verbringt er häufig vor seinem PC, führt dort unter anderem eine Art Online-Tagebuch, einen Blog also.
Wir Leser haben ausschließlich teil an Mikkes Blog-Einträgen, durch die wir in kurzen Schlaglichtern erfahren, dass er sich sehr für Biologie interessiert, in welchem Umfeld er sich bewegt, mit welchen Personen er zu tun hat und wie er seine Tage verbringt. Er scheint ein nachdenklicher und recht häufig trauriger, einsamer Typ zu sein. Eigentlich sind dies wenige Informationen, doch genug, um ein Bild von Mikke und seinem Leben zu bekommen.

In der Mitte des Buches ändert sich die Perspektive schlagartig und Mikkes Mutter kommt zu Wort, verändert und komplettiert das bereits fertig geglaubte Bild. Und den Abschluss des Buches bildet schließlich ein recht kurzer dritter Teil mit Erinnerungen und Gedanken der Personen, die man durch Mikke und seine Mutter kennengelernt hat.

Man weiß nicht so recht, was da auf einen zukommt, wenn man die erste Seite von "Allein unter Schildkröten" aufschlägt, und da man sich ganz klar überraschen lassen sollte, will ich hier auch gar nicht so viel verraten.
Doch ein paar Worte zu Mikke kann man natürlich schon sagen.
"Mikke ist zerrissen zwischen Glücksgefühlen der ersten Liebe und tiefer Traurigkeit" kann man bereits auf dem Buchumschlag lesen. Sein Buchteil wird zudem eingeleitet mit der Überschrift "Suchwort ´einsam’ – Mikkes Tagebuch". Und genau dieser Eindruck wird - wie könnte es auch anders sein - sehr schnell bestätigt. Man beginnt, seine Blog-Einträge zu lesen und fragt sich irgendwann immer öfter, was ihn dazu treibt, all die Dinge zu schreiben, die er schreibt. Ob Privates oder Informationen über Meeresschildkröten, die bedrückende Stimmung, in der sich Mikke häufig befindet, bleibt einem natürlich nicht verborgen, beunruhigt aber irgendwie auch nicht in allzu hohem Maße, gehört ein gewisses Maß an Traurig- oder Bedrücktheit doch irgendwie zum Erwachsenwerden dazu. Phasenweise jedenfalls. Und war es nicht schon immer eher so, dass man viel eher in sein Tagebuch (oder in seinen Blog) schreibt, wenn mal nicht alles so rund läuft? Zugegeben, immer wenn die Sorgen dann doch größer werden, kommt Sverre ins Spiel oder berichtet Mikke von seiner Freundin Siri. Er scheint nicht allein zu sein. Aber irgendwie ist er es letztendlich doch.

Der anschließende Teil, in dem wir Mikkes Mutter kennenlernen, gleicht einem plötzlichen Schlag ins Gesicht. Völlig entsetzt muss man erst einmal einige Male tief durchatmen.
Es ist schon so, dass man sich der Grundstimmung, die in diesem Teil herrscht, nicht entziehen kann. Dass Marit Kaldhol bereits ohne große Einführung und ohne große Rahmenhandlung ein komplexes Bild hat entstehen lassen, allein durch Mikkes Blogeinträge, haben wir bereits gemerkt. Dass sie nun durch poetische, klare Bilder die Situation von Mikke und seinem Umfeld verändert, vertieft und eine in gewisser Weise eine im Nachhinein verschärfte Bedeutung gibt, ist überraschend und bewundernswert.
Und in dieser durch und durch bedrückenden Stimmung und mit diesem Wissen schließlich driftet man in die Erinnerungen und Gedanken der anderen ab.

FAZIT

Marit Kaldhol entwirft in wenigen Worten und mit großem Einfühlungsvermögen das bedrückende Bild eines zerrissenen Teenagers. Glück und Trauer liegen nah beieinander, und das Glück schafft es nicht, die Traurigkeit zu vertreiben. Doch was geschieht, wenn dies nicht gelingt?
"Allein unter Schildkröten" schickt den Leser durch tiefe Emotionen, rüttelt ihn ein wenig auf und lässt ihn mit dem Kopf voller Gedanken zurück.

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