Bryony - Rebellin unter Feen (1)

  • Hanser
  • Erschienen: Januar 2011
  • Hanser, 2009, Titel: 'Faery Rebels: Spell Hunter (Knife)', Originalausgabe
Bryony - Rebellin unter Feen (1)
Bryony - Rebellin unter Feen (1)
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Liebesgeschichten zwischen Mensch und Vampir, Werwolf und Außerirdischem kennt man ja schon. Doch ein Fabelwesen wurde bis jetzt nicht beachtet: Die Fee.
Ein Kulturaustausch der besonderen Art pflegt R. J. Anderson in ihrer Feen-Trilogie um das Eichenvolk. Den Beginn mach die Rebellin Bryony.

Seit das Feenvolk ihre Zauberkraft verloren hat, versteckt sich der Stamm unter Königin Amaryllis in einer Eiche. Nur zur Nahrungssuche verlassen die Feen ihren Baum, ansonsten sind Ausflüge für die zarten und vom Aussterben bedrohten Wesen zu gefährlich.
Doch die junge Draufgängerin Bryony will nichts lieber, als die Welt außerhalb der Eiche kennen zu lernen, und erhält dazu mit ihrer Ausbildung zur Jägerin auch Gelegenheit.  
Doch kaum im Garten, beginnt sie sich auch für die Menschen zu interessieren. Schnell entwickelt sich zwischen Bryony und dem querschnittsgelähmten Jugendlichen Paul eine enge Freundschaft und mehr. Das muss aber im Geheimen bleiben, denn der Kontakt zu Menschen ist den Feen verboten. Doch warum? In alten Aufzeichnungen findet Bryony Hinweise, dass Feen und Menschen früher eng zusammenlebten.

Das Cover des Buches "Bryony – Rebellin unter Feen" wirkt einfallslos und trist. Aber der Schein trügt. Die Geschichte zwischen den Buchdeckeln ist alles andere als langweilig. Autorin Rebecca J. Anderson geht weit über die klischeehafte Vorstellung der kleinen Fabelwesen hinaus, indem sie das Leben des Eichenvolks liebevoll beschreibt.
Feen, das macht sie uns schnell klar, sind mehr als nur tanzende Gute-Laune-Macher. Sie fliegen nicht – viel zu gefährlich.
Das Volk lebt vom Tauschhandel. Freundschaft oder Güte kennen sie nicht. Bei ihnen wird nur mit Gegenleistung gehandelt. Das führt bei Bryonys Begegnung mit dem Menschen Paul zu Missverständnissen. So versucht die kleine Byrony beispielsweise, ihm eine Federspitze abzuhandeln, die sie als Waffe im Kampf gegen die tödlichen Raben verwenden will. Paul will ihr das für ihn wertlose Ding schenken – das Prinzip eines Geschenks versteht Bryony nicht.
Feen sagen auch nicht "Danke". Dass Paul dieses Wort so oft benutzt, findet Bryony verrückt: In der Feenwelt bedeutet ein einfaches Danke eine lebenslange Verpflichtung.
Doch bei all dem Kultur- und Größenunterschied wird ihre Beziehung immer enger. Und nur zusammen können sie das Rätsel lösen, warum sich Menschen und Feen entzweit haben.

Obwohl der Erzählstil manchmal ein wenig konfus wirkt und Situationen ohne nennbare Trennung ineinander überlaufen, ist "Bryony – Rebellin unter Feen" ein gutes Buch. Anders als epische Fantasy-Bücher, in denen gleich die ganze Welt gerettet wird, konzentriert sich die Autorin R. J. Anderson auf eine Eiche und ein kleines Volk. Sie schafft somit große Nähe zu den Figuren und erzählt eine große Geschichte.

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