Nach dem Sommer (1)

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • script5, 2009, Titel: 'Shiver - The Wolves of Mercy Falls', Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Almut Oetjen
Jahreszeiten einer romantischen Liebe

Buch-Rezension von Almut Oetjen Nov 2011

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Jahreszeiten einer romantischen Liebe"

Die siebzehnjährige Grace Brisbane lebt mit ihren Eltern in Mercy Falls, Minnesota. Als Elfjährige wurde sie im Winter von Wölfen angefallen und von einem Wolf mit gelben Augen vor dem hungrigen Rudel gerettet. Seitdem liebt sie Wölfe, die sie im Winter vom Hinterhof ihres Elternhauses aus im angrenzenden Waldgebiet Boundary Wood beobachtet. Ihr Vater ist den ganzen Tag aus beruflichen Gründen nicht zu Hause. Ihre Mutter ist Künstlerin, hat ein Atelier im Obergeschoss des Hauses und ist häufig zerstreut, beeinträchtigt durch Terpentindämpfe und lösungsmittelhaltige Farben. Nach einer Gehaltserhöhung des Vaters mietet sie ein Atelier in der Stadt.

Bei einer Jagd auf die Wölfe wird einer von ihnen am Hals verletzt. Grace findet kurz darauf vor dem Haus einen angeschossenen nackten Jungen. Sie fährt ihn ins Krankenhaus und bringt ihn anschließend in ihrem Zimmer unter, ohne dass die Eltern es bemerken. Sein Name ist Samuel K. Roth, kurz: Sam. Er ist ein Jahr älter als Grace und der Wolf mit den gelben Augen. Sam möchte mit Grace möglichst viel Zeit verbringen. Es ist sein letzter Sommer als Mensch. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zarte und seltsame Liebe.

Sympathische Hauptfiguren

Grace ist eine liebenswerte und starke Figur. Weil ihre Eltern selten zu Hause sind, musste sie schon früh lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Sie ist in der Lage, Sam in seiner emotionalen Schieflage zu unterstützen und ihre eigenen Bedürfnisse dabei zurückzustellen. Auch in den Momenten abnehmender Hoffnung ist sie ihm eine große Hilfe. Und das, obwohl sie durchaus Angst hat, vor den Wölfen, vor dem, was sie mit oder ohne Sam erwartet.
Sam wurde im Alter von sieben Jahren von Geoffrey Beck gebissen. Beck rettete Sam vor seinen Eltern, die ihn töten wollten, und ist seitdem für ihn eine Vaterfigur. Sam ist ein eher altmodischer Typ, mitunter verlegen, sehr sensibel. Seine Gefühle drückt er eher in Liedtexten als im Gespräch aus. Er liebt Lyrik, und es gelingt ihm, Grace dafür zu interessieren.

Sind die Gestaltwandler Wölfe, ist Paul der Alpharüde. In ihrer menschlichen Gestalt hingegen werden sie geführt von Beck, der Anwalt und Besitzer eines Hauses ist, in dem sie während der warmen Jahreszeit unterkommen. Beck wurde von Paul zum Werwolf gemacht.

Zwei Perspektiven

Die Geschichte wird aus zwei Ich-Perspektiven erzählt. Dabei wird nicht regelmäßig zwischen Sam und Grace gewechselt. Die Kapitel sind durchnummeriert, ergänzt um den Namen Sam oder Grace und eine Temperaturangabe. Durch die Perspektivwechsel werden keine Brüche erzeugt, im Gegenteil ist der Erzählfluss sehr harmonisch. Die größeren Erzählanteile liegen bei Grace. Durch die beiden Sichten auf die Geschichte erfahren wir viel über das Innenleben von Sam und Grace und über die sozialen Gruppen, denen sie zugehörig sind. Wir lernen die beiden "Rudel" kennen, in denen sie sich bewegen.

Ein anderer Zugang zum Thema Werwölfe

Der Originaltitel "Shiver" bezeichnet nicht den Schauer, der sich in der Erzählung oder beim Lesen eines Horrorromans einstellt. Vielmehr ist das Frösteln gemeint, das die Gestaltwandler an ihre bevorstehende Transformation erinnert.

Der deutsche Titel "Nach dem Sommer" stellt dagegen ab auf den zeitlichen Aspekt dieser Verwandlung, die mit den nächsten winterlichen Temperaturen einsetzen wird. Je länger jemand schon ein Wolf ist, desto wärmer muss es sein, damit er sich wieder in einen Menschen verwandelt. Wie lange der Gestaltwandel erfolgen kann, ist ungewiss. 

Stiefvaters Werwölfe sind keine traditionellen Halbwesen, die sich bei Vollmond verwandeln und dann aussehen wie eine Mischung aus Mensch und Tier. Während des Sommers sind sie Menschen, während des Winters Wölfe.

Die Wölfe haben Erinnerungen an ihre menschliche Existenz. Sie sehen die Welt nur anders, haben keine menschlichen Gefühle. Die einzige Möglichkeit, jenseits des Wölfischen miteinander zu kommunizieren, besteht für sie in der Übermittlung kleiner Gedankenbilder. Für die meisten Gestaltwandler ist die wölfische Existenz eine Belastung, eine Art Krankheit, die sich verschlimmert, wenn es kalt ist, wie Sam Grace erklärt.

Irgendwann kommt für jeden von ihnen die Zeit des letzten Sommers als Mensch. Dann müssen sie alles aufgeben, auch Menschen, die sie lieben. Stiefvater verstärkt die traurige Seite des Werwolfmythos’. Im Kern erzählt "Nach dem Sommer" keine Werwolfsgeschichte, sondern eine melancholische Geschichte von der Liebe und dem Kampf um diese Liebe, als sie bedroht ist.

FAZIT

"Nach dem Sommer" ist der erste Band einer Trilogie, die im Original "The Wolves of Mercy Falls" genannt wird. Der Roman wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Jugendbuch des Monats Dezember 2010 gewählt.

Auch wenn es Unterschiede gibt, so kann man doch problemlos Ähnlichkeiten mit Stephenie Meyers "Bis(s)"-Reihe sehen. Sam und Grace sind durchaus literarische Verwandte von Edward und Bella. Der Schluss des Romans, beziehungsweise die Handlung, die diesen Schluss ermöglicht, ist absonderlich. Aber bis dahin erzählt Maggie Stiefvater eine inhaltlich ansprechende und berührende Liebesgeschichte, die sprachlich über dem Durchschnitt der Dark Fantasy liegt.

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