Tschick

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Rowohlt, 2010, Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Corinna Abbassi-Götte
kurioser Roadtrip der anderen Art

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Nov 2011

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "kurioser Roadtrip der anderen Art"

Zwei 14-jährige auf einem Roadtrip in die Walachei – "Tschick” beginnt kurz vor dem Ende des Trips, der direkt so viele Fragen aufwirft, dass man gespannt darauf ist, was eigentlich passiert ist.
Und Ich-Erzähler Maik berichtet natürlich sofort, beginnt aber einige Zeit früher, indem er von Tschick erzählt, dem neuen russischen Schüler mit dem Aussehen eines Mongolen.
Tschick, der oft betrunken in die Schule kommt, in abgewetzter Kleidung, und rabiate Schüler aus den oberen Klassen mit Russenmafia-Drohungen in Zaum hält. Der nicht wirklich aktiv, sondern eher recht gleichgültig auftritt. Maik findet ihn merkwürdig, und doch freundet er sich irgendwie mit ihm an, als er von seinen Eltern verlassen die Sommerferien allein verbringen muss.
In einem geklauten Lada Niva geht es Richtung Walachei und hinein in ein kurioses Abenteuer, in dem beide merken, dass es durchaus auch eine ganz Reihe von hilfsbereiten, aber gleichzeitig ganz schön sonderbaren Menschen gibt.

"Tschick” besticht vor allem durch seinen gradlinigen Humor und seinen trockenen Erzählstil. Wirklich lustig ist es nicht, wenn man sich einmal darüber Gedanken macht, dass Tschick betrunken in die Schule kommt und niemand etwas dagegen tut, oder dass Maiks Vater vor den Augen seines Sohnes mit seiner Geliebten in den Urlaub aufbricht, während seine Mutter mal wieder in einer Entzugsklinik ist.
Lakonisch, ehrlich und immer direkt aus der Sicht der beiden Jugendlichen erzählt Wolfgang Herrndorf hier von einem verrückten Roadtrip. Besonders erwähnenswert sind hier vor allem die Dialoge. In perfektem Schlagabtausch glänzen beide durch ihr Halbwissen, und allzu deutlich wird immer wieder, dass ein Begriff durchaus mehrere Bedeutungen haben kann.
Die Walachei gibt es wirkllich - sie ist keine bloße Erfindung für ein Sprichwort. "Der Steppenwolf" ist ein Buchtitel - und eine Band.
Unvollständiges Wissen mit Überzeugung geäußert, weil man es ja nicht besser weiß, reizt in vorliegender Dialogform schon extrem die Lachmuskeln und gibt der Story nicht nur einmal einen leicht absurden Anstrich.
Und doch denkt man stets: Ja, so ist es! Wolfgang Herrndorf weiß, wie sich zwei 14-jährige unterhalten und worüber sie sich Gedanken machen. Er weiß, wie groß das emotionale Desaster ist, wenn man nicht zur Geburtstagsparty der Angebeteten eingeladen ist, und dass man unangenehme Dinge einfach verdrängt oder in seiner vollen Tragweite gar nicht erst versteht. Die Ausfälle der Mutter in einem spaßigen Aufsatz zu verarbeiten - was für ihn normal und lustig ist, ist für ältere Semester tragisch bis abstoßend. Aber so erwachsen ist Maik ja auch noch nicht, als dass er das begreifen könnte. So wurschtelt er sich irgendwie durch seinen Schulalltag und sein Leben.
Dass Maik und Tschick ebenfalls recht unerfahren und einer fixen Idee zur Folge zu ihrem Roadtrip starten – auf dem Tiefkühlpizza und Dosen ohne Öffner einfach nicht der passende Reiseproviant sind -, zeigt einmal mehr, dass sich vor allem Maik in sein erstes großes Abenteuer stürzt.
Was die beiden erleben, ist für den Leser genauso überraschend wie realistisch.

"Tschick” wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2011 (Kritikerjury, Sparte Jugendbuch) ausgezeichnet. Ohne eine vom Verlag angegebene Altersbegrenzung wird jedoch deutlich, dass dieses Buch wohl für Jugendliche ab 14 (und Erwachsene) geeignet ist. Herrndorf besitzt das Talent, mit den Jugendlichen auf Augenhöhe zu bleiben. Er weiß, wie sie denken, sprechen, womit sie sich beschäftigen und, vor allem, wie sie agieren. Sowohl Maik als auch Tschick sind zwei völlig normale Jungs, die nicht über sich selbst hinauswachsen, sondern einfach (recht abenteuerliche) Erfahrungen sammeln und dabei ein Stück erwachsen werden, aber gleichzeitig eben nicht wirklich etwas dazulernen.

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