Kaputte Suppe

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2008, Titel: 'Broken Soup', Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

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Corinna Abbassi-Götte
ein Foto, das alles verändert

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Okt 2011

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "ein Foto, das alles verändert"

Im Supermarkt steht plötzlich dieser Junge hinter Rowan, der ihr ein Foto-Negativ reicht, das sie angeblich verloren hat. Rowan hat das Negativ noch nie gesehen, doch da der Junge nicht locker lässt und ihr sein Beharren peinlich ist, steckt sie es schließlich ein, vergisst es aber bald. Erst durch Bee, die sie kurz darauf Bee kennenlernt und die die Szene beobachtet hat, erinnert sie sich wieder an das Negativ. Auf ihr Drängen entwickelt sie es schließlich.
Der Schock ist groß, als sie auf dem Foto das lachende Gesicht ihres Bruder sieht, der etwas mehr als zwei Jahre zuvor ums Leben gekommen ist.
Rowans Familie ist danach auseinandergebrochen. Ihre Mutter hat sich vollständig ihren Depressionen ergeben, sie selbst kümmert sich um ihre kleine Schwester Stroma, vor dem Vater, der hin und wieder vorbeikommt, verheimlicht Rowan die wahren Zustände im Haus. Rowan ist Mutter, große Schwester und Haushälterin in einem, viel zu viel Verantwortung für eine 15-jährige, die auch noch ein eigenes Leben führen sollte.

Als sie Bee kennenlernt, die ein wenig älter als sie ist, findet sie das erste Mal eine Freundin, vor der sie sich nicht vollständig verstecken muss. Bee lebt mit ihrem Vater und dem 2-jährigen Sonny zusammen, und auch bei ihr scheint es keine klassische heile Welt zu geben.
Durch Bees Drängen lernt sie auch noch den Jungen, der ihr das Negativ "aufgedrängt" hat, besser kennen. Harper ist mit einem umgebauten Krankenwagen auf einer Art Weltreise und in London gestrandet, bleibt ein wenig, um Rowan Gesellschaft zu leisten.

Jenny Valentine bietet mit "Kaputte Suppe" einen Roman, der das wahre, ungeschönte Leben zeigt. Rowan ist ein sympathisches, bodenständiges Mädchen, das sich ganz versteckt hinter sämtlichen Pflichten und der übergroßen Verantwortung, die sie trägt, die Hoffnung auf ein wenig Glück bewahrt hat.

Ihre Familie ist nie über den Tod ihres Bruders hinweggekommen, hat den Schritt vom Schicksalsschlag zurück in den harmonischen Alltag nicht geschafft. Obwohl man Rowan von Seite zu Seite mehr bewundert – sie ist eine viel zu früh erwachsen gewordene, überaus starke junge Frau – weiß man doch, dass es so auf Dauer nicht gut gehen kann. Sie darf ihrer Schwester kein Mutterersatz sein, und sie darf die Krankheit ihrer Mutter nicht dauerhaft vertuschen.
Durch Bee und Harper zeigt ihre Fassade schließlich Risse, und sie muss erkennen, dass sie Hilfe braucht.

Auf welche Weise Jenny Valentine Rowan diesen Prozess durchleben lässt, ist ungemein fesselnd, durch ihre trockene, ungeschönte Erzählweise sehr emotional und stets authentisch. Mädchen wie Rowan gibt es, kleine Schwestern wie Stroma gibt es, Weltreisende wie Harper gibt es, und tragische Todesfälle wie Jacks gibt es auch. Depressive Mütter und blinde Väter gibt es natürlich ebenso. Und dass Brüder bzw. Söhne ein - "geheimes" und unbekanntes - Leben außerhalb der Familie führen, gibt es natürlich ebenso.
Gerade durch diesen Bezug zur Realität berührt "Kaputte Suppe".
Die Spannung steigt beträchtlich durch die Frage, wie Rowan aus dieser ungesunden Situation herauskommt. Was wird sie wachrütteln, damit sich etwas ändert?
Wird sie selbst aktiv, oder trifft jemand anders die Entscheidung für sie?
Doch auch ohne das anvisierte Ziel saugt man die Seiten nur so auf, denn Jenny Valentines bloße Beschreibung des beschwerlichen Alltags ist fesselnd. Große Gefühle, die man sämtlichst nachvollziehen kann, ziehen den Leser in seinen Bann, lassen ihn schlucken, aber hin und wieder auch mal schmunzeln.

FAZIT

Mit "Kaputte Suppe" bietet Jenny Valentine eine faszinierende und überaus sensible Mischung, in der Tragik und Humor, Freundschaft und Verantwortung die wichtigsten Zutaten sind.
Mit viel Einfühlungsvermögen, stets lebensnah und immer ein wenig lakonisch nimmt die Autorin uns (wieder einmal) mit auf eine Reise, in der trotz vieler Talsohlen stets Hoffnung, Trost und schöne Momente warten.

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