Pastworld

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Loewe , 2009, Titel: 'Pastworld', Originalausgabe

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Der Themenpark "Pastworld" zeigt London im 19. Jahrhundert. Etliche Besucher pilgern täglich durch die engen Gassen. Schauspieler stellen "Einheimische" dar, die ein authentisches Feeling vermitteln sollen. Unter ihnen ist auch Eve, die im Themenpark groß wurde und keine andere Welt kennt. Sie bricht aus ihren behüteten Zuhause aus und wird verfolgt – warum, weiß sie nicht.

Caleb ist nur zu Besuch in Pastworld, wird aber des Mordes verdächtigt und muss in den Untergrund abtauchen – denn in Pastworld ist alles authentisch, auch die grausame Gesetzgebung der damaligen Zeit. Ihm droht also die Todesstrafe. Dass das Schicksal der beiden eng miteinander verknüpft ist, erfahren sie erst im Laufe der Zeit.

Disneyworld ist der größte Themenpark der Welt? Nicht mehr im Jahr 2048. Die Buckland-Cooperation hat das viktorianische London nachgebaut. Unzählige enge Gassen, Schlupflöcher und heruntergekommene Häuser sind nicht nur sehr echt, sondern locken auch allerlei Gesindel an. Gestalten mit nicht ganz so touristenfreundlicher Gesinnung leben im Untergrund und nennen sich die "zerlumpten Männer". Ihr Anführer ist der Super-Kriminelle mit dem Namen "Phantom". Dessen Verhaftung führt Scotland Yard an seine Grenzen – denn die Polizisten der Zukunft dürfen nur mit Methoden des 19. Jahrhunderts ermitteln.

Das London unter Queen Viktoria mit Sherlock Holmes, Jack the Ripper, Oscar Wilde und Charles Dickens erregt seit jeher die Fantasie der Abenteurer und ist der "Wilde Westen" für Europäer. Einen Science Fiction-Roman in diese Zeit zu versetzen, ist nicht nur innovativ, sondern verspricht Großes: Der Tower of London oder Big Ben, Whitechapel und die Themse. Das Bild von London ist geprägt von solch bekannten Orten. Doch anstatt einen vor Lokalkolorit sprühenden Roman bekommen wir irgendeine dreckige, verratze Stadt vorgesetzt, die auch in Wales, Deutschland oder Timbuktu liegen könnte. Der Wiedererkennungswert ist gleich Null. Das enttäuscht – vor allem, da der Autor Ian Beck selbst in London lebt.

Davon abgesehen ist das strenge Regelwerk des Themenparks absolut nicht nachvollziehbar. Gelegentlich geköpfte Touristen kann kein Themenpark – strebt er noch so sehr nach Authentizität – als Kollateralschaden auf die Jahresendrechnung setzen. Im Disneyland sind sicher auch keine Äpfel vergiftet, nur, dass man Schneewittchens Lage nachvollziehen kann. Dass selbst richtige Verbrechen wie die des Mörders "Phantom" das Regelwerk nicht außer Kraft setzen – so dass die Polizisten mit Pauken, Trompeten und Hubschrauber über ihn herfallen können – ist schlicht unlogisch.

Ein anderes Problem des Romans ist die emotionslose Grausamkeit. Da gibt es blutbesudelte Leichenhallen und über die Stadt verstreute Tote, doch wirkliches Entsetzen kommt selbst beim beschützt aufgewachsenen Caleb nicht auf. Überraschend ist auch, wie schnell sich der Junge aus der Zukunft an die alte Welt gewöhnt, ohne auch nur einen Gedanken an sein Handy oder das Fernsehprogramm zu verschwenden.

FAZIT

Alles in allem erfüllt der Roman die hohen Erwartungen nicht. Das alte London ist nicht wiederzuerkennen, das Grauen geht in der Ignoranz der Betrachter unter. Dialoge sind oft nicht zielgerichtet. Trotzdem erzählt das Buch eine durchaus spannende Kriminalgeschichte und beherbergt den einen oder anderen liebenswerten Charakter. Wer einmal angefangen hat, der wird das Buch auch zu Ende lesen – und wird mit einer verblüffenden Auflösung belohnt.

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