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Siebenbürgen Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Es ist die Heimat der Siebenbürger Sachsen, der deutschstämmigen Minderheit in Rumänen. Und hier lebt auch die 16jährige Agnes mit ihren Eltern. Es sind die letzten Jahre der Ceausescu-Diktatur. Das Land ist bankrott und es herrscht Mangelwirtschaft. Je weiter es mit dem Land bergab geht, desto grausamer wird die Unterdrückung durch den Staat, umso hirnrissiger werden die von der Regierung erlassenen Gesetze, für deren Einhaltung einer der schlimmsten Geheimdienste sorgt, die Sekuritate. Während das Volk tagtäglich mit der Armut kämpft, leben die Regierungsmitglieder und ihre Helfershelfer in Saus und Braus. Doch wie in vielen ehemaligen Ostblockstaaten brodelt es auch in Rumänien gewaltig unter der Oberfläche, ist das Volk nicht mehr bereit, sich unter dem Deckmäntelchen des Sozialismus knechten zu lassen. 

Wie viele Angehörige der deutschstämmigen Minderheit, spielen auch Agnes' Eltern mit dem Gedanken, nach Deutschland auszuwandern. Der Vater kehrt irgendwann von einem Verwandtenbesuch in Deutschland nicht mehr zurück und die Mutter nutzt kurz danach einen Aufenthalt in Ungarn, um ebenfalls nach Deutschland zu fliehen. Agnes steht auf einmal ganz allein da. Zutiefst verunsichert und wütend auf ihre Eltern kommt sie zuerst bei ihrer Tante Erika unter, wo sie es aber nicht lange aushält. Sie zieht kurzerhand zu ihrer Großmutter Puscha, die sie kaum kennt, denn über Puscha wurde in Agnes' Familie nie gesprochen. Puscha sträubt sich anfangs, die ihr fremde Enkelin aufzunehmen. Sie  tut es aber dennoch und die beiden schaffen es auch irgendwie, sich zusammenzuraufen.

Doch Anna hat noch ein paar andere Probleme als die Wut auf ihre Eltern und die Angst, wie es mit ihr weitergehen soll oder die schlechte Versorgungslage. Anna findet heraus, dass es in ihrer Familie auch einige gut gehütete Geheimnisse gibt und es gelingt ihr nach und nach, diese aufzudecken.

Und als ob das nicht schon genug wäre, macht Anna auch noch erste Erfahrungen mit der Liebe. 

In Puschas Haus leben auch noch Petre und sein Vater Misch. Agnes findet schnell Gefallen an Petre und verliebt sich in ihn. Doch Petre bleibt ihr gegenüber reserviert, auch wenn er Agnes hier und da zu verstehen gibt, dass er sie ebenfalls mag. Aber irgendetwas stimmt nicht mit Petre und es dauert auch gar nicht lange, bis Agnes herausfindet, dass Petre für den Untergrund arbeitet. Schließlich kommt es, wie es kommen muss. Petre wird verhaftet und Agnes gerät in die Fänge des Geheimdienstes.  Agnes, die anfangs eine kratzbürstige Zicke ist, muss nach und nach erwachsen werden und sich irgendwann entscheiden, ob sie ihrer Heimat den Rücken kehrt und zu ihren Eltern nach Deutschland geht oder bei ihrer Großmutter in Rumänien bleibt.

Die Autorin Karin Bruder ist selbst in Rumänien geboren und aufgewachsen, bevor sie 1970 nach Deutschland kam. Sie erzählt anhand der Schicksale von Agnes und ihrer Familie und Freunde sehr anschaulich, wie schwer das Leben in einer Diktatur ist.  Auch wenn sich das Buch einem sehr ernsten Thema widmet, ist es doch alles andere als düster. Aufgelockert wird die Geschichte immer wieder durch die quirlige Puscha und ihren Humor, denn diese Frau ist eine Überlebenskünstlerin und ein Organisationstalent und sie hat sich trotz der schwierigen Lebensumstände eines erhalten: ihre Lebensfreude.

Der Sprachstil der Autorin ist mitunter sehr direkt.  Sie lässt Agnes ihre Geschichte als Ich-Erzählerin selbst erzählen, wobei sie kein Blatt vor den Mund nimmt und die Dinge beim Namen nennt. Die Dialoge sind teilweise mit Siebenbürger Dialekt eingefärbt, dadurch wirken die Gespräche sehr authentisch, sie sind aber trotzdem sehr gut zu verstehen. Außerdem verwendet die Autorin auch landestypische Begriffe. Das Glossar im Anhang hilft bei Verständnisproblemen und erklärt die verwendeten Begriffe.

FAZIT

Ein fesselndes, spannendes und flott erzähltes Jugendbuch über ein düsteres Kapitel rumänischer Geschichte und eine bewegende Schilderung des schwierigen Lebens der Menschen in einer grausamen Diktatur. Ein schönes anspruchsvolles Buch nicht nur für junge Leser. 

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