Der Lilienpakt

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Ueberreuter, 2011, Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

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Rita Dell'Agnese
In die Welt der Musketiere eintauchen

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2011

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "In die Welt der Musketiere eintauchen"

Christine möchte nichts lieber, als den langweiligen Hauswirtschaftsunterricht gegen Fechtstunden eintauschen. Doch für eine französische Comtesse im Jahr 1643 schickt sich das nicht. Als sie – dem Kampf mit dem Degen nachträumend – ihre entsetzte Lehrerin mit einer Sticknadel traktiert,  hat ihr Vater ein Einsehen und erfüllt ihren sehnlichsten Wunsch. Noch ahnt er nicht, welch unschätzbaren Dienst er seiner Tochter damit erweist. In einer stürmischen Gewitternacht muss die junge Comtesse – verborgen in einem Geheimgang – miterleben, wie ihre Familie und alle Bediensteten des Schlosses ermordet werden. Sie schwört Rache, muss zunächst aber bei einem Waffenschmied Unterschlupf suchen, da sie nicht weiß, ob die Mörder ihrer Familie auch nach ihr suchen. Ihr zur Seite steht Jules, der Sohn des Waffenschmieds. Von Paris aus zieht sie Erkundigungen ein und erkennt, dass hinter dem Mord die Organisation "Schwarze Lilie" steht. Nachdem ein verborgener Hinweis ihres Vaters sie zu den Musketieren der Königin schickt, tritt sie als verkleideter Page in die Dienste des Musketiers d’Athos. Nach und nach kommt sie einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur.

Wer mag es der jungen Comtesse schon verdenken, dass sie lieber Fechtstunden nimmt, als Blumen zu sticken? Corina Bomann versetzt sich sehr gut in die Gedankenwelt der 17-jährigen Christine, die ihren Freiheitsdrang nur mühsam unterdrücken kann. Geschickt erzählt die Autorin einiges darüber, wie es in den Adelshäusern des 17. Jahrhunderts zu geht und was die Gesellschaft in dieser Epoche von einer jungen Frau erwartet. Dagegen kann auch Christine sich nicht vollständig auflehnen. Dass ihre ganze Familie beim Überfall der schwarzen Lilie stirbt, nimmt die junge Frau sehr mit. Auch hier zeigt Corina Bomann großes Geschick, mit den durcheinander wirbelnden Gefühlen ihrer Heldin umzugehen. Und nicht nur das: Sie macht es auch möglich, dass die modernen jungen Leserinnen und Leser diese Gefühle ebenfalls nachvollziehen können.

Obwohl es sich hier um einen historischen Roman handelt, unterscheiden sich die Bedürfnisse von Christine und dem nur knapp älteren Jules nicht von jenen der heutigen jungen Menschen. Sie möchten beweisen, dass sie in der Lage sind, einem gefährlichen Geheimnis nachzuspüren und werfen so manchen gut gemeinten Rat oder auch mal ein Verbot über den Haufen. Dabei schweben beide immer wieder in großer Gefahr, die sie nur teilweise richtig einordnen können. Ihre zaghaften Gefühle füreinander erleben die beiden vor dem Hintergrund, dass in ihrer Zeit eine Verbindung zwischen einem Schmied und einer Adelstochter schlicht unmöglich ist. Sie schieben dieses Wissen zwar von sich, lehnen sich letztlich aber nicht dagegen auf. Zu sehr wurde ihnen eingebläut, wo ihr natürlicher Platz ist.

Es gelingt wohl nur wenigen Autorinnen und Autoren, was Corina Bomann mühelos schafft: Die Geschichte "Die drei Musketiere" in wesentlichen Bereichen in ein ganz anderes Licht zu rücken, ohne dass sie damit dem literarischen Werk von Alexandre Dumas Abbruch tut. Sie schildert das Leben der Musketiere und verzichtet dabei auf eine gewisse Verklärung, die man angesichts der geschickten Kämpfer in den letzten Jahrhunderten gegenüber diesem Teil der französischen Geschichte entwickelt hat. Besonders der Einblick, den sie in das Leben des großen Musketiers d’Athos gewährt, ist höchst aufschlussreich.

FAZIT

Alles in allem schreibt Corina Bomann zwar über eine längst vergangene Epoche, aber durchaus keinen angestaubten Roman. Sie bringt die richtige Mischung zustande zwischen Schilderung der damaligen Verhältnisse und Fiktion. Und sie kann die Spannung, die sie von Anfang weg aufbaut, über das ganze Buch hinweg halten. Wer gerne historische Romane mag, wird hier einen ausgereiften und überzeugenden Roman in Händen halten, der auch sprachlich angenehm zu lesen ist.

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