Geheimnisvolles Vermächtnis

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Bloomsbury, 2010, Titel: 'Fallen Grace', Originalausgabe

Couch-Wertung:

7

Leser-Wertung

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Rita Dell'Agnese
Aus Liebe zur Schwester ...

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Aug 2011

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Aus Liebe zur Schwester ..."

Für Grace ist seit dem frühen Tod der Mutter nichts mehr in Ordnung. Die 15-Jährige versucht, sich und ihre Schwester Lilly, die geistig zurückgeblieben ist, über Wasser zu halten. Doch was Grace auch tut, es wird immer schwieriger, genügend Geld zu verdienen, um das bescheidene Dach über dem Kopf nicht zu verlieren. Als Grace ein Baby erwartet, wird alles noch schlimmer, die beiden Mädchen drohen unterzugehen. Denn die Gesellschaft im London des 19. Jahrhunderts ist unerbittlich. Weder Grace noch Lilly ahnen, dass sie verzweifelt gesucht werden. Ein zwielichtiger Bestattungsunternehmer, der die Notlage der Schwestern ebenso erkannt hat, wie die Zusammenhänge zwischen der Suchanzeige in der Zeitung und den Mädchen, will das Geheimnis nutzen, um sich zu bereichern. Doch da ist auch noch James, der wackere Anwaltsgehilfe, dessen Herz beim Anblick von Grace höher schlägt.

Mary Hooper nimmt ihre Leserinnen und Leser durch ihren Roman mit ins Elendsquartier "Seven Dials", das 1861 in London zu den düstersten Orten gehört. Sie versucht, nichts schön zu malen, sondern erzählt davon, wie die Menschen unter schlimmen Verhältnissen hausen und Hunger wie auch Schmutz allgegenwärtig sind. Das tut sie so intensiv, dass es nicht viel braucht, um das Gefühl zu haben, mitten in "Seven Dials" zu stehen. Die Verzweiflung von Grace und ihrer Schwester wird fühlbar, und man vermag sich kaum dem Drang zu entziehen, einzugreifen und den beiden Mädchen Hand zu bieten, um aus dem Elend heraus zu kommen. Denn Mary Hooper schreibt so eindringlich und überzeugend, dass die Geschichte regelrecht lebendig wird.

Es wird schnell klar, dass zwischen Grace und James mehr ist als nur Sympathie. Und es ist auch kein grosses Geheimnis, dass es sich bei den beiden gesuchten Mädchen um Grace und Lilly handeln muss. So gibt es kaum Überraschungen, vieles ist voraussehbar. Trotzdem kann man das Buch nur schwer aus den Händen legen. Denn die Schilderung, wie sich die beiden Mädchen versuchen, über Wasser zu halten, macht betroffen und berührt. Dabei will Mary Hooper keineswegs einfach Kritik an der besseren Gesellschaft üben. Sie versucht, mit dem Blick damaliger Menschen zu erklären, weshalb es Grace und Lilly nicht gelingen will, sich aus dem Elend zu befreien. Genau dadurch wird die Geschichte so lebensnah.

Wer das Buch fertig gelesen hat, wird wohl noch eine ganze Weile über das Gelesene nachdenken müssen. Darüber, wie man sich selber in der Situation verhalten hätte und ob Grace immer richtig gehandelt hat. Denn hin und wieder würde man ihr am liebsten zurufen, sie möge inne halten und sich besinnen. Um ihr Leben zu meistern – und für ihre Schwester da zu sein – geht Grace manchen Weg, den nicht jeder gehen möchte. Sie wird vor Entscheidungen gestellt, bei denen schon von Anfang an klar ist, dass weder das eine noch das andere dem verzweifelten Mädchen helfen würde. Und nicht immer mag man ganz verstehen, weshalb sich Grace so verhält.

"Geheimnisvolles Vermächtnis" ist nicht das Intensivste der Bücher von Mary Hooper. Aber es ist das Buch, das von seinem ganzen Aufbau am ehesten an den bekannten Schriftsteller Charles Dickens erinnert, der es wie kein Zweiter verstanden hat, die düsteren Seiten von London aufzuzeigen und die Klassenunterschiede deutlich zu machen. So lohnt es sich auf jeden Fall, sich ganz auf die Geschichte einzulassen und es der Autorin nachzusehen, wenn es da und dort etwas gar seicht wird. Insgesamt gesehen ist "Geheimnisvolles Vermächtnis" ein tolles Buch, das von einer schwierigen Epoche erzählt.

FAZIT

Hier liegt eine Geschichte vor, die zwar 1861 spielt, die aber in vielen Bereichen noch immer aktuell ist. Die intensive Schilderung von Elend und Verzweiflung lassen nicht unberührt. Da die Erzählung sehr feinfühlig und lebendig ist, mag man es verzeihen, dass es ein wenig an Spannung mangelt.

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