Das Lied der Träumerin

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Fischer, 2011, Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

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Corinna Abbassi-Götte
von der Liebe, dem Leben und einem Traum

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Mär 2011

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "von der Liebe, dem Leben und einem Traum"

"Für mich ist ein Träumer jemand, der ein festes Ziel vor Augen hat. Jemand, der sich mit Haut und Haaren ins Leben stürzt, um seinen Traum zu verwirklichen. Jemand, der es wagt, für seinen Traum zu leben." 

[Jugendbuch des Monats - April]
Jana Angelia ist eine Träumerin.
Nach dem frühen Tod ihres Vaters beschließt sie, nach London und damit in sein Heimatland zu gehen, um dort als Sängerin erfolgreich zu werden.
Die Liebe zur Musik hat sie von ihm geerbt. Als talentierter Pianist hat er jedoch nie den Durchbruch geschafft. Daran ist einzig und allein ihre Mutter Schuld, meint Angelia, die ihn mit ihrem Sicherheitsdenken und ihrer Risikounfreudigkeit erstickt hat.
Nach einem Disput mit ihrer Mutter, die Angelias Beweggründe in keiner Weise nachvollziehen kann, bricht sie auf.
Über das Internet hat sie sich bereits ein WG-Zimmer in einer kleinen Villa, die den Brüdern Josh und Jeremy gehört, organisiert. Während sich Josh als Angelias Seelenverwandter herausstellt und ein wahrer Sonnenschein ist, fasziniert der attraktive Jeremy sie durch seine distanzierte, ja fast schon gefühllose Art.
Dass über beiden Brüdern ein finsterer Schatten liegt, sieht Angelia schnell. Das Zusammenleben dürfte also aufregend werden.
Während Angelia ihrem Traum treu bleibt, einen Job findet und sogar auf die Vergangenheit ihres Vaters stößt, gerät sie immer intensiver zwischen die beiden Brüder und muss auf dem Weg zu ihrem Ziel nicht nur einen Rückschlag verkraften.
Doch sie lässt sich nicht entmutigen, auch wenn alles darauf hindeutet, dass sie sich vor dem Erreichen ihres Ziels zunächst einmal ihrer eigenen Vergangenheit stellen muss.

Angelia ist ohne Zweifel eine außergewöhnliche junge Frau. Sie ist voller Euphorie und Lebenslust und scheut sich nicht, dies jedem zu zeigen. In der Öffentlichkeit laut singen, mit geschlossenen Augen ganz allein tanzen, eine Box umklammern, um den Bass im ganzen Körper zu spüren – dies alles ist normal für Angelia. Sie ist stets optimistisch, verliert nie den Mut und sieht in allem das Positive. Sie kann sich nicht vorstellen, ihren Traum, eine große Musikerin zu werden, nicht zu erreichen. Die Worte "Aufgeben" und "Versagen" gehören einfach nicht zu ihrem Wortschatz.
Und dabei besitzt sie die erstaunliche Fähigkeit, andere mit ihrem Enthusiasmus und ihrer Euphorie anzustecken. Es ist also kein Wunder, dass sie in Josh ihren Seelenverwandten sieht, für den das Tanzen dieselbe Bedeutung hat wie für sie selbst die Musik, und der ebenfalls keinerlei Probleme damit hat, seine positive Energie zu zeigen.
Obwohl die beiden das Abkommen treffen, niemals über den Schatten auf seiner Seele zu sprechen, macht sich Angelia mehr und mehr Gedanken.
Zu Jeremy fühlt sie sich gegen jede Vernunft hingezogen. Er ist das komplette Gegenteil von ihr und kann vor allem ihre fast schon penetrant positive Lebenseinstellung nicht nachvollziehen. Er ist auf der Suche nach Antworten, doch die Fragen kennt Angelia nicht.

Tanya Stewner stellt uns mit Angelia, Josh und Jeremy drei sehr unterschiedliche und in gewisser Weise extreme sowie gegensätzliche Charaktere vor. Vor allem Angelia und Jeremy scheinen nichts gemeinsam zu haben, obwohl sie durchaus voneinander profitieren. Jeremy versucht, Angelias sprühende Lebenslust zu verstehen, während Angelia versucht, hinter seine Fassade zu blicken und zu erfahren, auf welche Fragen er Antworten sucht.
Josh befindet sich genau zwischen beiden, als würde er das Gleichgewicht halten.

Auf der einen Seite gibt es also Angelias Leben mit den beiden Brüdern, das immer mehr in den Mittelpunkt ihrer Gedanken rutscht. Auf der anderen Seite gibt es ihren beständigen Traum, mit ihrer Musik erfolgreich zu werden. Und dann sind da immer noch ein paar ungelöste familiäre Probleme, die sie von Deutschland mit nach London genommen hat.
Doch trotz aller Umwege und Rückschläge sieht Angelia ihren Weg ganz klar vor sich und lässt sich nicht von diesem abbringen.

Auf Tanya Stewners Homepage erfährt man, dass sie ungefähr zehn Jahre an "Das Lied der Träumerin" gearbeitet und ihre ganze Seele hineingelegt hat. Aus diesem Grund hat sie gezögert, das Manuskript einem Verlag anzubieten. 
Glücklicherweise hat sie sich doch getraut! Denn nicht nur die spannende Geschichte, sondern vor allem die eindringliche Umsetzung fasziniert. Tanya Stewner hat eine ganz besondere Art, Emotionen zu wecken. Ob der Tod des Vaters, das Unverständnis der Mutter, die kühle Arroganz Jeremys oder der hinter der sonnigen Fassade mit sich kämpfende Josh – als Leser ist man schnell bereit, sich auf die unterschiedlichen Charaktere einzulassen.
Hinzu kommen die intelligenten Gespräche, die Angelia mit Josh und Jeremy führt. Da Jeremy sehr belesen ist, streut er bei jeder Gelegenheit Zitate von Literaten, Musikern oder Philosophen ein. Das Besondere an ihren Gesprächen ist in erster Linie die Annäherung an ein Thema aus verschiedensten Blickwinkeln, und natürlich geht es meist um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.
So ist das in gewisser Weise schockierende Ende nicht nur mutig, sondern vor allem die logische und einzige Konsequenz aus dem Vorangegangenem. 
Der rote Faden der Geschichte ist aber natürlich die Musik. Begleitend zu Angelias Stimmungen fließen passende Songs aus sämtlichen Stilrichtungen ein.

FAZIT

Intelligente Gespräche, eine tiefgründige Story, interessante Charaktere – hier passt alles zusammen. Ob diese Story realistisch ist oder nicht, spielt nur eine untergeordnete Rolle, denn als Metapher für die Bedeutung des Lebens kann man sich ihr nur schwer entziehen.
Das Leben genießen und für seine Träume kämpfen, Lebensfreude spüren und sich selbst treu bleiben, den Mut, das Leben zu genießen, niemals verlieren - das ist es, was der Leser trotz des zweifelsohne mutigen aber dennoch einzig möglichen Endes hoffentlich mitnimmt.
"Das Lied der Träumerin" hat ganz sicher das Potenzial zum Kult-Buch!

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