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Corinna Abbassi-Götte
ein faszinierendes Unterwasser-Abenteuer

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Feb 2011

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "ein faszinierendes Unterwasser-Abenteuer"

Die Welt im Jahr 2018.
Eigentlich gar nicht mal so anders, doch neue Technologien erlauben es den Menschen, die Weltmeere recht effizient auszubeuten. Der 16jährige Leon gehört zu den sogenannten Flüssigkeitstauchern. Durch eine besondere Atmungsmethode und einen speziellen Taucheranzug ist es ihm möglich, bis hinab zum Meeresgrund zu gelangen. Dort sucht er mit seiner Partnerin, einer Krake, nach Mineralquellen. Leon und Lucy können tagelang unter Wasser bleiben, und Leon fühlt sich in der Tiefsee mittlerweile wohler als an Land.
Wenn er nicht gerade im Wasser ist, befindet er sich in einer Tiefseestation, wo er Teil eines kleinen Teams von Tiefseetauchern ist. Zusätzlich besitzt jeder der Taucher ein Meerestier als Partner, mit dem er lernen muss zu kommunizieren. Dass Leon und seine Krake Lucy sich per Gedankenkraft unterhalten können, ist allerdings Leons gut gehütetes Geheimnis.

Leon ist sofort sympathisch in seiner bedingungslosen Liebe zum Meer. In seinem Leben hat er mehr Zeit unter als über Wasser verbracht. Nach dem Unfalltod seiner Eltern ist er zwar von Tim, einem Freund seiner Eltern, adoptiert worden, doch die Vaterrolle passte nie so recht zu Tim.  
Als Leon bei einem seiner Tauchgänge in eine sauerstoffarme Zone gerät, ihn sein Anzug plötzlich nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt und er fast erstickt, bemerkt er das erste Mal, dass etwas nicht stimmt. Kurz darauf erfährt er, dass es nicht nur eine dieser Todeszonen gibt, und Verzweiflung packt ihm, als ihm das Tauchen untersagt wird.
Zeitgleich wird Carima, ein junges Mädchen, in die Ereignisse hineingezogen. Von Anfang an kommt sie sehr sympathisch und vor allem interessant rüber, denn offensichtlich ist, dass sie einen dicken, aus einem unechten Lächeln bestehenden Schutzpanzer um sich errichtet hat. Sie leidet sehr unter der Trennung ihrer Eltern und dem damit verbundenen Gefühl, aus dem Familienleben ihrer neu verheirateten Mutter ausgeschlossen zu sein.
Doch gerade ihre Mutter ermöglicht ihr im Mutter-Tochter-Urlaub einen Aufenthalt in der Tiefseestation, wo Carima und Leon sich schließlich kennenlernen, sofort interessiert aneinander sind und sich sehr zögerlich anfreunden.
Als Leon schließlich auf eigene Faust versucht, herauszufinden, was es mit den Todeszonen und anderen besorgniserregenden Vorkommnissen im Meer auf sich hat, und gezwungenermaßen an Land gehen muss, gibt es nur Carima, die ihm helfen kann.

Katja Brandes und Co-Autor Hans-Peter Ziemek entwerfen das faszinierende Bild einer Welt, die es heute bereits gibt, die sich aber durch Forschungen und neue Technologien ein wenig verändert hat. Die Kommunikation mit Meerestieren steckt im Jahr 2018 zwar noch in den Kinderschuhen, andere Dinge funktionieren mit gewissen Einschränkungen aber schon wunschgemäß. Dass bei den Forschungen großer Unternehmen nicht alles rechtens und zum Wohl der Umwelt zugeht, ist bittere Realität.
Die Ansiedelung in der nahen Zukunft ist klug gewählt und verstärkt den erschreckend realistischen Eindruck. Und genau dies macht den Reiz der Geschichte aus: Diese Geschichte ist möglich - oder vielleicht bereits in ähnlicher Form geschehen?!

Hinzu kommt, dass "Ruf der Tiefe" perfekt in den Trend der Öko-Thriller passt. Die Natur schlägt zurück, weil der Mensch nicht sorgsam mit ihr umgegangen ist. Todeszonen und ihre Auswirkungen erschüttern die Menschen und fordern Tribut, verbreiten unvorstellbare Gefahr. Die Beklemmung wächst, je öfter merkwürdige Phänomene im Meer auftauchen. Vor allem die Darstellung des leuchtenden Meeres und die erst viel später einfließende Erklärung dafür machen betroffen.

Hinzu kommt die wunderschön und sehr ruhig Freundschafts- und Liebesgeschichte. Von Anfang an fühlen Leon und Carima sich zueinander hingezogen, wenngleich Unsicherheit und Missverständnisse zunächst zwischen ihnen stehen. Leon und Carima haben es beide nicht leicht gehabt, haben beide einen Schutzwall um sich herum aufgebaut und müssen nun lernen, dem anderen zu vertrauen. Dies berührt, nicht zuletzt, weil es so sensibel und authentisch geschildert ist. Neugierig und gespannt verfolgt man, wie sich die beiden immer näher kommen. Außerdem ist da noch Lucy, Leons beste und einzige Freundin, die ihn überallhin begleitet, um die er sich immer größere Sorgen macht und die dem Leser umgehend genauso ans Herz wächst wie Leon selbst.

Während die Tiefseewelt, die Brandes und Ziemek auf faszinierende Weise entstehen lassen, völlig realistisch rüberkommt und gerade durch nicht zu überzogene Neuerungen, wie beispielsweise die Lächel-Funktion an einer Kamera, nicht überzogen wirkt, können manche Aktionen von Carima allerdings nicht vollständig überzeugen. Wie sie Leon schließlich an Land hilft wirkt nicht sehr realistisch, sondern eher wie eine kleine Aneinanderreihung von unglücklich  konstruierten Zufällen.
Doch dies fällt nicht weiter ins Gewicht, denn die spannende Geschichte und der Wunsch, Leon und Carima gemeinsam handeln zu sehen, überwiegt alles.
Zurück bleibt der Leser mit einem etwas mulmigen Gefühl und hoffentlich dem Vorhaben, die Umwelt mehr zu achten und die Augen offenzuhalten.

FAZIT

Brandis und Ziemek bieten einen Zukunfts-Thriller, der zum einen durch seine interessanten, vielschichtigen Charaktere und zum anderen durch die faszinierende Unterwasserwelt als Kulisse besticht. Mit großer Spannung verfolgt man, wie Leon und Carima herausfinden wollen, was es mit den Todeszonen auf sich hat, und sich dabei näherkommen.  
Besonders gelungen ist zudem die Ansiedelung im nicht allzu fernen Jahr 2018 und die damit verbundene unaufdringliche Einflechtung neuer Technologien, durch die der Leser die liebenswerte Krake Lucy kennenlernen und ins Herz schließen darf.
Hoffentlich sind weitere Abenteuer von Lucy, Leon und Carima in Planung!

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