Blood on my Hands

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Carlsen, 2010, Titel: 'blood on my hands', Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

Leser-Wertung

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Corinna Abbassi-Götte
mehr als eine Mörderjagd

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Dez 2010

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "mehr als eine Mörderjagd"

Zwei Jahre nach den furchtbaren Ereignissen in Soundview erschüttert erneut ein Verbrechen den kleinen, beschaulichen Vorort von New York.
Das It-Girl der Schule, Katherine, ist ermordet worden, und ausgerechnet Cal findet ihre Leiche, greift nach der Tatwaffe und wird im nächsten Moment aufgestöbert.
Handy-Fotos sind schnell gemacht, und Cal wird mit dem ungeheuerlichen Vorwurf konfrontiert, sie habe Katherine ermordet.
Panisch rennt sie davon, versteckt sich, und befindet sich seitdem auf der Flucht. Doch sie verlässt Soundview nicht etwa, sondern beschließt, den wahren Mörder zu finden, denn nur so kann sie ihre Unschuld beweisen.

Wie man es in "Wish you were dead" bereits kennengelernt hat, arbeitet Todd Strasser auch hier wieder mit der bekannten Mosaiktechnik. Er präsentiert dem Leser die Ausgangssituation, lässt dann durch immer wieder einfließende Rückblicke die Vergangenheit langsam auf diese zulaufen. Gleichzeitig erzählt er, wie Cal untertaucht und sich schließlich ganz allein auf Mörderjagd macht.
Dabei erfährt der Leser selbstverständlich, wen sie des Mordes an Katherine verdächtigt. Zusammen mit den dazu passenden Situationen in der Vergangenheit ergibt alles Sinn.
Doch liegt Cal mit ihrem Verdacht wirklich richtig? Nicht nur einmal wird der Leser auf eine falsche Fährte geführt.
Interessant ist vor allem, wie Cal ermittelt, und wie diese Ermittlungen erfreulicherweise im Bereich des Möglichen bleiben. Sie ist nicht klüger als die Polizei, was dem Ganzen einen authentischen Anstrich verleiht.
Warum Cal nicht einfach zur Polizei geht und erzählt, was geschehen ist? Weil sie fest davon ausgeht, dass die Polizei ihr nicht glauben wird. Warum sollte sie auch, nachdem ihr Bruder bereits wegen schwerer Körperverletzung im Gefängnis sitzt?!
Cals Gedanken und Gefühle sind völlig nachvollziehbar, ihre Entscheidung ebenso. Was sie dafür tut, um nicht entdeckt zu werden, ist zudem überaus spannend.

Weitaus interessanter ist allerdings, was vor dem Mord geschehen ist.
Todd Strasser, alias Morton Rhue, gibt hier wieder einen tiefen Einblick in das Geflecht von Beliebtheit und Unbeliebtheit an einer High School.
Die ermordete Katherine war das von allen geliebte, aber auch gehasste IT-Girl der Schule, das sich ausgerechnet Cal als Freundin ausgesucht hat, obwohl diese so gar nicht in ihre Clique zu passen schien.
Obwohl Cal recht lange standhaft bleibt und sich nicht beeinflussen lässt, kann sie nicht dauerhaft widerstehen. Als sie schließlich merkt, dass sie drauf und dran ist, zu einer willenlosen Marionette zu werden, distanziert sie sich von Katherine.
Die Ereignisse spitzen sich zu, und schließlich wird Katherine ermordet.

FAZIT

Todd Strasser versteht es ausgezeichnet, den Leser auf Irrwege zu führen und dabei die Spannung immer weiter aufzubauen. Während man erfährt, wer und wie Katherine eigentlich war und wie sie in Beziehung zu Cal stand, verdächtigt man nach und nach jeden im Umkreis des Opfers. Dabei ist man jedoch genauso ratlos wie Cal selbst, was die finale Offenbarung umso erschreckender macht. "Blood in my hands" ist wieder einmal beste Thriller-Unterhaltung, zeigt aber – wie man es von Morton Rhue bzw. Todd Strasser kennt – wieder den ungeschminkten Blick auf das Geflecht an amerikanischen High Schools.

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