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Rita Dell'Agnese
Wenn Stalking die Kehle zuschnürt

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2010

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Wenn Stalking die Kehle zuschnürt"

In einem Chatroom lernt Linda "Kaktus" kennen. Sie fühlt sich zum unbekannten Jungen mit seiner feinfühligen Art hingezogen. Doch dann passieren seltsame Dinge. Linda wird von einem Unbekannten bedroht, der ihr immer näher kommt und in ihr persönliches Umfeld einzudringen beginnt. Für Linda ist klar: Das kann nur "Kaktus" sein. Linda mag nur mit ihrer Freundin Julchen über das alles reden – denn ihre Familie hält sie ohnehin für verrückt. Davon ist Linda auf jeden Fall überzeugt. Seit sie mal mit sich selber ein paar Probleme hatte, gilt sie als psychisch angeschlagen. Nicht einmal ihrer Zwillingsschwester Luise vertraut sie sich an – aus Angst davor, in eine Klinik gesteckt zu werden. Und Luise hat momentan ohnehin nur diesen bescheuerten Paul im Kopf. Einmal mehr wundert sich Linda darüber, dass sie und Luise so unterschiedlich sind. Linda leidet immer stärker unter dem unbekannten Stalker – bis sie ihm ganz  ausgeliefert ist. Linda erkennt, dass sie in einem Spiel gefangen ist, in dem es um Leben oder Tod geht.

Die Autorin verbindet gleich mehrere wichtige Themenbereiche miteinander. Zum einen ist es die Unberechenbarkeit der Menschen, zu denen man in Chaträumen unter Umständen Vertrauen fasst, ohne zu ahnen, wer sich tatsächlich hinter einem Nicknamen oder schönen Worten verbirgt. Linda muss erkennen, dass sie sich "Kaktus" mit der Zeit sehr stark geöffnet hat und ihm letztlich auch ihre wahre Identität offenbarte, womit sie Angriffsfläche bot. Zugleich ist "Stalking" ein tragendes Element des Romans. Und hier zeigt Birgit Schlieper ihr großes Talent. Sie schildert höchst eindrücklich, wie das Stalking dem Mädchen Linda nach und nach die Kehle zuschnürt und ihr die Freude am Leben nimmt, sie immer stärker in depressive Zustände versetzt. Immer deutlicher wird sich Linda bewusst, dass sie nahezu rund um die Uhr beobachtet wird. Sie kann sich weder auf Partys noch im Kontakt mit ihrem geliebten Großvater sicher sein, dass sie nicht gerade von ihrem unheimlichen Verfolger ins Visier genommen wird. Die Hetzjagd auf sie geht so weit, dass ihr ganzes Weltbild in Frage gestellt wird. Der naheliegende Weg, sich einem erwachsenen Mitglied der Familie anzuvertrauen ist Linda verbaut. Schlüssig argumentiert Birgit Schlieper, weshalb sich Linda eben nicht an die ihr vertrauten Personen wenden kann, will sie nicht riskieren, ihre Glaubwürdigkeit ganz aufs Spiel zu setzen. Die folgende Entwicklung zeigt aber auch schonungslos auf, weshalb Lindas Schweigen dem Stalker erst die Möglichkeit gegeben hat, sich voll und ganz auf das Mädchen einzuschießen. So hätte eine frühzeitige Intervention der Eltern ein schützendes Bollwerk sein können.

Letztlich ist Birgit Schliepers Roman "Angstspiel" aber auch ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Die Wahrheit, die Linda über ihre Familie erfährt, droht, alle zu zerbrechen. Hätten hier die Fakten früher auf dem Tisch gelegen, wäre es einem Außenstehenden gar nicht möglich gewesen, die Vertrauensbasis der einzelnen Familienmitglieder zueinander auf diese Weise auszuhebeln. Mit weiteren Aspekte, wie etwa der Verbundenheit, die Zwillingsschwestern empfinden, oder die Möglichkeit, sich mit einer Situation auseinander zu setzen, um auch etwas bewältigen zu können, das sich drückend auf die Seele legt, kommen zur Sprache. So legt Schlieper einen höchst eindrücklichen Roman vor, bei dem mehr oder weniger alle Bereiche optimal aufeinander abgestimmt sind. Der Thriller kann auch mit genügend Spannungselementen aufwarten, um selbst anspruchsvollere Leser zu überzeugen.

Fazit:

"Angstspiel" gehört zu jenen Romanen, die so spannend erzählt sind, dass man sie kaum aus den Händen legen mag. Die darin angesprochenen Themen sind zwar in ihren extremeren Formen beschrieben, doch gehören sie zu den Gefahren, denen sich heute nicht nur aber vor allem auch junge Menschen unbewusst aussetzen, wenn sie durchs Netz surfen. Wer diesen Roman gelesen hat, wird wohl bedeutend vorsichtiger mit seinen Daten umgehen.

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