Bodyfinder - Das Echo der Toten

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Coppenrath, 2010, Titel: 'The Body Finder', Originalausgabe

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Bekannt und erfolgreich ist der Münsteraner Coppenrath-Verlag besonders durch seine Kinderbücher und das Merchandising um den reise- und abenteuerlustigen Hasen Felix. Mit Kimberley Dertings "Bodyfinder" begibt man sich auf neues Terrain.

Violet Ambrose hört und spürt das "Echo der Toten", sieht ihre ersterbende Aura. Eine Gabe, die sie vermutlich von ihrer Großmutter geerbt hat. Nur wenige Menschen wissen darum. Ihre Eltern, ihre Tante, ihr Onkel Stephen, der zugleich Chef der örtlichen Polizei ist. Sowie ihr langjähriger Kinder- und Jugendfreund Jay, der sie auf ausführlichen Streifzügen durch die heimischen Wälder treu begleitete, um gewaltsam aus dem Leben geschiedene Tiere zu beerdigen.

Das ist die Bedingung, um das Echo als wahrhafte Erschütterung bei Opfern und Tätern wahrzunehmen: der Tod muss mit Gewalt herbeigeführt worden sein. So wie bei dem Mädchen, dessen Leiche Violet im Alter von acht Jahren im Wald aufspürte. Ein Mörder wurde nie gefasst. Mittlerweile besucht Violet die elfte Klasse der High School, fährt Auto und bemerkt, dass sie für den Mädchenschwarm Jay, ihren beständigen Schulfreund und Begräbnis-Kumpel, ganz andere Gefühle hegt als bloße, platonische Freundschaft. Ganz schlechter Zeitpunkt, denn es tauchen weitere Mädchenleichen auf. Alle ungefähr in Violets Alter und ihr zumindest bekannt. Es scheint als sei der Killer von damals wieder (oder immer noch) aktiv. Und Violet kommt ihm dank ihrer Fähigkeiten gefährlich nahe. Und damit auch Jay…

Trotz des denkbaren Gewaltpotenzials der wenig originellen Serienkillergeschichte – inklusive der aus der Sicht des Täters erzählten Passagen – ist "Bodyfinder" ein lupenreines Jugendbuch. Was dazu führt, dass jene mörderischen Sequenzen wesentlich dezenter verfasst wurden als vergleichbare Romane, die ausschließlich für Erwachsene konzipiert sind. Diese Zurückhaltung ist zwar wohltuend, führt aber auch dazu, dass die Spannungsschraube nicht besonders hoch gedreht wird. Derting verlässt ihren Täter und die Opfer meist im Halbdunkel, bevor es zu unangenehm wird. Seine aufregendsten Momente besitzt das Buch deshalb, wenn Violet auf Leichensuche geht, den möglichen Täter aufstöbert und selbst Opfer einer Verfolgungsjagd wird. Der rührige Jay gibt den treuen Sancho Pansa zu Violets Don Quichotte. Dass auch die Entlarvung des Täters ziemlich beiläufig verläuft, rechnen wir dem unspektakulären Ton des Romans an. Ob hoch oder nicht, mag jeder Leser für sich entscheiden.  Ich halte es immerhin für eine mutige Entscheidung der Autorin so zu verfahren.

Leider beschränkt sich "Bodyfinder" nicht auf einen ambitionierten Thriller mit Mystery-Touch. Gut die Hälfte des Romans gehört der sich entwickelnden Liebesgeschichte zwischen Violet und Jay. Auch hier kann man Kimberley Derting zugutehalten, dass sie das Kippen der weit zurückreichenden Freundschaft in eine Liebesbeziehung sehr dezent angeht. Was paradoxerweise gleich der Pferdefuß dieses Erzählstrangs ist. Das gegenseitige Anschmachten ist so offensichtlich, dass nicht nur sämtliche Freundinnen Violets über den Ausgang der Geschichte Bescheid wissen, sondern auch der Leser von Beginn an. Alles hadern, zaudern, zweifeln; die Hemm- und Wirrnisse am Rand, wirken aufgesetzt und sind nicht mehr als winzige, künstlich aufgeschichtete Stolpersteine, kaum geeignet Heldin und Helden voneinander fern zu halten. Darüber hinaus wird Jay in einem derart überirdischen Licht (von Violets Liebe) gezeichnet, dass nur noch der strahlende Heiligenschein fehlt. Violet und ihre vorlauten Freundinnen sind Derting als Figuren besser und unterhaltsamer gelungen.

So bleibt ein etwas zwiespältiges Lesevergnügen übrig. Während die düsteren Begegnungen Violets mit ihrer unheimlichen Zwischenwelt spannend geraten  sind, und die ländliche Umgebung des Pazifischen Nordwestens (warum nur weist die Autorin explizit darauf hin, dass die "Twilight"-Serie genau dort spielt?) stimmungsvoll eingebunden wird, bewegt sich der gesamte Serienkillerpart weitgehend im Bereich eines allzu gemütlichen Gruselns. Die Liebesgeschichte zwischen den Hauptpersonen ist zudem arg kitschig geraten. Potenzial haben Violet und ihr "Echo der Toten" dennoch. Bleibt zu hoffen, dass es im bereits angekündigten zweiten Band besser genutzt wird.

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