Trix Solier - Zauberlehrling voller Fehl und Tadel

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Beltz & Gelberg, 2009, Titel: 'Nedotepa', Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

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Corinna Abbassi-Götte
so muss es sein

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Aug 2010

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "so muss es sein"

Trix Solier ist der Sohn des Co-Herzogs Rett Solier. Als sein Vater ermordet wird und sich seine Mutter daraufhin in aller Form und wie es sich gehört das Leben nimmt, ist natürlich auch Erbe Trix in Gefahr. Doch der Co-Herzog Sator Gris, der nach alleiniger Macht strebt und aus diesem Grund die Familie Solier ausgeschaltet hat, hat nicht etwa vor, ihn umzubringen.
Er lässt ihn laufen, um seinen eigenen Sohn zu disziplinieren.
Denn wenn der eigene Sohn weiß, dass Trix zu einem patenten jungen Mann heranwächst und währenddessen eine kleine Armee um sich scharrt, um sich irgendwann sein Herzogtum zurückzuerobern, dann wird er schon nicht über die Stränge schlagen …
Trix zieht also los, doch Verbündete zu finden, die seine Rachepläne unterstützen, ist gar nicht mal so einfach. Niemand ist bereit, ihm zu helfen.
Auch scheinbare Freunde lassen ihn bei erster Gelegenheit im Stich. Trix muss einsehen, dass es nicht so leicht ist, den Bösewicht zu besiegen und die ihm zustehende Position als Erbe des Herzogtums zurückzuerlangen.
Er zieht also durchs Land und landet schließlich als Lehrling bei einem etwas merkwürdigen Zauberer. Und damit geht das Abenteuer erst richtig los.

Lukianenko einmal anders. Nachdem sich der russische Autor vor allem durch Dark Fantasy und Science Fiction einen Namen gemacht hat, präsentiert er mit "Trix Solier" ein humorvolles Abenteuer in einer mittelalterlichen Welt voller Zauberei.
Scheinbar mühelos lässt er diese Welt mit all ihren Besonderheiten und kompletter Historie vor dem Auge des Lesers entstehen.
An Trix Seite taucht der Leser nur allzu gern in diese phantastische, vielschichtige Welt ein, und Lukianenko dreht es immer wieder so, dass der Leser ein paar wichtige Details mehr erfährt als Trix.  

Obwohl Trix ein Junge von Adel ist und ihm demnach die Gepflogenheiten sowie die leichte Überheblichkeit der herrschenden Schicht in Fleisch und Blut übergegangen sind, ist er durch und durch sympathisch. Für den Leser ist sofort klar, dass er auch nur ein Junge ist, der kurz davor steht, erwachsen zu werden. Durch den Putsch in seiner Heimat wird dieser Prozess natürlich beschleunigt, und tapfer versucht Trix nun, auf sich allein gestellt seine Rachepläne umzusetzen. Nach und nach verliert er glücklicherweise seine Standesdünkel und wird zu einem selbstbewussten jungen Mann, dem die Freunde nicht mehr bei erstbester Gelegenheit davonlaufen.

Und obwohl er mit jedem Schritt, den er geht, und jeder neuen Erfahrung, die er macht, immer mehr zeigen kann, was wirklich in ihm steckt, wird er nicht etwa zu einem unfehlbaren Helden, sondern bleibt sich selbst trotz mutiger Taten treu, behält seine Ecken und Kanten. Genau aus diesem Grund macht es riesigen Spaß, ihn auf seiner Reise zu begleiten.
Lukianenko geizt dabei nicht mit außergewöhnlichen Situationen und skurrilen Ideen, amüsanten Anspielungen und diversen Möglichkeiten, die Trix nicht (!) ergreift.
Hin und wieder spricht Lukianenko den Leser sogar direkt an, um ihm einen Wissensvorteil zu verschaffen oder auch um einfach nur deutlich zu machen, dass Trix es hin und wieder ein wenig einfacher haben könnte. Doch Trix sieht all diese Möglichkeiten nicht – Wie könnte er auch?! -, vermasselt es zur Belustigung des Lesers also ein ums andere Mal. 
Es wäre ja auch dramatisch und bei weitem nicht so amüsant, wenn Trix wirklich und wahrhaftig auch mal den leichten Weg zu seinem Ziel einschlagen würde …

Der Untertitel des Buches lautet "Zauberlehrling voller Fehl und Adel", womit direkt auf einen Schwerpunkt in Trix’ außergewöhnlicher Laufbahn hingewiesen wird.
Trix ist nicht nur von Adel, er verfügt über magische Fähigkeiten, die natürlich ausgebildet werden müssen. Als Lehrling landet er beim großen, aber recht eigenen Zauberer Radion Sauerampfer. Die Magie entsteht hier durch die richtige Anwendung von Sprache. Je schöner und detaillierter ein Zauberer das, was er erschaffen will, beschreiben kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Zauber gelingt. Zaubersprüche und Zauberstab schwingende Magier findet man hier also nicht.

Dass Trix’ Zauberkräfte dringend notwendig sind, um die ein oder andere kleine oder größere Heldentat zu vollbringen, ist selbstverständlich. Vor allem eine schöne und mutige Fürstentochter, die es ebenfalls nicht gerade leicht hat, muss gerettet werden, und dabei sind Zauberkräfte ganz klar unverzichtbar.

Lukianenko ist ein Meister der Sprache. Geschickt streut er diverse Anspielungen auf aktuelle Begebenheiten ein, nimmt verschiedene Klischees aufs Korn und spielt mit gängigen Elementen historischer und phantastischer Romane. Hinzu kommt eine Prise Sarkasmus, eine augenzwinkernde, frische Erzählweise, sprühender Witz, ein ganzer Topf voll von speziellen Charakteren und ein Handlungsverlauf, der eine Überraschung nach der anderen bereithält. 
Alles kann passieren, also sollte man auch auf alles gefasst sein!

Und während Trix ein Abenteuer nach dem anderen besteht, hin und wieder auch einen mehr oder weniger großen Umweg geht, und dabei längst nicht mehr auf sich allein gestellt ist, vergisst man fast, dass da ja auch immer noch das heimatliche Herzogtum in der Hand von Sator Gris ist …

FAZIT

Lukianenkos neuer Jugendroman besticht durch sprühenden Witz, einem glücklicherweise nicht perfekten Helden, einer innovativen Darstellung von Zauberei, einem ganzen Bataillon von Skurrilitäten, einem Abenteuer nach dem nächsten und unzähligen überraschenden Wendungen.
Wenn man es also humorvoll und originell mag, sollte man sich dringend mit Trix durch dieses frische Abenteuer treiben lassen!

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