A World Away

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Kosmos, 2008, Titel: 'A World Away', Originalausgabe

Couch-Wertung:

7

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Corinna Abbassi-Götte
schöne neue Welt

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Jun 2010

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "schöne neue Welt"

Dies ist die Geschichte von Nadie und Tom. Im Jahr 1586 bringen englische Kolonialisten die 14jährige Indianerin Nadie nach Plymouth. Dort verliebt sie sich in den jungen Schmied Tom. Hin- und hergerissen zwischen zwei Kulturen bleibt ihr schließlich nur eine Wahl: Sie muss zu ihrem Volk zurückkehren. Und Tom begleitet sie in ihre Heimat.
Doch die "neue Welt" entpuppt sich für die weißen Siedler als Hölle, und Nadie und Tom müssen sich trennen.

Tom und Nadie erzählen uns parallel ihre Geschichte. Anfangs fühlt man sich ein wenig an Pocahontas erinnert: Die indianische Lebensweise, die damalige Zeit, das Aufeinanderprallen zwei unterschiedlicher Kulturen. Man ist fasziniert und freundet man sich zudem überaus leicht mit Nadie und Tom an. Ihre langsam aufkeimenden Gefühle füreinander sind nachvollziehbar geschildert, obwohl der letzte Funke leider nicht überspringt.
Ein wenig verwundert es schon, wie leicht sich Nadie an die englische Lebensweise gewöhnt. Für Tom wäre sie sogar in England geblieben, obwohl sie als gute Tochter dem Grab ihrer Mutter Ehre erweisen müsste. Doch dann wird sie gezwungen, in ihre Heimat zurückzukehren, und Tom begleitet sie, mit einem völlig falschen Bild ihrer Heimat.

Faszinierend ist hier, dass Pauline Francis das Geheimnis der verschwundenen Roanoke Kolonie andeutet. Bis heute ist ungeklärt, was mit den Menschen geschehen ist - wahrscheinlich ein unbekannteres Rätsel der Geschichte, doch ähnlich faszinierend wie beispielsweise das Bermuda Dreieck oder die Prophezeiungen des Nostradamus.
Leider nimmt der Unterhaltungswert des Buches rapide ab, als Nadie und Tom sich trennen müssen. Natürlich ist interessant, was ihnen widerfährt, und natürlich erschreckend, nervenaufreibend und spannend, doch der Lesespaß will so recht nicht mehr aufkommen.
Während sich Pauline Francis anfangs eher auf ihre Hauptcharaktere Tom und Nadie konzentriert und diese mehr oder weniger frei in historische Begebenheiten einfügt, wirkt die genaue Darstellung der Ereignisse mitsamt seiner furchtbaren Seiten am Ende zu viel.
Nadie schien in England weniger bis gar keine Probleme gehabt zu haben, während Tom in ihrer Welt nur knapp überlebt.
Das Ungleichgewicht zwischen der Konzentration auf die historischen Kulisse und der Darstellung der intensiven Beziehung zwischen Nadie und Tom hat schließlich mehr und mehr irritiert.  

FAZIT

Die Kolonialisierung und das Leben der ersten Siedler in Amerika sind zweifelsohne spannende Themen, und eine Liebe, die die Grenzen zwischen zwei völlig unterschiedlichen Kulturen überwindet, ist ebenfalls sehr reizvoll. Pauline Francis bietet zwar ein unterhaltsames Buch, schafft es aber nicht, beiden Themen in gewünschter Tiefe gerecht zu werden.

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