Margos Spuren

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Hanser, 2008, Titel: 'Paper Towns', Originalausgabe

Couch-Wertung:

9

Leser-Wertung

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Corinna Abbassi-Götte
Wer ist Margo Roth Spielman?

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Mai 2010

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Wer ist Margo Roth Spielman?"

[Jugendbuch des Monats - Juni 2010]
Quentin und Margo. Schon immer waren sie Nachbarn, und schon immer war Quentin in Margo verknallt. Doch trotz der Nachbarschaft hatten sie nie etwas miteinander zu tun. Nur einmal, da waren sie 9 Jahre alt, haben sie gemeinsam etwa erlebt: Sie haben die Leiche eines Selbstmörders gefunden. Inzwischen steht der Schulabschluss bevor und Margo ist immer noch etwas Besonderes. Margo ist nicht einfach nur Margo, sie ist Margo Roth Spielman – und Quentin ist nach wie vor verliebt in sie. Doch ansprechen? Nein, dazu ist er zu schüchtern. Mädchen wie Margo gehen nicht mit Jungs wie ihm aus. Quentin und seine beiden besten Freunde gehören nicht in Margos Welt! Und dann, eines nachts, klopft es am Fenster: Margo steht draußen und braucht einen Chauffeur, und für Quentin folgt eine Nacht voller absurder Abenteuer. Nach einem genau ausgearbeiteten Plan übt Margo Rache an all jenen, die sie verletzt haben. Der Grund: Untreue.
Für Quentin bedeutet diese Nacht nicht nur Abenteuer, er muss Mut beweisen, und an Margos Seite geht er den ersten Schritt in eine andere Zukunft.
Diese gemeinsame Nacht ist eine jeder seltenen Nächte, die immer etwas Magisches haben werden.
Am nächsten Tag ist Margo fort. Quentin bleibt nur eine Woche bis zum Schulabschluss Zeit, sie zu finden. Er will, er muss sie finden, und so folgt er ihren Spuren.

John Greens dritter Jugendroman nimmt den Leser erneut mit nach Amerika und zeigt ihm dort ein klein wenig Alltagsleben. Es ist nicht die Großstadt, in der das Leben pulsiert, es ist vielmehr das kleine Städtchen, in der das Finden eines Selbstmörders das Schlimmste zu sein scheint, mit dem Quentin in seinem Leben bisher konfrontiert wurde.
Quentin und seine Freunde sind einfach toll. Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel, reden über alles, stehen einander bei, teilen ihre Geheimnisse und sind dabei doch drei völlig eigenständige, selbstdenkende, selbstbewusste und unterschiedliche Personen, die sich mit Respekt behandeln. Kein Wunder also, dass man bei diesem Trio direkt ein wenig neidisch wird.
Margo dagegen ist ein Mysterium. Sie ist eines jener Mädchen, die wegen ihrer selbstbewussten Andersartigkeit im Mittelpunkt stehen – von den Mädchen beneidet und von den Jungen begehrt. Es heißt nicht Margo, es heißt Margo Roth Spielman!
Doch wie sieht es hinter ihrer Fassade aus? Die Frage stellt sich Quentin irgendwann, der Leser fragt sich dies schon viel früher. Auf durchgeknallte Weise übt sie Rache an all jenen, von denen sie meint hintergangen worden zu sein, doch viel mehr erfährt man nicht. Ob sie eher wütend oder eher verletzt darüber ist, oder ob es ihr nur um die Umsetzung eines Plans ging, weiß man nicht mit Gewissheit.
Pläne sind Margos große Leidenschaft, und Quentin schafft es tatsächlich, ihren Hinweisen und später ihren Spuren zu folgen. Hier kann man ihn wegen seiner Hartnäckigkeit und Kombinationsgabe nur beglückwünschen, und natürlich auch für seine mitdenkenden besten Freunde. Letztendlich sind es sogar vier Personen – Margos beste Freundin ist mit von der Partie – die sich auf eine irrwitzige Fahrt quer durch de USA machen, um Margo daran zu hindern, erneut zu verschwinden. Genau diese Fahrt bildet das Highlight des Buches. John Green beweist, mit wie viel Witz und Leichtigkeit er tiefgreifende Gespräche, Taten und Fakten mit absurden Ideen mischen kann. Während man noch dabei ist, einen Dialog auf sich wirken zu lassen, schmunzelt man schon über die nächste Beschreibung. Und hierbei kommen die agierenden Personen nicht zu kurz. Quentin, seine Freunde, Margos Freundin und letztendlich auch Margo selbst kommen völlig authentisch und facettenreich rüber und haben (glücklicherweise) die oberflächlichen Albernheiten des Teenagerlebens längst hinter sich gelassen. Sie sind junge Erwachsene, die den Schulabschluss fast in der Tasche haben. Was letztendlich mit Margo geschehen ist und wo sie sich verbirgt, wird hier natürlich nicht verraten. Nur eins sei erwähnt: Ein interessantes Stück Geschichte der Kartographie fließt mit ein und bildet den perfekten Hintergrund sowie die am Ende passende, leicht bedrückende Atmosphäre.

FAZIT

John Green zeigt mit "Margos Spuren" auf außergewöhnliche Weise, wie trügerisch der Schein sein kann. Stück für Stück, Hinweis für Hinweis entglorifiziert er das Bild von Margo, das er in einer vorausgehenden wahnwitzigen Nacht voller Abenteuer aufgebaut hat. Quentin auf seinem Weg zu begleiten ist etwas besonderes, da die Komposition aus Charakteren, Dialogen, absurden Ideen, einem Stück unbekannterer Geschichte und den verschiedenen Facetten menschlicher Gefühle vortrefflich gelungen ist.

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