Eine hoffnungsvolle Geschichte im Kampf gegen Vorurteile.
Ein Wort mit zehn Buchstaben. Was kann das schon auslösen? Für zwei Jungs bedeutet das eine neue Realität, in der sie sich fragen müssen, wer sich eigentlich sein wollen ...
„Du hast es doch nicht so gemeint. War doch bloß ein Witz. (…). Ein Wort, zehn Buchstaben.“
Es ist einfach passiert: Angefangen mit einer blöden Wette wird Dayton plötzlich zum meistgehassten Schüler der Schule. Während einer Versammlung ruft er laut ein Wort, eine homophobe Beleidigung, und ist sich sicher, dass dies keine große Sache ist … nur ein Witz. Doch dann kommt alles anders: Seine Freunde wenden sich von ihm ab, die Familie ist enttäuscht, und von nun an klebt an ihm die Behauptung, dass er Schwule hasst. Doch das tut er nicht! Er ist ein guter Kerl - oder nicht? Es war doch nur ein Wort! Unterstützung bekommt er von Brody, der sein neuer bester Freund wird, und einfach sagt, wonach ihm gerade ist. Da ist doch nichts dabei?
Auch Farshid hat den Eklat um Dayton mitbekommen und meidet ihn wie die Pest. Doch plötzlich ist da dieses komische Gefühl im Bauch. Hört er in der Schule andere seinen Namen flüstern? Zusammen mit diesem schlimmen Wort? Er fühlt sich angreifbar und rettet sich in seine Trainingseinheiten, um männlicher und stärker zu erscheinen. Doch kann er davor wegrennen, wer er wirklich ist?
Dayton und Farshid
Abwechselnd berichten Dayton und Farshid über mehrere Monate hinweg ihren Alltag und wie sich ihr Leben verändert hat. Geschrieben wird in der 2. Person im Präsens: „Dein Gesicht fühlt sich heiß an und kribbelt.“ Auf diese Weise erlebt man die Gedanken der beiden Jungs hautnah, ihre Gefühle und Sorgen werden spürbarer. Andererseits musste ich mich aber sehr an den Schreibstil gewöhnen, weshalb ich erst sehr spät einen wirklichen Zugang zu dem Buch gefunden habe.
Die Geschichten von Dayton und Farshid sind sehr unterschiedlich, aber gerade deshalb sehr wichtig gegenüberzustellen. Dayton versucht alles, um seinen Namen wieder reinzuwaschen, doch nichts ist gut genug. Er fühlt sich betrogen und im Stich gelassen. An dieser Stelle fand ich es dann zu viel, wie er gechasst wurde. Hier hätten mehr Gespräche stattfinden müssen. Auf der anderen Seite ist Farshid, Sohn iranischer Einwanderer, den das Wort mit zehn Buchstaben erschüttert hat, schließlich aber zu der Frage führt, wer er im Inneren wirklich ist. Sein Schmerz und seine Ängste sind nachvollziehbar geschrieben.
Fazit
Man braucht ein wenig, um in diese Geschichte hineinzukommen. Auch wenn auch manche Punkte fern der Realität sind, ist es eine hoffnungsvolle Geschichte zweier Jungs, die viel Neues über sich lernen müssen.



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