Wie Treibholz auf Asphalt
- Fischer Sauerländer
- Erschienen: April 2026
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14 Leben, 14 Abstürze, 14 mal Hoffnung!
Sie gehören zum vertrauen Bild in vielen Bahnhöfen oder Fußgängerzonen: Obdachlose Menschen, die versuchen, sich hier irgendwie durchzuschlagen. Immer öfter gehören auch sehr junge Menschen zu ihnen. Was ist passiert, dass sie in diese Szene abrutschten? Was hat dazu geführt, dass sie ihr Zuhause verloren? 14 junge Menschen erzählen in diesem Roman von ihrem Alltag auf der Straße. Sie sprechen vom Versagen des sozialen Netzes, vom Unverständnis ihrer Umwelt, von persönlichen Fehlern und von Träumen und Wünschen. Sie alle haben einen großen Wunsch: Sie möchten gesehen und respektiert werden.
Wege in die Obdachlosigkeit
Kobai Halstenberg lässt in ihrer Sammlung Menschen zu Wort kommen, die sowohl noch auf der Straße leben als es auch geschafft haben, sich aus diesem Milieu zu lösen. Die Alterssparte der Erzähler*innen reicht von 15 bis zu 26 Jahren. In nüchternen, einfachen Worten werden dramatische Entwicklungen erzählt. Da ging es um drogensüchtige Eltern, um prügelnde Väter und um Jugendämter, die nie einschritten. Alles waren Ursachen, die schließlich zu einem Leben auf er Straße führten. Dennoch überrascht auch zu lesen, dass hier nicht alles düster und hoffnungslos war. Die Erzählerinnen sprechen auch von schönen Momenten – von gemeinsamen Erlebnissen, von abenteuerlichen Reisen und vom Zusammenhalt der Community. Untermalt werden die Berichte von den lebendigen Zeichnungen von Vanessa Mundle.
Bitte seht uns, bitte hört uns zu!
Wir Leser*innen lernen aus den Berichten der Ich-Erzähler, dass sie insbesondere ein Wunsch eint: Die jungen Menschen möchten wahrgenommen werden, sie möchten mit Respekt behandelt und vor allem auch danach gefragt werden, wie sie ihr Leben gestaltet können. Sie rufen dazu auf, ihnen nicht einfach nur eine Lebensform überzustülpen, sondern ihre Wünsche und ihren Lebensstil zu achten. Selbst wenn uns vielleicht manchmal das Verständnis dazu fehlen mag. Halstenberg lässt die Erzähler*innen in ihrer Sprache sprechen. So mag uns manche Suchterfahrung als zu nebensächlich geschildert erscheinen oder manchmal auch eigenes Verschulden zu sehr am Rande geschildert zu werden, aber auch das trägt zur Authentizität der Berichte bei. Was ich mir allerdings gewünscht hätte, wäre vielleicht ein Adressteil, der abrutschenden oder auch schon obdachlosen Menschen die Hilfesuche erleichtert.
Fazit
Kobai Halstenberg lässt junge Menschen von ihrem Weg in die – und manchmal auch aus der – Obdachlosigkeit erzählen. Viele haben schon in jungen Jahren ein mehr als hartes Leben erfahren. Es ist aber umso beeindruckender, dass sie alle noch auf eine bessere Zukunft hoffen und um ein gutes Leben kämpfen.

Kobai Halstenberg, Fischer Sauerländer

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