Mit starken, sympathischen Charakteren.
Eine wichtige Person aus dem Umfeld des US-amerikanischen Präsidenten wird ermordet. Was anfangs wie der tragische Verlauf einer missglückten OP aussah, weitet sich immer mehr zu einer Verschwörung aus. Mittendrin findet sich Tess wieder, die eigentlich nicht in Washington leben will. Doch was soll sie tun, wenn ihr Großvater dement ist und ihre Schwester Ivy nach vielen Jahren wieder vor ihr steht, um sie zu sich zu holen?
„Ich habe seine Stimme erkannt.“
Ivy Kendrick ist in Washington als „Problemlöserin“ bekannt. Ihre Arbeit besteht darin, anderer Leute Geheimnisse und Skandale entweder für sich einzusetzen oder diese verschwinden zu lassen. So hat sie sich einen Ruf erarbeitet, der bis zum Präsidenten vordringt. Das alles ist Tess herzlich egal. Nachdem ihre Eltern versterben, verschwindet Ivy aus ihrem Leben. Tess bleibt bei ihrem Großvater zurück. Nun da dieser dement ist, steht Ivy auf einmal wieder vor ihr, um sie nach Washington mitzunehmen.
Dort findet sie sich auf der exklusiven Hardwicke School wieder. Diese dürfen nur SchülerInnen besuchen, die aus sehr gutem Hause kommen. Als Schwester von Ivy Kendrick ist es aber auch für Tess ein Leichtes, aufgenommen zu werden. Schnell findet sie sich in der gleichen Rolle wieder, die Ivy beruflich einnimmt: Tess soll die Probleme der SchülerInnen lösen. Um nicht angreifbar zu sein, verschließt sie sich anderen gegenüber. Nur Vivvie, die bald mittendrin steckt in der Verschwörung um den Mord, und Asher, der sich um Tess‘ ablehnende Haltung nicht stört, durchdringen den mühsam aufgebauten Panzer. Und das ist auch nötig - denn schon bald braucht Tess Menschen, denen sie vertrauen kann ...
Eine schöne Überraschung
Es ist schon einige Zeit her, dass ich die Trilogie um „The Inheritance Games“ gelesen habe. Obwohl ich die Bücher gut fand, hatte ich in Erinnerung, dass mir der Schreibstil nicht ganz zusagte und auch die Komplexität mich immer wieder aus der Geschichte gerissen hatte. Daher ging ich an dieses Buch ohne große Erwartungen heran. Überrascht hat mich, wie leicht ich in die Geschichte gezogen wurde. Obwohl viele verschiedene ProtagonistInnen vorkommen, habe ich nicht den Überblick verloren und konnte gut dem Handlungsstrang folgen.
Die Protagonistin Tess ist ein spannender Charakter, der nicht davor zurückschreckt, seine Meinung zu sagen. Auch vor Erwachsenen behält sie eine Portion Selbstvertrauen. Im Gegensatz dazu wirkt ihre Schwester Ivy geheimnisvoll, aber nicht unsympathisch. Es ist offensichtlich, dass sie nur das Beste für Tess möchte. Die Geheimnisse, die sie mit sich herumträgt, machen sie zu einem unbeständigen Charakter, ehe schließlich alles auf den Tisch kommt. Was genau, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten - aber das habe ich nicht kommen sehen!
Was mir tatsächlich gefehlt hat, ist ein wenig mehr Spannung zwischendurch. Es passiert zwar vieles, davon wird aber sehr emotionslos nebenher berichtet. Hier hätte ich mir mehr unheilvolle Situationen für Tess gewünscht. Das bekommt man dann schließlich zum Ende des Buches.
Fazit
Eine tolle Leseüberraschung für mich mit einigen Geheimnissen, einer großen Wendung und einer nicht so offensichtlichen Enthüllung. Ich freue mich auf Band 2 der Dilogie!




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