The Faraway Inn - Wo Magie zu Hause ist

The Faraway Inn - Wo Magie zu Hause ist
The Faraway Inn - Wo Magie zu Hause ist
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Sabine Bongenberg
8101

Jugendbuch-Couch Rezension vonSep 2026

Ein kuscheliger Fantasy-Roman mit kleinen Schwächen.

Calisa lebt normalerweise mit ihren beiden Mums im quirligen Stadtteil Brooklyn in New York. Aber in letzter Zeit hat es ihr dort gar nicht mehr gefallen. Das liegt insbesondere an dem miesen Verhalten ihres ersten festen Freundes Ethan, der sie erst betrogen und dann auch noch eiskalt abserviert hat. Nein, Calisa braucht dringend einen Tapetenwechsel. Da kommt es doch wie gerufen, dass sie ihre Sommerferien im Haus ihrer Großtante Zee verbringen kann. Zee führt ein kleines Gasthaus im tiefen Vermont – und wo anders als in dieser romantischen Umgebung ließe sich ein gebrochenes Herz schneller heilen? So hatten sich Calisa und ihre Mütter das zumindest gedacht.

Aber irgendwie will die Realität so gar nicht zu Calisas Vorstellungen passen. Tante Zees Gästehaus ist kaputt, verlottert und scheint seine besten Zeiten schon lange hinter sich zu haben. Die Gäste machen sich rar und zu allem Übel ist Tante Zee von dem Besuch alles andere als begeistert. Immerhin bringt Jack, der Sohn des Hausmeisters, Calisas wundes Herz ein wenig aus dem Takt. Was ihren Puls aber noch mehr beschleunigt, sind die eigenartigen Vorkommnisse, die sich im „Faraway Inn“ häufen. Statuen wechseln plötzlich ihren Platz, Teekocher erkennen von selbst, wann sie gebraucht werden, und bestimmt ist es auch nicht alltäglich, dass eine kleine, geflügelte Echse, die einem Drachen verdächtig ähnlich sieht, plötzlich in ihr Leben wackelt.

Wenn man nur noch unter eine warme Decke kriechen möchte

Vielleicht haben wir uns das alle schon einmal gewünscht: Einen Platz, an dem wir uns verkriechen können, wenn alles schiefläuft und wir das Gefühl haben, dass uns keiner mag. Die 16-jährige Calisa glaubt, diesen Ort gefunden zu haben. Aber irgendwie ist zunächst alles doof: Vermont ist mit seinen dunklen Wäldern und nebelverhangenen Höhen zwar schön, aber eben auch ein bisschen gruselig. Das „Faraway Inn“, an das Calisa so tolle Kindheitserinnerungen hat, bietet weiß Gott nicht den besten ersten Eindruck, wenn man als Erstes durch den morschen Balkon bricht. Und Tante Zee scheint sich nicht die Spur über ihre Ankunft zu freuen. Calisa stellt fest: Das hat sie sich ganz anders vorgestellt.

Die US-amerikanische Autorin Sarah Beth Durst erzählt in ihrem Roman, wie es Calisa gelingt, über sich hinauszuwachsen. Das Mädchen, das sich bei der Anreise noch vor einem Eichhörnchen fürchtete, krempelt die Ärmel hoch. Es gelingt ihr nicht nur, die missmutige Tante Zee langsam von sich zu überzeugen, sondern auch den vielen Geheimnissen des „Faraway Inn“ auf die Spur zu kommen. Wer schon Werke von Sarah Beth Durst gelesen hat, der weiß natürlich, dass es hier nicht nur die Wunder der Realität zu entdecken gibt, sondern auch die bunten Welten der Fantasie. Calisa trifft auf Schränke, deren Inhalte sich überraschend verändern, auf Statuen, die viel mehr können, als nur dekorativ herumzustehen, und auf viele magische Geschöpfe.

Zwischendurch wird doch schon sehr viel geputzt

Dennoch gibt es auch bei diesem romantischen Roman ein paar Schattenseiten. Vieles, was anfangs über Calisa erzählt wird, bezieht sich darauf, wie sie sich von einem normalen Teenager zur absoluten Putzteufelin entwickelt – das fiel mir etwas schwer zu glauben. Die ganze Putzerei im Inn nimmt für meinen Geschmack zu viel Raum ein. Andere wichtige Themen kommen dadurch zu kurz, wie etwa das Verschwinden des Hausmeisters und weiterer Personen. Auch hätte ich gerne mehr über die vielen Welten gelesen, die Calisa entdecken kann. Zudem konnten mich die aufkeimenden Gefühle für Jack, der unverdrossen Tante Zees Launen erträgt und alles repariert, nicht ganz überzeugen.

Fazit

„The Faraway Inn“ – das heruntergekommene Gästehaus im grünen Vermont, das abseits von Alltagssorgen eine beschauliche Welt bietet – hüllt die Leser*innen ein wie eine kuschelige Decke. Auch wenn diese Decke an einigen Stellen ein kleines bisschen kratzt und zwackt

The Faraway Inn - Wo Magie zu Hause ist

Sarah Beth Durst, Loewe

The Faraway Inn - Wo Magie zu Hause ist

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