Das große Buch des Schreckens

Das große Buch des Schreckens
Das große Buch des Schreckens
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Sabine Bongenberg
8101

Jugendbuch-Couch Rezension vonApr 2026

Bereit für die ersten Schritte in der Dunkelheit?

Wir kennen sie alle: Die dunklen Gestalten, die in unseren Kleiderschränken lauern oder unter den Betten auf den richtigen Moment warten. Ob es der bleiche Schrecken eines Lord Voldemort ist oder das tragische Schicksal der Maleficent – das Gruseln hat viele Gesichter. Doch woher kommen die Urgestalten unserer Albträume?

Die Autorin Mia Cassany und der Illustrator Pep Boatella laden gemeinsam mit der Übersetzerin Antje Riley zu einer Reise ein, die nichts für schwache Nerven ist: Ein liebevoll gestalteter Querschnitt durch die Klassiker der Horror-Literatur.

Der Wächter der verbotenen Bücher

Der rote Faden dieses Werks ist fast so unheimlich wie die Monster selbst: Ein geheimnisvoller Fremder führt uns durch eine staubige Bibliothek und flüstert uns die Geschichten von Graf Dracula, Frankensteins Monster und der Mumie zu. Mit starken, atmosphärischen Bildern und gut portionierten Texten wird jede Kreatur auf einer Doppelseite zum Leben erweckt. Auf einer weiteren Doppelseite erhalten die jungen Leser*innen zusätzliche Informationen – so zum Beispiel, wie man sich denn einen Vampir buchstäblich vom Hals hält.

Zwischen Gänsehaut und Entdeckergeist

Versprochen wird ein Schaudern, das das „Blut in den Adern gefrieren lässt“. Zugegeben: Für uns Erwachsene bleibt der Puls im Ruhezustand. Doch für die Zielgruppe bietet das Buch eine spannende Reise. Die Zeichnungen sind gut auf die jungen Leser*innen zugeschnitten – nicht zu verstörend, aber voller kleiner, schauriger Details, die erst beim zweiten oder dritten Hinsehen aus dem Schatten treten.

Eine manchmal kuriose Versammlung des Schreckens

Die Auswahl der „Monster“ birgt Überraschungen: Cassany und Boatella mischen klassische Gruselfiguren mit der antiken Mythologie. So treffen wir auf den Minotaurus und die schlangenhaarige Medusa. Ein wenig Stirnrunzeln löst die Mischung allerdings manchmal aus. Der „Wendigo“ war mir zwar vollkommen unbekannt, passte aber noch in das Thema; die Außerirdischen waren im nostalgischen Gruselkabinett jedoch eher ein Fremdkörper. Manchmal dachte ich, die Autoren mussten tief in der Kiste graben, um jede Seite mit Schrecken zu füllen.

Ein Schatten auf der Geschichte

Ein kritischer Blick gebührt dem Kapitel über die Hexen. Zwar wird die Verbrennung auf dem Scheiterhaufen kurz erwähnt, doch hier verpasst das Buch die Chance, über die wahre, bittere Historie des Hexenwahns aufzuklären. Wo Tod und Verderben reale Geschichte sind, hätte eine klarere Einordnung dem Buch gutgetan, um den Unterschied zwischen Fantasie-Grusel und historischem Unrecht zu verdeutlichen.

Fazit

Wo sind die mutigen Kids, die wissen wollen, was nachts wirklich im Schrank raschelt? „Das große Buch des Schreckens“ ist ein gut gemachter Einstieg für angehende Grusel-Experten. Mit einer Prise Witz und einer ordentlichen Portion Atmosphäre bietet es den idealen Einstieg in eine Welt, in der das Licht besser anbleibt.

Das große Buch des Schreckens

Mia Cassany, Knesebeck

Das große Buch des Schreckens

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