Aufpassen, was man erwartet!
Der König wird ermordet. Die sechs anwesenden Personen sind nun Verdächtige und müssen zusammenarbeiten, um den Täter zu finden. Könnte es sogar einer von ihnen sein? Oder steckt doch etwas viel Größeres dahinter ..?
„Dann kippt der König zur Seite, ohne die Finger aus Kellams Gehrock zu lösen, bis sein Kopf mit einem leisen, dumpfen Geräusch auf dem Boden aufkommt.“
Die Königreiche Avendell und Istellia führen seit vielen Jahren Krieg. Doch nun soll endlich ein Friedensvertrag unterzeichnet werden. Dazu werden die wichtigsten VertreterInnen beider Länder auf Burg Avendell geladen, um das historische Ereignis zu bezeugen und zu feiern. Bevor jedoch der Frieden geschlossen werden kann, wird König Costis von Avendell ermordet. Während der Tat befinden sich neben dem König weitere Personen in seinen Gemächern: der Kronprinz Kellam, der königliche Leibwächter Oak, die istellianische Prinzessin Melarie, die Assassinin Vesryn, der Heiler Ellion und die Tierbändigerin Clove. Während die sechs ihr Misstrauen gegeneinander ablegen müssen, um den Täter zu finden, müssen sie gleichzeitig den Mord an dem König geheim halten, um den Friedensvertrag nicht zu gefährden.
Das Misstrauen in der Gruppe ist groß und schnell wird klar, dass jeder ein Geheimnis mit sich trägt. Sie müssen äußerst vorsichtig vorgehen, um nicht selbst in Verdacht zu geraten und gleichzeitig alles tun, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Der Pakt, den die sechs schließen, ist brüchig, und nicht weniger als die Zukunft beider Königreiche steht auf dem Spiel. Doch wer hat Interesse daran, die Länder ins Chaos zu stürzen ..?
Kein einfaches Whodunit
Eher unscheinbar kommt dieses Buch daher, und beinahe hätte ich es in der Programmvorschau des Verlags übersehen. Doch schließlich blieb ich an dem Satz „Ein toter König. Sechs Verdächtige.“ hängen. Ein Whodunit im Setting einer Fantasy-Geschichte? Das habe ich mir nach Durchlesen der Zusammenfassung vorgestellt und gewünscht – etwas oberflächlich und leicht zu lesen, das überraschende Offenbaren des Mörders und das eigene Miträtseln bis zum Schluss. Definitiv nicht erwartet hätte ich eine komplexe Story zwischen zwei Königreichen, deren Krieg über viele Jahre zurückreicht und Ausgangspunkt für den grausamen Tod des Königs sein wird. Die Verwicklungen der einzelnen Charaktere ist nicht leicht nachzuvollziehen, schließlich sind auch ihre eigenen Familien-geschichten Teil des Rätsels – und diese gilt es aufzuschlüsseln.
Dementsprechend erschlagen war ich trotz des gut zu lesenden Schreibstils. Geholfen hat dabei, dass jeder der sechs Charaktere ein eigenes Symbol bekommen hat, das am Anfang eines jeden Kapitels abgebildet ist, je nachdem, aus welcher Perspektive erzählt wird. Dadurch war es möglich, gut in die Geschichte reinzukommen. Die ein oder andere Überraschung hat ihr Übriges getan, den Spannungsbogen konstant zu halten, ehe es zum Ende hin dann aber doch wieder komplizierter wurde. So ist die Auflösung ganz anders, als man es sich vorgestellt hat, wenngleich es zwischendurch ein paar Hinweise darauf gab. Und die Begründung dahinter wurde auch ausladend erklärt, wodurch das Lesen langatmiger wurde.
Ob nun die Enttäuschung hinter der nicht erfüllten Erwartung, oder doch dem Aufbau der Geschichte geschuldet – so richtig begeistern konnte mich das Buch insgesamt weniger.
Fazit
Dieses Buch ist mehr als ein einfaches Whodunit im Fantasy-Format. Darauf sollte man sich im Vorhinein einstellen! Ob die Geschichte einen dann packt, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Andrea Hannah, Rebecca Mix, cbt


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