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Corinna Abbassi-Götte
Cybermobbing: hinterhältig, feige, verletzend

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Feb 2010

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Cybermobbing: hinterhältig, feige, verletzend"

Je wichtiger Internet, Chatrooms, Instant Messenger und Online-Netzwerke werden, desto vielfältiger werden die Formen des Mobbing.
Man spricht von Cybermobbing, Cyber-Bullying und Cyber-Stalking.
Gefährlich hierbei ist, dass die Hemmschwelle durch fehlende soziale Kontrolle und Anonymität im Internet sehr gering ist. Gerüchte sind schnell in die Welt gesetzt, Fotos schnell verunglimpfend bearbeitet, beleidigende Videos schnell ins Netz gesetzt.
Opfer kann jeder werden, doch die Suche nach dem Täter gestaltet sich mitunter als schwierig. Zusätzlich besteht das Problem, dass herabwürdigende Fotos, Videos, Aussagen und Gerüchte, sind sie einmal im Internet verbreitet worden, kaum mehr zu löschen sind.
Jeder, der sich nur halbwegs mit dem Internet auskennt, kann sich vorstellen, welche Konsequenzen diskreditierende Fotos oder Videos nach sich ziehen können – und bei all diesen Fakten sind wir noch gar nicht bei den psychischen Auswirkungen auf das Opfer angekommen.

Susanne Clay beschreibt in  "Cybermob – Mobbing im Internet" zwar eine etwas "harmlosere" Variante des Mobbing im Internet, zeigt dafür aber die Auswirkungen auf das Opfer umso deutlicher.
Opfer ist die Schülerin Carmen, ein durchschnittliches Mädchen, dass ein wenig Übergewicht hat. Ihre Geschichte beginnt recht unspektakulär mit ihrer Theater AG und dem neuen Stück, das diese aufführen soll. Carmen ist alles andere als begeistert, denn die Wahl fällt auf West Side Story, der Musical-Adaption von Romeo und Julia.
Erst als sie Dank ihrer Mutter das passende Outfit findet und sich plötzlich trotz ihrer Pfunde schön und weiblich fühlt, akzeptiert sie ihre Rolle und freut sich endlich auf das Stück.  
Von Mobbing ist weit und breit noch nichts zu sehen, alles ist vollkommen normal und wird aufgrund der langsamen Einführung in die Geschichte leider ein wenig langweilig.
Und dann kommt die erste böse Mail von einer Person namens Jackknife:
"Du hast es nicht verdient zu leben, du verfettete Schlampe"

Da bis auf ihre Freunde niemand ihren E-Mail-Account kennt, ist sofort klar, dass Carmen den Absender kennen muss. Zunächst nimmt sie die Mail nicht ernst, doch weitere folgen, und irgendwann wird deutlich, dass der Absender Carmen beobachtet.
Sie muss sich mit verletzenden Fotos auseinandersetzen und Hass-Mails ertragen, die alles andere als harmlos sind. Jede weitere Nachricht von Jackknife kratzt mehr an ihrem Selbstbewusstsein. Es folgen Beklemmung, Scham, Minderwertigkeitskomplexe und furchtbare Angst.
Carmen weiß nicht, was sie tun soll und ist vollkommen überfordert mit der Situation.
Natürlich bleibt ihrer Familie nicht verborgen, dass sie ein großes Problem mit sich herumträgt, doch bis sie sich aus ihrer Opferrolle befreit und handelt, dauert es.
Verraten muss ich hier, dass sie den einzig richtigen Weg wählt:
Sie vertraut sich anderen an. Sie holt sich Hilfe.

Warum ich denke, dass hier eine "harmlosere" Variante des Cybvermobbing geschildert wird? 
Weil der Täter schnell gefunden ist und eher lächerlich als böse wirkt. Außerdem lässt Susanne Clay Carmen nicht vollständig in ihren Qual versinken und ruiniert ihre Zukunft nicht.
Es scheint so, als ob es ihr eher darauf ankommt, dem Leser die Augen zu öffnen - zum einen darüber, welche Möglichkeiten es gibt, den Täter zu finden, zum anderen darüber, was Mobbing beim Opfer anrichten kann, und letztendlich darüber, dass es für Betroffene nur eine Möglichkeit gibt: Sie müssen sich Hilfe holen!

FAZIT

Es hätte schlimmer kommen können, und auch wenn der Cybermobber in dieser Geschichte leicht gefunden wird und Carmen die Geschehnisse schnell hinter sich lassen kann, ist die Aufklärung über Cybermobbing, die Susanne Clay hier bietet, nicht zu verachten.

Cybermob - Mobbing im Internet

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