Eine spannende Geschichte von Magie, Verbrechen und Abenteuern
In der Stadt Parnass gibt es zum Umgang mit Dieben klare Regeln: Wer zum ersten Mal erwischt wird, der wird "nur" ausgepeitscht. Wer dagegen den Ordnungshütern ein zweites Mal auffällt, der wird als Sklave verkauft. Auf diejenigen, die keiner haben will, wartet der Galgen. Der junge Dieb Cor, der zum zweiten Mal von den "Krähen" geschnappt wurde, harrt deswegen mit großer Angst auf sein Schicksal. Immerhin - es findet sich ein Käufer und nach der schrecklichen Prozedur des Brandmarkens nimmt ihn dieser dann mit nach Hause. Aber der Junge hat großes Glück im Unglück, ist sein neuer Herr Jonathan Fossell nicht nur ein freundlicher Mensch, sondern auch ein berühmter Magier. Er kann seine Schmerzen bald lindern. Das ist aber noch längst nicht alles, beginnt Fossell doch sogar damit, den Jungen magisch auszubilden. Schon bald sind die beiden ein gut eingespieltes Team. Aber dann passieren eigenartige Dinge im beschaulichen Städtchen Parnass und schon bald muss Cor nicht nur seine neuen Fähigkeiten unter Beweis, sondern auch unter seinen früheren "Kollegen" Fragen stellen. Problematisch nur, dass die Gilde der Diebe ihre eigenen gut gehüteten Geheimnisse hat, problematisch auch, dass die "Krähen" Cor immer noch mit Argusaugen überwachen, noch problematischer, dass offensichtlich ein Vertreter der Magier ein böses Werk plant. Cor und Jonathan können diesen Fall nur zusammen lösen und nur gemeinsam den Gefahren trotzen.
Cor - der Dieb, der schnell alle begeistert
Cors Geschichte zieht die Leser*innen von Anfang an in ihren Bann. Wir lernen ihn in einer seiner dunkelsten Stunden kennen und fürchten direkt mit ihm um sein Leben. Zugegeben dieser Einstieg ist schon sehr hart und ich dachte auch, dass die Geschichte für 12jährige vielleicht doch ein wenig zu brutal anfängt. Dennoch ist die Spannung einfach atemberaubend. Später erfahren wir noch wesentlich mehr über den jungen Dieb. Er hatte es sich ganz bestimmt nicht selbst ausgesucht, diesen "Beruf" zu ergreifen und machte aus allen Diebereien doch noch das irgendwie Beste. Cor ist ein toller, sympathischer aufgeweckter Held und man schließt ihn sofort ins Herz.
Neben ihm spielen natürlich noch der freundliche Magier Jonathan Fossell und seine Haushälterin, die knurrige Babette eine wichtige Rolle. Sie nehmen ihn in ihr Haus auf und insbesondere die schwer zu beeindruckende Babette zeigt auch in vielen Szenen, dass sie doch ein goldenes Herz hat. Dennoch ist auch für Cor nicht nur alles einfach. Er muss viele Dinge lernen und dazu gehört auch, dass er wieder Vertrauen zu Menschen fassen muss. Natürlich fällt ihm das nicht immer leicht, manchmal gibt es auch Missverständnisse, aber auch die werden überwunden. Hier zeigt sich auch, dass der freundliche Magier nicht immer nur liebevoll denkt, sondern dass auch er Fehler machen kann. Richtig Fahrt nimmt die Geschichte aber auf, als Jonathan beschließt, Cors mögliche magische Talente zu testen, damit er vielleicht auch als Magier ausgebildet werden kann. Sicherlich verrate ich hier nicht zu viel, wenn ich sage, dass das schon irgendwie möglich ist, aber dass dazu ein kleiner Trick gehört, der etwas mit "Singen" zu tun hat.
Nur gemeinsam können sie den Feind besiegen
Jonathan und Cor stellen fest, dass es in ihrer Stadt plötzliche große Gefahren gibt. Es werden Bomben gezündet und Geschäfte ausgeplündert und eigentlich sollte man glauben, dass damit vielleicht die Bruderschaft der Diebe mit im Spiel ist. Die beiden machen sich auf die Suche nach den Tätern und insbesondere für Cor wird das zu einer gefährlichen Mutprobe, muss er doch wieder seine alte Bruderschaft ansprechen, um hier Informationen zu erhalten. Schön ist hier auch beschrieben, wie er seine alten Freunde und damit insbesondere das Mädchen Ro wieder trifft und auch versuchen kann, für sie eine neue, schönere Zukunft zu schaffen. Aber vor der steht immer noch der große Kampf gegen einen mächtigen Gegner und den können Cor und Jonathan - natürlich mit der Hilfe von Babette und Ro - nur gemeinsam gewinnen.
Ich war von Judith Mohrs Roman wirklich begeistert und konnte mich kaum von diesem tollen Stoff lösen. Besonders gut gefiel mir dabei auch, dass jede Gruppierung - so auch die der Diebe - ihre eigenen Regeln und Vorschriften hat. Schön war natürlich auch, dass die Geschichte in der längst vergangenen Vergangenheit spielt und dass es vieles nicht gab, was für uns heute selbstverständlich ist. Die Geschichten um Cor - und hoffentlich auch die anderen - sind als Serie geplant und so können sich alle bereits jetzt auf den nächsten Band freuen. Toll ist aber auch, dass dieser Band schon ein eigenes Ende hat und nicht mit einem neuen, großen, ungelösten Problem endet. Dennoch - bestimmt wartet jeder, der den ersten Band gelesen hat schon ungeduldig auf die Fortsetzung.
Fazit
Judith Mohr nimmt uns mit in eine spannende, geheimnisvolle Welt der Magier und Diebe, die vor einer mittelalterlichen Kulisse spielt. Sie ist so gut erzählt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag und sich jetzt schon auf ein baldiges Wiedersehen mit unseren Helden und Heldinnen freut.




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