Es Tut Mir So Leid

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Thienemann, 2007, Titel: 'This is What I Did', Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Corinna Abbassi-Götte
Wie ist es, wenn man sich schuldig fühlt?

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Feb 2010

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Wie ist es, wenn man sich schuldig fühlt?"

Eine Geschichte über Freundschaft und Schuld. Klingt nicht wirklich außergewöhnlich, doch man sollte sich keinesfalls täuschen lassen. Es geht um Logan. Logans bester Freund ist Zylar, und irgendetwas ist mit Zylar geschehen. Recht schnell erfahren wir, dass Logan umgezogen ist und keinen Kontakt mehr zu Zylar hat. Wir erfahren weiter, dass dieser Umzug nicht ganz freiwillig war, und wir merken sofort, dass Logan nicht über das spricht, was geschehen ist – nicht mit seinen Eltern, nicht mit seinen Zwillingsbrüdern, nicht mit (nicht vorhandenen) Freunden, nicht mit einem Psychologen, nicht mit der leicht verrückten Laurel, die sich von den Gerüchten um ihn nicht abschrecken lässt.
Er schweigt beharrlich, und die Neugier wird immer größer.
Was ist mit Zylar geschehen?
Die verschiedensten Vermutungen schleichen irgendwann im Kopf herum, und man weiß doch nur eine Sache sicher: Logan war Zeuge, er hat nichts getan - und darunter leidet er.
Deshalb schottet er sich ab und tut auch nichts dagegen, als er an der neuen Schule und bei den Pfadfindern aufs Übelste gemobbt wird. 

Ann Dee Ellis widmet sich in ihrem Debütroman den sensiblen Themen Schuld, Gewalt und Mobbing mal in ganz anderer Weise: aus der Sicht eines Beobachters, der nichts getan hat und damit nicht zurecht kommt.
Erst nach und nach eröffnet sich der volle Umfang von Logans Qual. Seelenqual ist wohl der beste Ausdruck für das, was Logan durchmacht, und seine selbst auferlegte Strafe scheint das ruhige Ertragen des Mobbings zu sein.
Als habe er kein Recht, sich zu wehren, da er Zylar nicht geholfen hat.
Verstehen kann man diesen Gedankengang durchaus, doch genauso klar ist, dass er falsch ist. Aus diesem Grund wächst die Beklemmung mit jedem Detail, das man über die "Sache mit Zylar und seinen Dad" erfährt, und mit jeder Grausamkeit, die Logan zugefügt wird.

Was sofort auffällt ist der außergewöhnliche Stil, den Ann Dee Ellis gewählt hat. Trotz Ich-Perspektive erfährt man wenig über Logans Gefühle. Er berichtet vielmehr von Tätigkeiten, Vorgängen, Fakten und spontanen Gedanken und springt dabei abschnittweise zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Logan erzählt, er interpretiert und analysiert nicht, und zeigt auf diese Weise umso mehr von seiner Gefühlswelt: Er scheint innerlich erstarrt.  
Als Leser möchte man ihn schütteln, ihn zum Reden bringen, ihm helfen – vor allem, weil man neugierig auf das, was wirklich geschehen, ist.  
Man möchte, dass er endlich redet, sich wehrt und einsieht, dass er keine Schuld hat!

Hinzu kommt der reduzierte Stil der wörtlichen Rede. Kein "er sagte" oder "sie flüsterte", einfach nur der Name - Doppelpunkt – Worte, und wenn Logan nichts sagt, ist der Platz hinter dem Doppelpunkt eben leer - und das ist er sehr häufig.
Und irgendwann kommt schließlich die sehnsüchtig erwartete Wendung, ganz plötzlich, persönlich und realistisch.   

FAZIT

Man sieht Unrecht, hilft nicht - und leidet anschließend darunter. Was Logan passiert ist, kann jedem passieren! Erschwert wird seine Situation jedoch dadurch, dass es ausgerechnet sein bester Freund war, den er im Stich gelassen hat. Seine Erstarrung, seine scheinbar selbst auferlegte Strafe und seine Schuld werden auf berührende Weise deutlich, doch auch als er schließlich die Chance bekommt, einen Teil seiner Schuld loszulassen, vergeht das beklemmende Gefühl beim Leser noch lange nicht. Noch Wochen später spürt man Logans Qual, wenn man an ihn und seine Erlebnisse denkt.

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