Ragnarök - Fenriswolf

übersetzt von Katharina Erben und Tilo Herrmann; Hardcover, 144 Seiten

Band 1 von 2 aus der Ragnarök-Reihe

ISBN: 9783743217379

Ragnarök - Fenriswolf
Ragnarök - Fenriswolf
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Julian Hübecker
6101

Jugendbuch-Couch Rezension vonMär 2024

Liebevoll gezeichnet, langweilig geschrieben

Ubbe ist auf dem Weg, ein richtiger Wikinger-Krieger zu werden. Sein behütetes Dorfleben endet jedoch abrupt, als die Gemeinschaft von einem großen Wolf angegriffen wird. Als auch seine Mutter bei dem Angriff getötet wird, ist Ubbe gezwungen, schneller erwachsen zu werden, als ihm lieb ist. Und irgendwann vielleicht sogar die Chance zu bekommen, Rache zu üben …

„Haltet euch vom Wolfsgeifer fern!“

Der Wikingerjunge Ubbe träumt davon, eines Tages ein großer Wikinger zu sein – so wie sein Bruder Hod, der vielversprechendste Krieger im Dorf. Oder sein Vater, der wiederholt aufbricht, um die Schätze der Umgebung zu plündern. Von seiner Mutter lernt Ubbe das Kämpfen und Jagen. Er ist stolz, als er unter ihrer Anleitung sein erstes Kaninchen erlegt. Der Erfolg soll durch ein auf die Haut tätowiertes Zeichen gewürdigt werden.

Zur erneuten Rückkehr des Vaters und weiterer Krieger ist ein Fest auszurichten. Für Ubbe gibt es nichts Schöneres, als in der Gemeinschaft des Dorfes aufzuwachsen und unter seinesgleichen zu feiern. Das Fest wird jedoch jäh unterbrochen, als ein großer, blutrünstiger Wolf das Dorf angreift. Ubbes Bruder Hod wirft sich siegesgewiss in den Kampf, wird jedoch vom Wolf überwältigt und seine Augen mit dem Geifer der Bestie beträufelt, worauf er erblindet. Auch die anderen Krieger ziehen in die Schlacht, doch erst ein Blitzschlag verjagt den Wolf – und lässt viele Tote zurück:  darunter die Stabmeisterin Ylva sowie Ubbes Mutter. Der Vater verschwindet daraufhin spurlos aus dem Dorf.

Vier Jahre später leidet Ubbe noch immer unter dem Verlust, gibt aber sein Bestes, um für die Gemeinschaft des Dorfes zu sorgen. Auf einem seiner Jagdausflüge trifft er auf einen sprechenden Raben, der ihm tatsächlich Rache an dem Wolf verspricht …

Zeichnerisch ein Volltreffer

„Ragnarök“ ist eine neue Comicbuch-Reihe von Loewe Graphix und beinhaltet eine Mischung aus fantastischen Elementen der nordischen Mythologie und dem Leben der Wikinger. Geschichte und Illustrationen stammen von dem norwegischen Autor Odin Helgheim – ja, tatsächlich: Odin, wie in Odin, der Göttervater. Mehr nordische Atmosphäre geht wohl nicht.

Das Cover des Buches zeigt dann auch schon sehr schön, was man im Inneren erwarten kann: ausgestaltete, farbkräftige Bilder. Es gibt viel zu entdecken, denn Odin Helgheim hat ein Auge für Details. Seien es Runen, Statuen, viele unterschiedliche Gesichter oder das Dorfleben selbst. Er beschränkt sich nicht nur auf die Geschichte selbst, sondern sorgt zeichnerisch für Abwechslung und hat ein Gespür für historisch-mythologische Ausschnitte, an denen man sich nicht sattsehen kann.

Zeichnerisch kann Helgheim also voll überzeugen. Die Geschichte an sich leidet aber sehr darunter, wenig Inhalt zu haben. Vielmehr bieten sich einzelne Bruchstücke, die zusammengefügt wurden, aber Lücken hinterlassen, die stören. Zwar ist die Mischung aus dem Düsteren, das der tägliche Überlebenskampf im kalten Norden offenbart, und dem lockeren Humor aus einzelnen Szenen durchaus gelungen. Doch tröstet es nur wenig darüber hinweg, dass die Geschichte keinen wirklichen Spaß bietet. Erst zum Ende hin, als Ubbe dem Raben begegnet, wird es interessant. Leider endet das Buch da schon.

Ein willkommenes Gimmick vieler Comicbücher sind die Konzeptskizzen am Ende. Auch hier machen sie viel Spaß, anzugucken, und geben gleichzeitig einen Vorgeschmack auf den nächsten Band.

Fazit

Würde ich nur die Illustrationen bewerten, so müsste ich sagen: Volltreffer! Lebendig, wild und mit der richtigen Portion Humor hat der Autor genau den Nerv getroffen. Die Geschichte an sich enttäuscht jedoch leider.

Ragnarök - Fenriswolf

Odin Helgheim, Loewe Graphix

Ragnarök - Fenriswolf

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