Apache

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Carlsen, 2007, Titel: 'Apache', Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

Leser-Wertung

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Corinna Abbassi-Götte
der mutige Weg einer Apachin

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Jan 2010

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "der mutige Weg einer Apachin"

Siki und ihr kleiner Bruder Tazhi sind Waisen im Stamm der Black-Mountain-Apachen. Ihre Eltern sind bereits Jahre zuvor von Mexikanern getötet worden.
Als auch Tazhi vor Sikis Augen von einem Mexikaner ermordet wird, schwört sie Rache. Sie entscheidet sich für einen für eine Apachin zwar erlaubten, aber dennoch ungewöhnlichen Weg: Sie will Kriegerin werden.
Die Ausbildung ist hart und treibt sie an die Grenzen ihrer Kraft, doch der Wunsch nach Rache lässt sie durchhalten. Als einzige Frau behauptet sie sich an der Seite der anderen jungen Apachen. Doch was als persönlicher Rachefeldzug beginnt, wird schnell zu einer Geschichte, in der es um das Überleben ihres gesamten Stammes geht.

Genau dieser Wechsel  von Sikis persönlicher Geschichte zum beispielhaften Weg eines stolzen Indianerstamms in den Untergang, macht den Reiz dieses Buches aus.
Siki selbst blieb mir anfangs ein wenig fremd. Trotz Ich-Perspektive war es schwierig, sich mit ihr anzufreunden, denn Rache scheint lange das einzige zu sein, das sie antreibt. Als sie jedoch die Ausbildung zur Kriegerin beginnt, wird es spannend. Die Traditionen und Regeln der Indianer faszinieren. Da man das Buch mit dem Wissen, was die Indianer in der Vergangenheit durch weiße Siedler und Soldaten zu erleiden hatten, beginnt, schwebt über allem die Ahnung drohenden Unheils. Es wird nicht besser, es wird immer schlimmer, und der schicksalträchtige Beginn, der Mord an Sikis Bruder, war da nur der Anfang.
Siki muss sich nicht nur mit Anfeindung aus den eigenen Reihen auseinandersetzen, sie erfährt, dass die offizielle Version vom Tod ihres Vaters nicht richtig ist. Zusätzlich gehört sie zu den wenigen, die Visionen empfangen können, doch leider kann sie diese zum Teil nicht deuten.
Zu ihrem einzigen Vertrauten wird der junge Krieger Golahka, der seine Frau und seine Kinder ebenfalls durch die Mexikaner verloren hat.
Dank Golahka gibt Siki nicht auf, obwohl ihr Stamm eine Niederlage nach der nächsten verkraften muss. Auch die kleinen Siege, die die Black-Mountain-Apachen zwischendurch erringen, verblassen im nicht aufzuhaltenden Untergang des Indianerstammes.

Tanya Landman erzählt in "Apache" also nicht nur Sikis Geschichte, sie spricht den Landdiebstahl durch die Mexikaner, deren Gier nach Gold, die Versklavung indianischer Frauen und Kinder zur Arbeit in den Goldmienen, das Brechen von Verträgen und die Respektlosigkeit gegenüber den Indianern, die Entführung mexikanischer Kinder, die dann als Indianer aufwachsen, die unterschiedlichen Lebensweisen und die Traditionen der Indianer, das Vorrücken der Weißen in die Gebiete der Indianer, die Machtlosigkeit der Indianer gegenüber Schusswaffen, die Verstümmelung indianischer Toter durch die Soldaten, Vergewaltigung, Folter, Hunger und den Verlust des eigenen Landes an.

Trotz dieser Vielzahl an Themen, von denen eins furchtbarer ist als das andere, hat man nie das Gefühl, dass hier zu viele Ungerechtigkeiten und Gräuel angesprochen werden. Die Betroffenheit steigt vielmehr, je weiter man in Sikis Geschichte eintaucht. Und als Sikis Gedanken nicht mehr nur von Rache beherrscht werden und der Fokus eher auf dem Weg ihres ganzen Stammes liegt, wird es richtig spannend. Sehr gut gefallen hat mir vor allem, dass die stolzen und traditionsbewussten Black-Mountain-Apachen zwar die Sympathieträger dieser Geschichte sind, dass Sikis größter Feind allerdings nicht unter den Weißen zu finden ist, sondern im eigenen Stamm. Der junge Indianer Keste führt einen persönlichen Feldzug gegen Siki. Hass und Neid, und sein Wissen um die Taten ihres Vaters, beherrschen sein Handeln.

Wenn man den Wunsch hat, einen auf wahren Begebenheiten beruhenden Roman über die Apachen zu lesen, sollte man dieses Buch vielleicht nicht in die engere Wahl ziehen. Im Nachwort schreibt Tanya Landam: "Ich habe nicht versucht, einen korrekten historischen Roman zu schreiben."
Und trotzdem basieren einige Begebenheiten in diesem Buch auf historisch verbürgten Ereignissen. Sikis Geschichte stützt sich auf Vorfälle, die in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts an der Grenze zwischen Arizona und Mexiko ereignet haben.
Doch ihre Geschichte ist fiktional – und vermittelt auf beklemmende Weise, wie das Leben einer Apachin hätte aussehen können. Dabei spart die Autorin nicht mit grausamen und blutrünstigen Details. Und glaubt man, man wüsste bereits im Voraus, wie Sikis Geschichte enden wird, so erlebt man selbst auf der letzten Seite noch eine riesige Überraschung.

FAZIT

Die Verflechtung von historisch verbürgten Ereignissen und der fiktiven Geschichte einer Apachin, die sich für den Weg einer Kriegerin entscheidet, funktioniert vortrefflich. Wer sich für indianische Geschichte interessiert und ein Buch über eine starke, junge Frau lesen möchte, sollte sich "Apache" nicht entgehen lassen.

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