Wie hat euch das Anthropozän bis jetzt gefallen?

  • dtv
  • Erschienen: Juli 2022

übersetzt von Henning Dedekind, Violeta Topalova, Wolfram Ströle und Friedrich Pflüger; Broschur, 320 Seiten

ISBN: 9783423627658 

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Judith Bäcker
10

Jugendbuch-Couch Rezension vonNov 2022

Ein Buch wie eine perfekte süße Tüte!

John Green philosophiert locker über vielfältige Themen unserer heutigen Zeit. So erzählt er die Geschichte der Höhlenmalerei von Lascaux oder von der Entstehung der „Diet Dr. Pepper Limonade“, bis hin zur Gründung der ersten Selbstbedienungs- Supermarktkette „Piggly Wiggly“ oder was es mit dem Song „You`ll never walk alone“ auf sich hat.

Dabei stellt John Green in jedem Kapitel einen persönlichen Bezug zu seinem Leben her, wenn er z.B. im Zusammenhang mit den Höhlenmalereien von den Handabdrücken seiner Kinder erzählt. Auf diese Weise werden die großen Themen auf wundersame Weise unkompliziert und das ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern nebenbei ist man nach jeder Geschichte auch noch etwas klüger als vorher.

„Später stellte sich heraus, dass diese Kunstwerke mindestens 17000 Jahre alt waren.“

Wie z.B. in der Geschichte der Entdeckung der Höhle von Lascaux, einer Höhle von 90 m Länge, in der etwa 2000 Wandmalereien gefunden wurden. Der 18-jährige Marcel Ravidat stieß beim Spaziergang mit seinem Hund im Jahr 1940 zufällig darauf und er kam tags darauf mit drei Freunden zurück, um diesen Schatz zu erkunden. John Green erzählt in seinem Essay aber nicht nur von der Entdeckung der Höhle und von deren wertvollem Inhalt, sondern auch von der Lebensgeschichte der Jungen, die sie entdeckt haben. So erfährt man nicht nur, was es mit der Höhlenmalerei von Lascaux auf sich hat, sondern man lernt auch die Story dahinter kennen und das ist fast genauso spannend.

„Wenn man die Zeit in Halleys misst, anstatt in Jahren, dann sieht Geschichte gleich ganz anders aus.“

John Green ist einfach ein toller Schriftsteller! Er schafft es perfekt, kurzweilig und lustig aber auch zugleich tiefgründig zu schreiben. Auch in diesem Buch ist ihm das wieder perfekt gelungen. Dabei sind die Grenzen zwischen Sachbuch und Kurzgeschichten fließend und durch die persönliche Note des Autors macht es beim Lesen fast den Eindruck, als würde John Green selbst einem beim gemeinsamen Kaffeetrinken diese Geschichten erzählen.

Nach meiner Ansicht ist es allerdings kein regelrechtes Jugendbuch, sondern eher ein All-Age-Buch für alle Neugierigen, die vielseitig interessiert sind. Denn wie am Anfang vorgeschwärmt, ist das Buch eine perfekte süße Tüte! Aber nicht, weil John Green so lieblich schreiben würde, sondern weil so viele überraschende Geschichten darin erzählt werden, so dass man sich beim Lesen immer schon auf das nächste Kapitel freut!

Fazit

Philosophisch und amüsant und dazu noch kurzweilig geschrieben.
Ein richtig tolles Buch, nach dessen Lektüre man zudem noch klüger ist als vorher!

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