Ich überlebte

  • Hanser
  • Erschienen: März 2022

übersetzt von Manuela Knetsch; Hardcoer, 112 Seiten

ISBN: 9783446272385

Ich überlebte
Ich überlebte
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Julian Hübecker
8

Jugendbuch-Couch Rezension vonJul 2022

Ein Überlebensweg von vielen

Rena ist gerade einmal elf, als sie lernen muss, dass sie als Jüdin von anderen Menschen als nicht lebenswürdig eingestuft wird. Sie und ihre Eltern werden in Krakau in ein Ghetto gepfercht, ein Ort, an dem man nicht lange überlebt. Doch schließlich hat sie Glück: Ein Mann, der hunderte von Jüdinnen und Juden auf eine Liste setzt, rettet ihnen dadurch das Leben. Auch Rena ist darunter.

„Mein Überleben habe ich einem Menschen zu verdanken, der sich weigerte, einfach nur zuzuschauen und nichts zu tun. Sein Name war Oskar Schindler.“

Rena wächst mit ihren Eltern behütet auf. Es fehlt ihr an nichts, und obwohl in Polen Antisemitismus nicht ungewöhnlich ist, hat sie sich bislang sicher gefühlt. Doch dann marschieren die Nationalsozialisten in Polen ein und die Stimmung wird aggressiver. Die jüdische Bevölkerung darf immer weniger, wird ihrer Lebensgrundlage beraubt und schließlich in Ghettos gepfercht. Viele, die hier nicht sterben, werden weiter in Vernichtungslager gebracht und schließlich dort ermordet.

Auch Renas Vater wird getötet, sodass nur noch Rena und ihre Mutter übrigbleiben. Doch sie haben Glück und werden vom Unternehmer Oskar Schindler in seiner Fabrik eingesetzt. Er und seine Frau setzen sich ein für die Arbeiterinnen und Arbeiter und bewahren sie so vor dem sicheren Tod. Auf diese Weise überleben etwa 1200 Jüdinnen und Juden, darunter Rena und ihre Mutter. Als Rena nach dem Krieg schockiert feststellt, dass es Menschen gibt, die den Holocaust leugnen, schwört sie sich, von ihrer Geschichte zu berichten, damit nie vergessen wird, was während der Zeit des Nationalsozialismus vielen Menschen angetan wurde.

„Und vielleicht werdet auch ihr, liebe Leserinnen und Leser, zu jenen gehören, die den Mut haben, sich für Unschuldige einzusetzen. Steht für sein ein – und nicht nur unbeteiligt dabei.“

Mit nur 93 Seiten ist das Buch sehr dünn und spiegelt natürlich nicht Renas gesamte Geschichte en détail wider. Stattdessen wird fast schon nüchtern und in knappen Sätzen von dem Horror berichtet, den sie erleben musste. Gerade deshalb liest es sich aber auch sehr persönlich – eine Mischung, die zu einem Tatsachenbericht passt. Daher ist es für den Schulunterricht zu empfehlen; auch, weil Renas Geschichte sich mit der von Oskar Schindler kreuzt, einer Persönlichkeit, die einen ebenso interessanten Lebensweg hatte.

Da Rena und ihre Mutter die Schindlers persönlich kennengelernt haben, schwingt viel Dankbarkeit in den Sätzen mit. Denn die beiden werden tatsächlich für wenige Wochen nach Auschwitz deportiert und können nur durch Bestechung daraus befreit werden. Es ist kaum zu glauben, dass es Menschen gibt, die der Hölle auf diese Weise entkommen sind.

Zusätzlich zur Geschichte gibt es am Ende noch neun Seiten persönlicher Fotos von Rena, von ihrer Kindheit bis ins hohe Alter. Der Bezug zu ihr als reale Person wird so deutlicher, ihre Erzählung noch unglaublicher.

Fazit

Ein kurzweiliger Bericht über das Leben und Überleben eines jüdischen Mädchens und ihrer Mutter. Nüchtern erzählt, doch der Schrecken schwingt stets mit.

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