Blissful High

  • cbt
  • Erschienen: März 2022

übersett von Catrin Frischer; Broschur, 400 Seiten

ISBN: 9783570310984

Blissful High
Blissful High
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Sabine Bongenberg
2

Jugendbuch-Couch Rezension vonJul 2022

Langweilig und lieblos

Wenn Nettie und ihre Freunde etwas Wichtiges, etwas wirklich Wichtiges unter „vier Augen“ und privat besprechen wollen, dann ist das gar nicht so einfach. Denn Nettie lebt mit ihren Freundinnen und Freunden in der „Blissful High“ und damit in einer immerwährenden Reality Soap. Jedes Wort wird belauert und gefilmt und nichts bleibt privat. Dennoch war die „Blissful High“ lange Zeit ein Ort, der ein bisschen an die schöne, saubere Welt eines Walt Disney erinnerte: Schöne, heitere Menschen lebten in einem schönen Leben. Aber mittlerweile hat sich das geändert: Personen, die bei den Zuschauern nicht mehr so beliebt sind, werden aus der Soap herausgeschnitten und – ja, was eigentlich dann? Wohin verschwinden diese Darsteller, was wird aus Freunden oder sogar Familienmitgliedern und was ist zu tun, wenn plötzlich die eigenen Werte fallen und das Damoklesschwert des „Serientods“ über einem schwebt und man nicht einmal genau weiß, ob es denn beim „Serientod“ bleibt?

Wann wird es denn mal spannend?

Maya Rock hat hier eine grundsätzlich tolle Idee: die einer immerwährenden rosaroten Highschool, die im Netz oder Fernsehen eine Dauerschleife gepachtet hat und bei der die Welt plötzlich aus den Fugen gerät – verarbeitet und ganz fürchterlich vor die Wand gefahren. Die Geschichte wird zäh wie Kaugummi erzählt und ihre Darsteller bleiben blass und farblos. Selbst für ihre Hauptdarstellerin Nettie konnte ich keine besonderen Sympathien entwickeln. Es dauerte für meinen Geschmack auch sehr lange, ehe die – langweilige – Handlung dann doch ein wenig auf Touren kam. Nettie und ihr Freund Scoop forschen nach dem „Serientod“ seiner Schwester, was aus den „entfernten“ Schauspielern geworden ist und stellen fest, dass diese offensichtlich nicht einfach in eine wie-auch-immer-geartete Serienrente verschickt wurden. Unglücklicherweise kennt der Leser auch diese ehemaligen „Blissfuler“ nicht, so dass sich seine Bestürzung in engen Grenzen abspielt.

Eine andere Art von „Neusprech“

Mich irritierten an dem Buch auch die plötzlich eingeführten Redewendungen und auch wenn sich mir schnell erschloss, was das immer wieder angeführte – und immerhin erläuterte – „Zehn plus“ bedeutete, tat ich mich mit dem „Close up“ schon schwerer und ich verstehe noch immer nicht so recht, inwieweit sich ein „Real“ von einem „Patrioten“ unterscheidet. Grundsätzlich gesehen spielt das auch keine große Rolle, ist doch der Roman generell so blass und konturenlos erzählt, dass die offen stehenden Fragen zum Schluss kaum mehr interessierten. Langweilig und blass blieb selbst Netties kleine Romanze und auch dabei war für mich vollkommen unklar, was sie eigentlich mit dem gut aussehenden Callen verbindet. Ich denke, ein tatsächlicher Drehbuchschreiber hätte ein solches Skript links und rechts um die Ohren … – aber gut, lassen wir das.

Fazit

Die Geschichte über Seriendarsteller, die plötzlich verschwinden, wenn sie nach ihrem Ausscheiden nicht mehr gebraucht werden können, hätte – schwungvoll erzählt und mit ernsthaften und interessant charakterisierten Darstellern – eine tolle Geschichte gemacht. Was hier aber präsentiert wird, ist so spannend, wie der Matheunterricht in der vierten Stunde.
 

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