Warum ich Feministin bin

  • Sauerländer
  • Erschienen: Februar 2022

übersetzt von Alexandra Ernst; Illustrationen von Nursima Nas; Hardcover, 64 Seiten

ISBN: 9783737358996

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Sabine Bongenberg
10

Jugendbuch-Couch Rezension vonApr 2022

Feministinnen sind bunt und fröhlich – so wie dieses Buch

Als die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie zum ersten Mal einen Kurs leitete, da dachte sie lange darüber nach, was sie am besten tragen sollte. Natürlich hatte sie sich auf den ersten Tag gefreut, aber ein bisschen aufgeregt war sie auch und sie hätte so gerne einen hübschen Rock getragen. Aber sie traute sich nicht, denn vielleicht hätten ihre Zuhörer dann gedacht, dass sie viel zu weiblich sei und man sie deswegen nicht ernst nehmen könnte. Adichie trug also einen hässlichen, strengen Hosenanzug – und ärgert sich bis zum heutigen Tag über diese Entscheidung.

Mädchen stehen in der Küche

Bis zum heutigen Tag haftet dem Begriff der „Feministin“ ein etwas eigenartiger Beigeschmack an: Sind das nicht strenge, verbitterte, humorlose Frauen, die nie heiraten, weil sie jeden Mann erschrecken? So zumindest hat es Chimamanda Ngozi Adichie in ihrer Kindheit gelernt und auch so manchem Leser oder Leserin mag das vertraut vorkommen.

Adichie zeigt mit diesem wundervollen kleinen Buch, dass das alte und längst überholte Vorurteile sein sollten – auch wenn sie immer wieder Eingang in unseren Alltag finden. Einige Beispiele, die die Autorin erzählt, stammen aus Nigeria und sicher mag es hier noch sehr oft so sein, dass der Mann den Ton angibt. Dennoch zeigt die Autorin auch, wie sich viele Mechanismen in unserer Zeit und in Europa und in den USA behaupten, die Frauen immer noch deutlich aufzeigen, wo ihr Platz in der Hackordnung zu sein hat.

Mädchen sind nie wütend

Adichie beschreibt lebendig und nachvollziehbar, welche Hürden sich einer selbstbestimmten Frau in den Weg stellen können, wenn diese versucht, ihren eigenen Weg mit ihren eigenen Stimmungen und Vorlieben zu gestalten. Sie zeigt, welche Sprüche immer noch fallen, wenn selbstbewusste Frauen als verbittert und unattraktiv präsentiert werden sollen – und wie viele Frauen sich dem Zwang dieser Vorgaben beugen. Mit den Zeichnungen von Nursima Nas ist ein fröhliches, buntes – aber dennoch ernstzunehmendes und eindringliches – Buch entstanden, das vielen Mädchen und jungen Frauen Mut macht, ihren eigenen Weg zu beschreiten und dabei dennoch ihren persönlichen Stil beizubehalten.

Fazit

Auch wenn das Thema des „Feminismus“ oft als ein wenig „sperrig“ verstanden wird, ist mit dem Text von Chimamanda Ngozi Adichie und den fröhlichen, bunten Zeichnungen von Nursima Nas ein bezauberndes Plädoyer für diese Strömung entstanden. Adichie erzählt von ihrem Leben und ihrer Entwicklung und schafft damit lebendige und anschauliche Bilder, die wichtige Botschaften vermitteln.
 

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