A River of Royal Blood - Rivalinnen

  • dtv
  • Erschienen: Februar 2022

übersetzt von Carina Schnell; Hardcover, 432 Seiten

ISBN: 9783423763653

A River of Royal Blood - Rivalinnen
A River of Royal Blood - Rivalinnen
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Nina Pimentel Lechthoff
4

Jugendbuch-Couch Rezension von Nina Pimentel Lechthoff Jun 2022

Lasst die Spiele beginnen!

Im Königinnenreich Myre wird Stärke vorgelebt. Denn seit die erste Menschenkönigin Reina die Macht an sich gerissen hat, werden die Herrscherinnen nach einem grausamen Ritual ausgewählt. Werden mehr als zwei Erbinnen geboren, müssen diese gegeneinander kämpfen – bis nur noch eine steht. Das System der Erbrivalinnen soll dafür sorgen, dass nur die stärkste und mächtigste Frau den Thron besteigen kann. Das bedeutet aber auch, dass Eva ihre Schwester Isa töten muss – oder selbst durch Isas Hand sterben.

Aber noch hat Eva Zeit, denn bis zu ihrem 17. Namenstag gilt sie noch nicht als Erbrivalin. Doch die Monate bis dahin sind gezählt und sie hat immer noch nicht gelernt, ihre Magika zu beherrschen. Jeder Mensch in Myre wird mit einer bestimmten Magika geboren – Isa etwa kann Licht und Gedanken manipulieren –, die sie mit Hilfe von Tätowierungen anwenden können. Evas Magika ist aber gefährlich: Die Magika der Knochen und des Bluts. Eine alte, unerforschte Magika, mit der Eva allein gelassen wird. Denn keiner kann ihr so recht beibringen, diese zu beherrschen. Bis sie auf einen Mann trifft, den sie eigentlich nur für eine Legende gehalten hatte. Kann er ihr helfen, ihre Magika zu beherrschen und ihr somit eine Chance geben, gegen ihre Schwester zu bestehen?

Oberflächliche Welt…

Das Königinnenreich Myre ist ein interessanter Schauplatz: Es gibt verschiedene Völker, die darin leben, und die Geschichte des Königinnenreichs ist ebenso brutal wie faszinierend. Amanda Joy hat sich eine schöne Welt ausgedacht und ich hätte wirklich gerne mehr darüber erfahren. Doch ich habe mich als Leserin oft allein gelassen gefühlt, wenn es um tiefere Details der Geschichte und der Gesellschaft von Myre geht. Denn oberflächlich betrachtet, wird Myre zwar beschrieben, aber mir fehlt es an Substanz. Es wird von Intrigen und Bündnissen der Adligen gegen Eva gesprochen, aber nur am Rande in Dialogen oder in den Gedanken der Protagonistin. Wie diese aussehen, wird kaum beschrieben. Mir gefällt es zwar, wenn ich in eine unbekannte Fantasy-Welt hineingestoßen werde und ich mir die Details nach und nach erschließe, aber im Fall von Myre hatte ich nie das Gefühl, dass ich die nötigen Details an die Hand bekommen habe, um mir ein vollständiges Bild erschaffen zu können.

… noch oberflächlichere Figuren

Genau das gleiche gilt für die Figuren: Angefangen bei der Hauptfigur bis hin zu den Nebenfiguren. Eva hat viele Gegnerinnen am Hofe, aber (fast) genauso viele Verbündete. Gleich zu Beginn begleitet Falun Eva, wenn sie sich aus dem Palast schleicht oder sich am Hof präsentieren muss. Ich hatte gedacht, dass er im Verlauf der Geschichte eine wichtige Rolle einnehmen wird, aber plötzlich verschwindet er von der Bildfläche. Das gleiche passiert mit mehreren der Nebenfiguren. Gefühlt bietet die Geschichte nämlich immer nur Platz für Eva und eine weitere Figur. Erst kommt Falun, der dann von Evas Magika-Lehrer Bacchan abgelöst wird, der wiederum Platz für Evas Love Interest Prinz Aketo machen muss. Auf diese Art lernt man keine der Figuren um Eva herum richtig kennen, sodass ihre Beziehungen zu ihrem Umfeld einem egal bleiben.

Auch Magie braucht Regeln

Zu oberflächlich und zu wenig Tiefe ist meiner Meinung nach das Motto des Auftaktbands von „A River of Royal Blood“. Denn nicht nur der Welt und der darin lebenden Figuren fehlt es an Tiefe, auch bei der Magie zieht sich das durch. Wie funktioniert diese Magika? Welche Grenzen hat sie? Wie stark kann die Magika einzelner sein? Mit jeder Seite habe ich mich mehr Fragen zu der Magie in Myre gestellt. Das ist einerseits ein gutes Zeichen, denn – wie anfangs gesagt – ist die Welt, die Amanda Joy hier erschafft, auf dem ersten Blick sehr interessant. Doch dann werden keine oder sehr widersprüchliche Antworten geliefert. Mir fehlt ein bisschen der Zusammenhang oder eine Regelmäßigkeit, denn auch eine magische Welt muss Sinn ergeben.

Fazit

A River of Royal Blood – Rivalinnen war nichts für mich. Am Anfang war ich von Myre angetan und die ersten paar Kapitel haben mich gepackt, denn ich wollte mehr über diese interessante Welt erfahren. Doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr Fragen hatte ich. Das wäre kein schlechtes Zeichen, doch die meisten Fragen tauchten auf, weil sich Ereignisse widersprachen oder tiefergehende Details ausgelassen wurden. Oder weil Figuren einfach aus der Erzählung verschwunden sind – zumindest aus dem Vordergrund. Auch wenn die Welt und einige der Figuren auf den ersten Blick interessant erscheinen, fehlt es an allen Ecken und Kanten an dem gewissen Etwas, das eine Fantasy-Welt zu einer zusammenhängenden und sinnvollen Welt werden lassen.
 

A River of Royal Blood - Rivalinnen

Amanda Joy, dtv

A River of Royal Blood - Rivalinnen

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