Nightsky Full of Promise

  • LYX
  • Erschienen: Oktober 2021

Broschur, 480 Seiten

Band 1 von 3 aus der Berlin Night-Reihe

ISBN: 9783736316591

Nightsky Full of Promise
Nightsky Full of Promise
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Sabine Bongenberg
7

Jugendbuch-Couch Rezension von Sabine Bongenberg Feb 2022

Hübsche Liebesgeschichte mit ein paar Macken

Sidney und Luke treffen sich auf einer Abi-Party in Berlin zum ersten Mal und doch ist es, als würden sie sich schon ewig kennen. Aber was so großartig startet, kann nicht allzu lange währen, denn Luke steht vor einem einjährigen Aufenthalt im weit, weit entfernten Neuseeland und da Sidney in Berlin bleiben muss, lohnt es sich nicht einmal, die Telefonnummern auszutauschen. Beide vereinbaren aber, dass sie sich im nächsten Jahr am selben Ort wieder treffen werden und Sidney hält das auch ein. Sie hält es auch im Jahr darauf ein und im Folgenden – aber Luke wird nicht mehr gesehen. Enttäuscht beschließt sie endlich, mit der sinnlosen Warterei aufzuhören und da passiert das Unfassbare: Luke steht plötzlich wieder vor ihr, doch scheint er sich an die wundervolle Nacht in Berlin nicht zu erinnern und Sidney kennt er nicht einmal mehr. Was ist da nur passiert? War alles nur ein schrecklicher Irrtum?

Wer ist hier eigentlich der „Bad Guy“?

Mounia Jayawanth erzählt in ihrem Debutroman und dem Auftakt zur „Berlin Night“ die Geschichte von Sidney und Luke, die abwechselnd als Ich-Erzähler auftreten. Sie treffen sich in einer schönen Sommernacht, um sich dann ebenso wieder schnell zu verlieren. Natürlich wäre es ein sehr kurzer Roman, wenn die Geschichte hier auserzählt wäre und so will es das Schicksal (oder vielmehr die Autorin), dass sich die beiden zufällig in einer Bar wieder in die Arme laufen. Auch das könnte jetzt eine hübsche, aber kurze Liebesgeschichte werden. Aber – ojeh – was ist denn nur mit Sidney los? Anstelle dem gutaussehenden Luke einmal kurz und knapp die Meinung zu geigen, was denn mit seiner groß angekündigten Reise ans andere Ende der Welt los war und dann auch mal direkt nachzuhören, warum das denn mit dem angekündigten Treffen nach einem Jahr nicht geklappt hat, sagt sie lieber gar nichts und lässt vielmehr einen Haufen schlechter Laune an ihm aus. Obwohl sie dennoch weiterhin zumindest ein bisschen – oder ein bisschen viel – in ihn verliebt ist. Ehrlich gesagt, mir erschloss sich nicht, warum Luke sich das alles bieten ließ. Liebe Leserinnen und Leser, an dieser Stelle auch ein Wort von der alten (na ja), halbwegs erfahrenen Tante Bine: Wer einen jungen Mann, der einen freundlicherweise von einer Party abholt, unten auf der Straße warten lässt und ihn dann – sollte er doch an den Ort der Feierlichkeiten kommen – mit den barschen Worten angeht „Welchen Teil von „Warte unten“ hast du nicht verstanden?“, der oder vielmehr die, sieht ihn nie mehr wieder. Versprochen. Sollte das in einem Roman funktionieren, ist das etwas anderes, denn das ist Fiktion.  

Die „nette“ Sidney, die so gerne ohne jedes Rezept und innerhalb kürzester Zeit die tollsten Kuchen backt und offensichtlich nie in der Küche ein Schlachtfeld hinterlässt, ist damit oft gar nicht so nett. Ich konnte auch nicht so recht glauben, dass alles mit ihrer Schüchternheit erklärt wurde, denn es wäre mir neu, dass Schüchternheit sich als Aggression äußert. An ihrer Person gefiel mir dagegen, dass sie ihre eigene Sexualität entdeckt und auch offen damit umgeht, wenngleich ich es für eine falsche Entscheidung halte, den Kauf eines Vibrators in den sozialen Netzwerken zu posten. Letztendlich muss das aber jede selbst wissen. Natürlich und lustig wurden auch Sidneys WG-Mitbewohnerinnen in die Geschichte eingeführt, denn sie bilden ja die Hauptpersonen der nächsten beiden Bände der Berlin Night-Reihe. Schön war auch Sidneys Familiegeschichte, die glaubhaft von einer großen Wärme und Liebe erzählte. Auf der anderen Seite war Lukes mehr als komplizierte Familie offensichtlich aus einem Roman der Jahrhundertwende entliehen, denn nur so ließen sich für meinen Geschmack die Aktivitäten seines absolut gemeinen Vaters erklären.

Stimmt denn das Wichtigste?

Dennoch ist in einem Liebesroman natürlich das große „L“-Wort das wichtigste und hier bleibt zu sagen, dass Jayawanth diese Aufgabe meistert. Man glaubt ihr die Schilderung der großen Gefühle und des großen Glücks, wenn es mit „IHM“ dann doch funktioniert. Hier hat die Autorin einfach schöne, herzerwärmende Momente geschaffen. Mit ein paar Abstrichen bildet Nightsky full of promise somit einen schönen Auftakt der drei Liebesgeschichten um die drei Freundinnen aus der Mädchen WG und sicher werden die Leserinnen auch in den nächsten beiden Bänden noch so einiges über Luke und Sidney erfahren.

Fazit

Eine schön erzählte Liebesgeschichte und hätten sie vielleicht doch etwas mehr gesprochen und etwas weniger Sex gehabt, dann wäre sie bestimmt noch ein wenig schöner – wenn auch etwas kürzer – gewesen.

Nightsky Full of Promise

Mounia Jayawanth, LYX

Nightsky Full of Promise

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