The Upper World

  • cbj
  • Erschienen: September 2021

übersetzt von Alexandra Ernst; Hardcover, 416 Seiten

ISBN: 9783570166222

The Upper World
The Upper World
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Julian Hübecker
6

Jugendbuch-Couch Rezension vonDez 2021

Das Spiel mit der Zeit

Als Esso in eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gangs gerät, ist sein Leben in Gefahr. Seit einem Unfall kann er jedoch sehen, was ihm blühen wird. Um sein Leben und das seiner großen Liebe zu retten, braucht er ausgerechnet die Hilfe von einem Mädchen, das in der Zukunft lebt. Dafür muss er aber einen Weg finden, die beiden Zeitebenen zu verbinden …

„Das Leben ist wie ein Kartenspiel. Das Blatt, das du bekommst, ist Schicksal. Die Art, wie du es ausspielst, ist dein freier Wille.“

Esso ist ein schwarzer Teenager, der in einem Londoner Stadtteil lebt, der vornehmlich von zwei Gangs beherrscht wird. Er versucht sich möglichst aus diesem Milieu herauszuhalten, doch viele der Mitglieder gehen auf seine Schule, und mit einem von ihnen ist er befreundet. Mit diesem ist er auch unterwegs, als die Auseinandersetzung zwischen den Gangs eskaliert: Esso wird dabei beobachtet, wie er zwischen den Mitgliedern der verfeindeten Gang steht, und ihm wird Rache geschworen. Esso, ganz eingeschüchtert, rennt prompt vor ein Auto und findet sich plötzlich in einer anderen Sphäre, der Oberen Welt, wieder. Auf einmal nimmt er wahr, was in der Zukunft passieren wird. Und das sieht nicht rosig für ihn aus ...

Währenddessen lebt Rhia im Jahr 2035. Sie wohnt mit ihrer Pflegeschwester bei Pflegeeltern und spielt leidenschaftlich gerne Fußball. Um eine bessere Zukunft zu haben, muss sie sich sehr anstrengen, weshalb sie auch einen Nachhilfelehrer gestellt bekommt. Sein Name: Esso. Rhia ist anfangs nicht begeistert von Esso, dann wird jedoch ihre Neugierde geweckt, als sie ein Foto von ihm mit ihrer verstorbenen Mutter findet. Auf welche Weise sind die beiden miteinander verbunden? Esso offenbart ihr schließlich eine Wahrheit, die das Undenkbare möglich machen könnte: Eine Reise durch die Zeit.

Abgefahren, aber nicht einfach zu lesen

Femi Fadugba präsentiert mit The Upper World sein Debüt, das durchaus einen gehobenen Anspruch hat. Allein der Master in Quantenphysik des Autors gibt einen Vorgeschmack darauf, was einem im Buch erwarten könnte. Denn man muss sich schon sehr konzentrieren, um seinen Gedankengängen zu folgen, die mit präzisen Berechnungen unterlegt werden. Will man die Geschichte vollumfänglich verstehen, ist es unerlässlich, nachzuvollziehen, auf welche Theorien sich Fadugba stützt. Daher ist das Buch vor allem für mathematisch oder physikalisch interessierte Leserinnen und Leser etwas – oder für solche, die sich für eine Geschichte Zeit lassen wollen.

Es stellt sich im Nachhinein die Frage, ob diese Berechnungen wirklich sein müssen, da sie durch ihre Nüchternheit den Lesefluss hemmen. Als Leser nimmt man das meiste sowieso ab, ohne es bis ins Detail dargelegt bekommen zu müssen. Denn die Geschichte an sich ist interessant, und auch die Verknüpfung der beiden Zeitebenen gelingt. Man verliert einzig irgendwann den Faden, wie die Zeitreise nun funktioniert und auf was es schlussendlich hinausläuft (oder ich habe irgendwann aufgegeben, mich zu konzentrieren).

Nachvollziehbar ist jedoch das jeweilige Umfeld der beiden Protagonisten Esso und Rhia. Beide müssen sich beweisen, um ihre Leben auf die richtige Bahn zu lenken. Zwar kauft man nicht jede Begebenheit ab, doch bietet sich genügend Konfliktmaterial als Anker für die Zeitreisegeschichte.

Fazit

Eine schwere Kost, die einiges an lockerem Lesefluss vermissen lässt. Esso und Rhia funktionieren glaubhaft, doch übertreibt es der Autor mit seinen mathematischen Ausführungen.

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