Blut und Schokolade

Erschienen: September 2021

Bibliographische Angaben

Hardcover, 448 Seiten

ISBN: 9783751300230

Couch-Wertung:

7
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Judith Bäcker
Machen Pralinen glücklich?

Rezension von Judith Bäcker Nov 2021

Manal jobbt nach dem Abi in einer Schokoladenmanufaktur. Sie weiß noch nicht so recht, was sie mit ihrer Zukunft anfangen soll, als ihre Eltern ihr vorschlagen an die Elfenbeinküste zu reisen und dort ihren Onkel und ihre Tante zu besuchen. Die beiden bewirtschaften dort eine kleine, nachhaltige Kakaofarm. Manal freut sich auf die Reise und auch darauf, etwas über ihre afrikanischen Wurzeln zu erfahren.

Arbeiter oder Sklaven?

Issa hat ein Bein durch ein Unglück verloren und kann seitdem nur noch mit Krücken laufen.  Sein kleiner Bruder Yaya wurde einige Jahre zuvor als Arbeiter an eine Kakaoplantage „vermittelt“. Issa hat ihn verzweifelt gesucht und heuert schließlich auf derselben Plantage an, mit dem festen Ziel, Yaya dort rauszuholen, wenn sie genug Geld verdient haben. Schnell wird klar, dass die Kinder auf der Plantage gefangen sind. Sie müssen für „Kost und Logis“ arbeiten und von ihrem „Verdienst“ bleibt nichts übrig. Hunde überwachen sie und keines darf die Plantage je verlassen. Issa ist schockiert über die Verhältnisse und darüber, wie gut das System mit Angst und Gehirnwäsche funktioniert. Er lehnt sich auf und versucht mit den Kindern zu fliehen. Doch das ist lebensgefährlich und so beginnt eine abenteuerliche und aufregende Geschichte.

Manal trifft Issa an einem Abend, an dem sie einen Spaziergang macht und die beiden kommen miteinander ins Gespräch. Sie spüren sofort eine große Neugier und Zuneigung füreinander. Manal wird für Issa nicht nur eine Freundin, sondern auch eine Komplizin. Aber nicht nur Manals Leben gerät durch diese Freundschaft in Gefahr…

Trotz Spannung nicht immer packend

Obwohl die Geschichte interessant und spannend erzählt ist, habe ich beim Lesen immer wieder gemerkt, dass mich die Story nicht so richtig packt. Es passieren so viele grausame Dinge und doch war ich davon seltsam unberührt. Ich kann gar nicht so genau sagen, woran das lag. Vielleicht hatte die Story einfach einige Twists zu viel, wodurch vieles nur oberflächlich geblieben ist. Außerdem erschienen einige Reaktionen der Figuren konstruiert, sodass man deren Verhalten in extremen Situationen oft nicht abnehmen konnte.

Fazit

Eine spannende Geschichte über moderne Sklavenhaltung in der Schokoladenindustrie und darüber, wie europäische Importeure großzügig darüber hinwegsehen.  
 

Blut und Schokolade

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